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15.03.2026
20:55 Uhr
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Kommunalwahl in Hessen am 15. März 2026: Aktuelle Nachrichten live

Eingeschränkter Service: Ämter sind mit Zählen beschäftigtFrankfurt. Geschlossene Bürgerämter, Einschränkungen in der Verwaltung, Notdienste im Standesamt: Weil städtische Mitarbeiter am Montag nach der Kommunalwahl Stimmzettel auszählen müssen, gibt es in vielen Städten Einschränkungen.In Frankfurt bleiben etwa Teile des Bürgeramts geschlossen, die Steuerabteilung und die Abteilung für Ordnungswidrigkeiten nehmen keine Termine an, wie eine Sprecherin mitteilte. „Die telefonische Erreichbarkeit der Stadtverwaltung ist reduziert“, hieß es. „Dies gilt auch für die Behördennummer 115.“ In Darmstadt bleibt das Bürger- und Ordnungsamt von Montag bis Mittwoch für den Regelbetrieb ebenfalls geschlossen – in den Räumen des Amtes wird ausgezählt. Ähnlich sieht es in der Landeshauptstadt Wiesbaden, in Offenbach und Kassel aus. In Hanau bleibt am Montag das Kulturforum geschlossen. „Auch die Stadtverwaltung Gießen muss ihren Dienstbetrieb am Montag und Dienstag zur Auszählung der veränderten Stimmzettel aus der Kommunalwahl einschränken“, schreibt eine Sprecherin der Universitätsstadt Gießen. (dpa.)
CDU liegt im Trendergebnis vor SPD und AfDDie CDU darf sich landesweit über die meisten Stimmen freuen: 29,7 Prozent der Wähler setzten ihre Kreuze bei den Christdemokraten. Das ist ein Plus von 1,2 Prozentpunkten gegenüber der Kommunalwahl 2021. Mit 20,2 Prozent auf Platz zwei landete die SPD (minus 3,8), gefolgt von den Grünen mit 14,4 Prozent (minus 4,0). Die AfD holt 15,9 Prozent der Stimmen (plus 9,0), die Linke verbessert sich auf 5,8 Prozent (plus 1,8). Die FDP kommt nur noch auf 3,7 Prozent (minus 3,0).
Wahlbeteiligung höher als 2021Die Wahlbeteiligung in Hessen lag bei der Kommunalwahl 2026 bei 54,5 Prozent und damit deutlich höher als bei den letzten Kommunalwahlen. 2021 waren lediglich 50,4 Prozent der Wahlberechtigten zur Urne gegangen – der viertniedrigste Wert seit 1946.
CDU in Frankfurt wieder stärkste KraftFrankfurt. Auch in Hessens größter Stadt stehen die Trendergebnisse fest: Die Grünen haben ihren Status als größte Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung verloren, die CDU liegt mit 26,5 Prozent der Stimmen deutlich vorne. Auf die Grünen entfallen aktuell 21 Prozent, drittstärkste Kraft ist die SPD mit 16,7 Prozent. Die AfD hat mehr Zuspruch als noch vor fünf Jahren und landet dem Trend zufolge mit 9,1 Prozent der Stimmen noch vor den Linken (8,9 Prozent). Die FDP schneidet mit 4,7 Prozent der Stimmen schlechter ab als vor fünf Jahren. Alle übrigen Wahlbündnisse und Parteien bekamen zusammen 13,4 Prozent der Stimmen. Darunter ist die bisher an der Mehrheitskoalition beteiligte Partei Volt mit 4,7 Prozent.
In Frankfurt sehen sich alle Parteien als SiegerFrankfurt. Auch in Hessens größter Stadt ist seit der Kommunalwahl am Sonntag die CDU wieder die stärkste Partei. Mit wem sie koalieren könnte, und mit wem sie das gar nicht möchte, darüber wurde noch am Wahlabend kräftig spekuliert. Mechthild Harting, Bernhard Biener, Günter Murr und Rainer Schulze berichten vom Wahlabend im Römer und bei den Parteien.
Gute Chancen für Fortsetzung des Dreierbündnisses im HochtaunusHochtaunuskreis. Im Hochtaunuskreis sind für die Kreistagswahl 246 von 253 Wahlbezirken ausgezählt. Die CDU bleibt stärkste Kraft und kann die Koalition mit SPD und FWG-Hochtaunus aller Voraussicht nach fortsetzen. Den Willen dazu haben die drei Spitzenkandidaten am Wahlabend im Landratsamt schon bekundet. Derzeit liegt die Union bei knapp 37 Prozent. Die Grünen dürften abermals als zweitstärkste Fraktion in den Kreistag einziehen, sie liegen derzeit bei etwa 18 Prozent. Wer drittstärkste Kraft wird, ist offen: SPD und AfD erreichen nach jetzigem Stand jeweils gut 12 Prozent. Die FDP steht bei rund 7 Prozent, die Linke bei rund 4 Prozent.
Main-Taunus-Kreis: CDU kann frei wählen, AfD legt stark zu und Volt zieht in den Kreistag Hofheim. Theoretisch kann es mit dem schwarz-grün-gelben Jamaica-Bündnis im Main-Taunus-Kreistag so weitergehen. Allerdings ist die CDU mit guten 36 Prozent in der glücklichen Lage, zwischen drei Optionen wählen zu können. Zweitstärkste Kraft sind die Grünen mit rund 18 Prozent. Es folgt die SPD mit 14 Prozent, die rein rechnerisch ebenfalls als Koalitionspartner in Betracht käme. Und die FDP könnte mit 5,8 Prozent der Stimmen ebenfalls wieder mit ins Boot. Noch will man sich nicht festlegen, die Kreisspitze möchte mit allen ernstzunehmenden und demokratischen Parteien ins Gespräch kommen, so Parteichef Axel Wintermeyer. Die AfD konnte stark zulegen, sie liegt nun bei 13,17 Prozent. Die Freien Wähler haben 4,6 Prozent erreicht, die Linke 4,5 Prozent. Neu im Parlament wird Volt vertreten sein, mit derzeit 2,5 Prozent kann die Partei auf zwei Sitze hoffen. Ob die Satirepartei Die Partei ihren Sitz halten kann, ist derzeit noch ungewiss. (dien.)
CDU holt im Kreis Offenbach fast doppelt so viele Stimmen wie Grüne, AfD und SPDOffenbach. Die Chancen dafür, dass es im Kreis Offenbach weiterhin eine schwarz-rote Koalition unter Führung der CDU geben wird, sind – Stand: später Sonntagabend – nicht schlecht. Nach Auszählung aller Ergebnisse kommt die Union im Trend als abermals stärkste Fraktion im Kreishaus mit gut 32,6 Prozent der Stimmen auf Rang eins, gefolgt von Grünen, AfD und SPD, die alle jeweils zwischen 16 und 17 Prozent erreichen. Mit fast fünf Prozent (das wären dann beinahe so viele Stimmen wie die Linke bekommen hat) schneidet die FDP aktuell im Kreis gegen den Landestrend ordentlich ab. Und liegt beispielsweise noch vor den Freien Wählern (3,5 Prozent) und der Tierschutzpartei (2,1 Prozent). Insgesamt waren fast 265.000 Bürger dazu aufgefordert, sich an der Kommunalwahl im Landkreis Offenbach zu beteiligen; hingegangen sind tatsächlich aber wohl nur die Hälfte von allen. (sug.)
Bad Homburg: CDU bleibt stärkste KraftBad Homburg. In Bad Homburg, der Kreisstadt des Hochtaunuskreises, bleibt die CDU stärkste Kraft. Laut Trendergebnis erreicht sie 45,1 Prozent. Die Grünen können demnach mit 16,7 Prozent ihr Ziel verwirklichen, wieder als zweitstärkste Fraktion in die Stadtverordnetenversammlung einzuziehen. Die SPD, mit der die CDU in der vergangenen Wahlperiode koaliert hat, bekommt laut Trend 12,4 Prozent, die FDP 8,6 Prozent. Die Bürgerliste Bad Homburg erreicht 7,8 Prozent, die Linke 4,4. Das neue Bündnis Kehrtwende steht bei 2,9 Prozent, die Liste Peter für Bad Homburg bei 2 Prozent.
Linksbündnis verliert Mehrheit im Kreis Groß-GerauGroß-Gerau. Schwierige Gemengelage im Landkreis Groß-Gerau, in dem am Sonntag rund 190.000 Wahlberechtigte an die Urnen gerufen waren. Letztlich dürfte laut Trendanalyse wohl nur gut ein Drittel von ihnen dem Aufruf gefolgt sein. Am Ende scheint die CDU mit etwa 28,1 Prozent der Listenstimmen – nach Auszählung von 213 der 230 Einzelergebnisse – den Tagessieg für sich verbuchen zu können. Es folgen SPD (24,3 Prozent), AfD (15,6 Prozent), Grüne (13,8 Prozent) und Linke (5,2 Prozent) – was alles zusammengenommen eine Neuauflage des vor fünf Jahren gebildeten rot-rot-grünen Kreistagsbündnisses kaum noch realistisch erscheinen lässt. Die Freien Wähler erreichen demnach fünf Prozent und die FDP womöglich gut 2,6 Prozent der Stimmen. Insgesamt sind im Kreishaus wieder 71 Sitze zu vergeben. (sug.)
Münster bestätigt Bürgermeister im Amt und lehnt Lärmschutzwand abMünster. In Münster (Landkreis Darmstadt-Dieburg) bleibt Joachim Schledt (parteilos) der Bürgermeister. Der amtierende Rathauschef war der einzige Kandidat und erhielt rund 76 Prozent aller Stimmen. Gleichzeitig war die Bevölkerung von Münster aufgerufen, sich für oder gegen den Bau einer Lärmschutzwand entlang der Bahnstrecke Darmstadt-Würzburg zu entscheiden. Gut zwei Drittel der Wähler haben sich für die Aufhebung des Parlamentsbeschlusses ausgesprochen, der einen Bau der Lärmschutzwand befürwortete. Der größte Teil der Bevölkerung befürchtet dadurch eine Verschandelung des Stadtbildes. (erle.)
Bürgermeisterwahlen: Stichwahl in Groß-Bieberau, klares Ergebnis in EinhausenGroß-Bieberau. In Groß-Bieberau (Landkreis Darmstadt-Dieburg) war FWG-Bürgermeisterin Anja Vogt nicht mehr angetreten. Um ihre Nachfolge haben sich vier Kandidaten beworben. In zwei Wochen steht eine Stichwahl zwischen Christopfer Seibel (FWG) und Manfred Höngesberg (unabhängig) an. Seibel erreichte 36,1 Prozent der Stimmen, Höngesberg 26,9 Prozent. SPD-Bewerber Lucas Adler landete mit 23,4 Prozent auf Platz drei, CDU-Bewerber Tobias Poth mit 13,6 Prozent deutlich abgeschlagen auf dem vierten Platz. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 50 Prozent. In der Gemeinde Einhausen (Landkreis Bergstraße) war Amtsinhaber Helmut Glanzner (CDU) der einzige Kandidat für das Bürgermeisteramt. Er wurde mit 77,79 Prozent im Amt bestätigt. (erle.)
Dritte Amtszeit für Bürgermeister Müller in Brensbach Brensbach. Im ersten Wahlgang hat der Bürgermeister von Brensbach (Odenwaldkreis) klar gewonnen. Rainer Müller (SPD) holte auf Anhieb 54,67 Prozent der Stimmen und sicherte sich damit eine dritte Amtszeit. Ralf Krichbaum von der CDU bekam 24,74 Prozent, Werner Knörnschild von der UWG holte 20,59 Prozent. (erle.)
Offenbach: Koalition aus SPD, Grünen und FDP könnte weitermachenOffenbach. Bei der Kommunalwahl am Sonntag ist die bestehende Koalition aus SPD, Grünen und FDP nach den Trendergebnissen bestätigt worden. Die SPD kam auf 33,34 Prozent, die Grünen auf 13,59 Prozent, die FDP bei 5,36 Prozent. Die CDU kam auf 19,75 Prozent, die FDP auf 5,36 Prozent. Die Linke kam auf 14,54 Prozent. Die AfD kam auf 3,48 Prozent. Dabei ist allerdings zu bedenken, dass im Trendergebnis nur die Stimmzettel gezählt werden, auf denen Listen angekreuzt wurden, die Wahlvorschläge also unverändert übernommen wurden. Die Stimmzettel, auf denen kumuliert und panaschiert wurde, werden erst am Montag ausgezählt, wobei ein vorläufiges Endergebnis wohl erst am Dienstagnachmittag vorliegen wird. (jor.)