FAZ 05.10.2026
09:10 Uhr

Portugals Alt-Star: Kehrt Ronaldo doch zum Nationalteam zurück?


Portugal gewinnt ohne Cristiano Ronaldo in der Nations League. Trainer Jorge Jesus spricht nach der Abreise des Alt-Stars von einem Missverständnis. Und öffnet die Tür für ein Comeback.

Portugals Alt-Star: Kehrt Ronaldo doch zum Nationalteam zurück?

Nach der vorzeitigen Qualifikation für das Viertelfinale der Nations League hat sich Portugals Fußball-Nationaltrainer Jorge Jesus offen für die Rückkehr von Superstar Cristiano Ronaldo gezeigt. Jesus sagte nach dem 2:1-Erfolg gegen Norwegen in Porto: „Für mich ist Cris bei der nächsten Nominierung – sofern er bei Al-Nassr spielt – ein Kandidat für den Kader. Wenn er zurückkehren will, wird er zurückkehren.“ Portugals Rekordspieler und -torschütze Ronaldo hatte die Nationalmannschaft unter der Woche verlassen, nachdem er beim 2:1 im Hinspiel in Norwegen nicht eingesetzt worden und für das folgende Spiel in Dänemark (4:2) nicht für die Startelf vorgesehen war. Trainer Jorge Jesus: Missverständnis, das leicht zu klären ist Der 72 Jahre alte Jorge Jesus, der Ronaldo in der vorigen Saison bei Al-Nassr in Saudi-Arabien trainiert und den Klub zur Meisterschaft geführt hatte, sprach von einem Missverständnis, das leicht zu klären sei. Die Entscheidung über eine Rückkehr Ronaldos im November würde nicht allein bei ihm liegen. „Ich weiß nicht, was passieren wird. Cris ist derjenige, der entscheiden wird.“ Auch Portugals Verbandspräsident Pedro Proença kündigte an, zwischen Ronaldo und Jesus zu vermitteln. „Jetzt, da diese vier Spiele vorbei sind, werden wir alle die Zeit und Ruhe haben, uns hinzusetzen und ein Missverständnis zu lösen.“ Bislang bestritt der 41-jährige Ronaldo für Portugal 234 Länderspiele, in denen er 146 Tore erzielte – beides Rekordmarken im internationalen Fußball. Ronaldos designierter Nachfolger trifft dreifach Titelverteidiger Portugal gewann alle drei Nations-League-Spiele in der turbulenten Woche ohne Ronaldo und steht vorzeitig im Viertelfinale. In allen drei Spielen traf zudem der anstelle von Ronaldo als Mittelstürmer aufgebotene Gonçalo Ramos. Die Spieler der portugiesischen Nationalmannschaft zeigten sich öffentlich um Zusammenhalt bemüht. Der neue Kapitän Bruno Fernandes etwa nannte Ronaldo „das größte Symbol unserer Nationalmannschaft, unseres Fußballs und unseres Landes“. Auch die beiden Außenverteidiger Nuno Mendes und João Cancelo äußerten sich. „Wenn Cris zurückkehrt, empfangen wir ihn mit offenen Armen“, sagte Mendes. Cancelo ergänzte: „Ich glaube, dass die Dinge auf die bestmögliche Weise ausgehen werden. Wir alle wollen, dass die Situation ruhig und mit dem Respekt gelöst wird, den Cristiano verdient.“ Ronaldo hatte zuletzt im Dress der Nationalelf selten überzeugt, auch bei der WM gab es in seinem Heimatland Diskussionen, ob der ehemalige Weltfußballer weiterhin zum Erfolg beitragen kann. Damals entschied Ronaldo, bei Portugal weiterzumachen.