Ob es um Mieten geht, Immobilien- oder auch Bierpreise: Frankfurt am Main zählt bei Vergleichen zwischen deutschen Großstädten regelmäßig zu den teuersten Standorten. Bei den Taxi-Tarifen gilt das allerdings nicht, wie ein aktuelles Ranking zeigt: Unter den 15 deutschen Städten, die in den Vergleich einbezogen wurden, belegt Dresden den Spitzenplatz, gefolgt von München und Köln. Frankfurt dagegen liegt am unteren Ende der innerdeutschen Verteilung. Im internationalen Vergleich wiederum sind Taxifahrten in allen deutschen Städten relativ kostspielig. Nicht nur in weniger wohlhabenden Ländern wie Portugal und Polen sind die Preise niedriger, sondern auch in Schweden, wie aus dem Ranking hervorgeht. Es wurde vom Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft zusammen mit dem Bundesverband „Wir fahren“ veröffentlicht. Letzterer vertritt Mietwagenunternehmen, die zur Taxibranche in Konkurrenz stehen und zum Teil Aufträge von Fahrdienstvermittlern wie Uber oder Bolt übernehmen. Für das Ranking, das von dem an der TU Ilmenau tätigen Wettbewerbsökonomen Wolfgang Benedikt Schmal erstellt wurde, wurden die Preise von Taxifahrten über eine Strecke von fünf Kilometern am Stichtag 1. Juni 2026 verglichen. Als Wartezeit, etwa an roten Ampeln oder vor Baustellen, wurden vier Minuten angesetzt. Der höchste Preis für eine solche Fahrt wurde, über alle 26 erfassten Städte hinweg, in Kopenhagen ermittelt mit 25,04 Euro. Dresden folgt mit 21,97 Euro auf dem zweiten Platz. Das liegt daran, dass in der sächsischen Landeshauptstadt für die ersten vier Kilometer einer Taxifahrt ein Kilometerpreis von 3,20 Euro fällig wird, bei längeren Strecken sinkt das Kilometergeld. Obendrein ist in Dresden mit 4,90 Euro der schon bei Fahrtantritt fällige Grundpreis relativ hoch. Zum Vergleich: In Frankfurt beträgt der Grundpreis 4,00 Euro, der Preis je gefahrenen Kilometer einheitlich 2,40 Euro. Das macht bei einer Strecke von fünf Kilometern zusammen 16 Euro, hinzu kommen noch 2,53 Euro für die vier Minuten Wartezeit – für eine Stunde Wartezeit werden in Frankfurt 38 Euro berechnet. Insgesamt sind die Preisunterschiede zwischen den erfassten deutschen Städten nicht sehr groß, die Spanne reicht von den erwähnten 21,97 Euro in Dresden bis 17 Euro in Dortmund. Umso erstaunlicher ist, dass die Kosten für eine fünf Kilometer lange Fahrt in Städten wie Stockholm (15,59 Euro) oder Rom (12,18 Euro) deutlich niedriger sind. Die Studie liefert dafür keine Erklärung – mit Blick auf den Spitzenreiter Kopenhagen verweist der Autor allerdings auf die staatliche Regulierung. Der Fahrdienstvermittler Uber agiere in Dänemark „innerhalb des lizenzierten und regulierten Taxisystems“. Online-Vermittler wie Uber entfalteten dort „keinen eigenständigen, preisdisziplinierenden Wettbewerbseffekt“.
