FAZ 15.03.2026
20:05 Uhr

Liveblog zu Kommunalwahlen Hessen: Hanau: OB-Kandidat Bieri fehlen knapp zwei Prozent zum Sieg


Kommunalwahl in Hessen am 15. März 2026: Aktuelle Nachrichten live

Liveblog zu Kommunalwahlen Hessen: Hanau: OB-Kandidat Bieri fehlen knapp zwei Prozent zum Sieg

„Ein heterogenes Bild“ ergeben die ersten Zahlen für den FDP-Landesvorsitzenden Thorsten Lieb.  „Auch wenn sich der negative Trend der FDP im Bund bemerkbar macht, sind wir in unseren Hochburgen in kleinen und mittelgroßen Städten wie Bruchköbel, Bad Homburg, Königstein, Kronberg und Steinbach stabil“, sagte er um kurz nach acht Uhr. Dies sei  ein Signal, dass man in herausfordernden Zeiten mit starken Persönlichkeiten Wahlen erfolgreich gestalten könne.

Boris Rhein erwartet weiteren Stimmenzuwachs für die CDUWiesbaden. Als „Zeichen der Stabilität in Hessen“ betrachtet der CDU-Landesvorsitzende, Ministerpräsident Boris Rhein, die ersten Auszählungsdaten aus den Wahlämtern. Die Union bleibe offensichtlich „klar die Nummer 1“, sagte er um acht Uhr in der Wiesbadener Geschäftsstelle seiner Partei. Besonders hob der Regierungschef die Tatsache hervor, dass in Hanau Isabelle Hemsley, die CDU-Kandidatin für das Amt des Oberbürgermeisters, in die Stichwahl gehe. Weil besonders viele CDU-Anhänger regelmäßig per Brief abstimmten, würden die Auszählungen in den nächsten Tagen das Endergebnis noch zugunsten der Union verändern, vermutete Rhein. Dass die Diskussion über den Bildungsetat der schwarz-roten Landesregierung Einfluss auf die Wahl gehabt habe, glaubt er nicht. (htr.) 

In Kassel Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und GrünenKassel. CDU und Grüne liegen bei der Wahl zur Stadtverordnetenversammlung in Kassel derzeit fast gleichauf. Die Union kommt demnach auf 22,2 Prozent, die Grünen erreichen 21,9 Prozent. Für die SPD werden 19,9 Prozent gemeldet, die Linke erzielt 14,0 Prozent, auf die AfD entfallen 12,4 Prozent. Für die FDP stimmten 3,2 Prozent, für das BSW 2,9 Prozent.  (Stand: 187 von 233 Ergebnissen). 

CDU führt auch im Rheingau-Taunus-Kreis den Trend anBad Schwalbach. Im Rheingau-Taunus-Kreis liegt die CDU nach Auszählung von gut der Hälfte der 248 Stimmbezirke mit rund 33 Prozent klar vor. AfD, SPD und Grüne liegen nahezu gleichauf dahinter. (obo.)

Wehrheim meldet Wahlbeteiligung von gut 60 ProzentWehrheim. In der Gemeinde Wehrheim im Hochtaunuskreis liegt die CDU im Trendergebnis klar vorne. Nach Auszählung aller unveränderten Stimmzettel erreicht sie 44,9 Prozent, gefolgt von den Grünen mit 21,7 Prozent. Die FDP kommt auf 18 Prozent, und die SPD erreicht 15,4 Prozent. 60,3 Prozent der Wahlberechtigten gingen zur Gemeindewahl.   

Wiesbaden: AfD bietet sich der CDU für Koalition anWiesbaden. Nach Auszählung der Hälfte der Stimmbezirke könnte es in Wiesbaden sogar für ein schwarz-rotes Bündnis reichen. Mit einer Rolle als Juniorpartner einer neuen Stadtregierung müsste sich die SPD aber wohl erst einmal anfreunden. Zudem gibt es noch Hoffnung, die Sitzverteilung könnte doch andere Konstellationen zulassen. „Es ist noch nicht aller Tage Abend“, sagte Grünen-Fraktionschefin Gesine Bonnet gerade im Wiesbadener Rathaus angesichts der starken Verluste der Grünen: „Wir hatten 2021 ein Rekordergebnis, auch weil Klimaschutz ein Thema war, das die Gesellschaft bewegt hat. Die Zeichen sind heute anders.“ Die Grünen seien bereit, abermals Verantwortung zu übernehmen. „Wir leben noch, wir sind noch nicht tot“, sagte der Wiesbadener FDP-Fraktionschef Christian Diers zum Wahltrend, der Verluste für die FDP von mehr als fünf Prozentpunkten ausweist. Diese Verluste seien nicht unerwartet und es hätte noch schlimmer kommen könne. Sollte die FDP für eine Koalition, etwa für eine Deutschland-Koalition mit CDU und SPD, gebraucht werden, dann wären die Liberalen gesprächsbereit, so Diers. Dennis Seldenreich, Fraktionschef der AfD, geht für seine Partei von einer Verdopplung der Sitze in der Stadtverordnetenversammlung aus. „Wenn wir mit der CDU regieren könnten, dann würden wir viele Probleme in Wiesbaden lösen“, sagte Seldenreich. Die AfD sei bereit, diesen Weg zu gehen und hoffe, dass die Brandmauer „irgendwann“ falle und „wir endlich was für Wiesbaden machen können.“ (obo.)

CDU in Königstein vor ALKKönigstein. In Königstein im Taunus siegt laut Trendergebnis die CDU vor der Aktionsgemeinschaft Lebenswertes Königstein (ALK). Nach Auszählung der unveränderten Stimmzettel in 17 von 17 Wahlbezirken erreicht die CDU 32,5 Prozent, die ALK 29,7 Prozent. Die FDP erhält in der Stadtverordnetenwahl demnach 12,9 Prozent, die Grünen bekommen 10,3 Prozent. Die AfD erhält 8 Prozent, die SPD 6,6 Prozent. Die Wahlbeteiligung liegt bei 58,9 Prozent. Bei der Wahl 2021 hatte die ALK die meisten Stimmen bekommen. Im Trendwahl-Ergebnis hatte das Wählerbündnis dabei mehr Stimmen erzielt als dann nach Auszählung auch der veränderten Wahlzettel im Endergebnis.

Stichwahl in Schwalbach zwischen Milkowitsch (CDU) und Ullrich (SPD)Schwalbach. Für die Bürgermeisterwahl in Schwalbach wurden bereits alle Wahlbezirke ausgezählt. Ein Wahlsieger steht noch nicht fest, zwei der Kandidaten werden in eine Stichwahl gehen. Die meisten Stimmen bekam der amtierende Erste Stadtrat Thomas Milkowitsch von der CDU (43,40 Prozent). Er wird gegen Lutz Ullrich von der SPD antreten, der 30,46 Prozent der Stimmen bekam. Katja Ludwig von den Grünen, die zum zweiten Mal antrat, erreichte 26,14 Prozent. Der Amtsinhaber Alexander Immisch (SPD) trat nicht wieder an.  

In Schmitten ist die CDU stärkste KraftSchmitten. In Schmitten im Hochtaunuskreis sind alle unveränderten Wahlzettel für die Gemeindevertretung ausgezählt. Im Trendergebnis liegt die CDU vorne mit 31,5 Prozent. Die FWG erreicht 24,1 Prozent. Grüne und AfD erhalten jeweils 12,6 Prozent. Das Bündnis b-now bekommt 6,3 Prozent, Die SPD bekommt 6 Prozent, die Linke 4,2 Prozent, die FDP 2,7 Prozent. 

Frankfurter CDU gibt sich verhalten optimistischFrankfurt. Die CDU stört sich nach der Auszählung der ersten Stimmbezirke vor allem am relativ starken Ergebnis der AfD. Mitunter ist sogar der Wunsch nach mehr Stimmen für die SPD zu hören. „Das erleichtert die Koalitionsbildung.“ Auf das eigene Ergebnis blickt Parteichef zunächst zurückhaltend, aber optimistisch. „Das würde ich nehmen“, sagt er, als die CDU bei 24 Prozent steht, wie unser Redakteur im Römer, Günter Murr, schreibt. 

Frankfurts Kämmerer Bergerhoff setzt auf Mehrheit mit Grünen im StadtparlamentNach der Auszählung der ersten Wahlkreise in Frankfurt, wonach die AfD ein besseres Ergebnis erzielen könnte als die Grünen, machte Frankfurts Kämmerer Bastian Bergerhoff (Die Grünen) deutlich, dass ein solches Endendergebnis für Frankfurt eine Katastrophe wäre. \"Und nicht nur für die Grünen in der Stadt\", so Bergerhoff. Mit Blick auf die künftige Stadtregierung, sagte der Kämmerer, \"es sollte keine Mehrheit ohne die Grünen im Stadtparlament geben können\".

Wiesbaden: Verluste für die GrünenWiesbaden. In der Landeshauptstadt zeichnen sich nach Auszählung von einem Drittel der Stimmbezirke deutliche Verluste für die Grünen ab. Nach dem aktuellen Stand hat das Linksbündnis von SPD, Grünen, Linke und Volt keine Mehrheit mehr. Derweil ist der CDU-Kreisverbandsvorsitzende und hessische Landwirtschaftsminister Ingmar Jung mit dem Trend, der die CDU als klar stärkste Partei zeigt, hochzufrieden: „Es sieht so aus, als würden wir dazugewinnen. Dann hoffe, dass Wiesbaden nun einen anderen Weg geht als den, den das Linksbündnis gegangen ist“, sagte er. Verhinderungspolitik und schlechte Standortpolitik und auch die Verkehrspolitik des Bündnisses seien klar abgewählt worden. Das müssten die entscheidenden Themen in den Koalitionsverhandlungen sein.  Für Wiesbadens CDU-Fraktionschefin Daniela Georgi sieht es so aus, „als hätten wir mit unserem Wahlkampf den Nerv der Wiesbadener getroffen.“ Sie bekräftigte, dass es mit der CDU keine neue Citybahn-Debatte geben werde. Die Christdemokraten würden den Wählerentscheid gegen die Citybahn akzeptieren (obo.)

Im Landkreis Offenbach sind AfD und Grüne gleichauf Offenbach. Erst kommt die CDU und dann die anderen: So lässt sich die Lage im Kreis Offenbach gegen 20 Uhr kurz zusammenfassen, nachdem 57 von 316 erwarteten Ergebnissen vorliegen. Die Union wäre mit 31,74 Prozent der Stimmen demnach auch im neuen Kreistag von Dietzenbach die stärkste Fraktion. Denn erst mit deutlichem Abstand folgen nach jetzigem Stand die AfD, die sich als Zweitplatzierte über circa 18,4 Prozent freuen könnte. Dahinter liegen die  Grünen mit derzeit ebenfalls 18,4 und die SPD mit 15 Prozent. Was auf den ersten Blick für eine mögliche Fortsetzung der schwarz-roten Zusammenarbeit sprechen dürfte. Wenn es bei der weiteren Auszählung der Stimmen zumindest in ungefähr bei diesem Kräfteverhältnis bleiben sollte. (sug.)