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29.09.2026
13:35 Uhr
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Russland warnt in Brief vor möglichen Angriffen auf Mitgliedstaaten +++ Tote in Sumy bei Angriff mit Gleitbomben +++ Ukrainischer Verteidigungsminister sagt Besuch in Deutschland ab +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Ukraine meldet drei Tote im Raum Kiew nach russischen AngriffenBei russischen Raketen- und Drohnenangriffen auf Kiew und die umliegende Region sind nach ukrainischen Behördenangaben drei Menschen getötet worden, darunter ein Kind. Sieben weitere Menschen seien verletzt worden. In Kiew seien Brände ausgebrochen, von denen Wohnhäuser, ein Geschäft und ein Lagerhaus betroffen seien.
Selenskyj verspricht DrohnenabwehrAngesichts massiver Probleme bei der Abwehr von russischen Drohnen mit Düsenantrieb hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine baldige Linderung in Aussicht gestellt. „Derzeit werden ukrainische Abfangraketen bereits unter Kampfbedingungen eingesetzt“, sagte das Staatsoberhaupt in einer Videobotschaft. Die Abfangrate sei jedoch noch zu niedrig. „Doch jede Woche soll sich die Trefferquote erhöhen“, versicherte Selenskyj. Für den Oktober seien konkrete Produktionsraten festgelegt worden. „Das ist eine strategische Aufgabe“, unterstrich der Staatschef.Nach Selenskyjs Worten wurden am Dienstag bis zum Abend von 29 russischen Drohnen mit Düsenantrieb 18 abgefangen. Diese schnellen und hochfliegenden Fluggeräte werden demnach derzeit von Kampfflugzeugen abgeschossen. Belgien hat dem Staatschef zufolge die Lieferung von drei F-16-Kampfflugzeugen bis Ende des Jahres zugesagt.Seit mehreren Wochen kommt vor allem die ukrainische Hauptstadt Kiew aufgrund ständig neu anfliegender Jetdrohnen nicht zur Ruhe. Am Montag gab es mehrere Drohneneinschläge auch im eigentlich gut geschützten Zentrum. Die Ukraine wehrt sich seit Februar 2022 gegen eine großangelegte russische Invasion.
Merz sieht keinen Verhandlungswillen bei RusslandBundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht das jüngste Gespräch zwischen Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) und dem russischen Außenminister Sergej Lawrow als Beleg für Russlands fehlende Bereitschaft zu ernsten Friedensverhandlungen. „Die anschließende Bewertung dieses Gesprächs durch Russland hat gezeigt, dass Russland offensichtlich überhaupt nicht an ernsthaften Gesprächen zum jetzigen Zeitpunkt interessiert ist“, sagte Merz am Dienstag in Berlin bei einer Pressekonferenz mit dem kasachischen Präsidenten Kassym-Schomart Tokajew.„Wir werden deswegen alle unsere Anstrengungen unternehmen, der Ukraine weiter behilflich zu sein, sie zu unterstützen“, fuhr der Bundeskanzler fort. Dies gelte „nicht nur militärisch, sondern auch politisch, finanziell, ökonomisch“.Der kasachische Präsident machte deutlich, dass er für ein Einfrieren von militärischen Operationen auf dem Gebiet der Ukraine sei, um Diplomatie und Verhandlungen zu ermöglichen. Er vermied jede direkte Kritik und sagte, sowohl Russland als auch die Ukraine seien gute Freunde Kasachstans.Den russischen Präsidenten Wladimir Putin, mit dem er gute Kontakte habe, halte er für eine herausragende Persönlichkeit und als Staatsmann für eine passende politische Figur, wie er laut offizieller Übersetzung der Pressekonferenz sagte.Tokajew sagte demnach über Putin: „Ich kenne ihn sehr gut. Und er verfügt über die notwendigen Charaktereigenschaften für die Rolle des Staatsoberhaupts von einem sehr großen Land mit einer sehr komplizierten Geschichte, mit eigenem Verständnis von strategischen Zielen, die vor diesem Land stehen.“
Tote bei Angriff mit Gleitbomben auf SumyBei russischen Luftangriffen auf die nordostukrainische Großstadt Sumy sind mindestens zwei Menschen getötet worden. Weitere sechs Menschen seien verletzt worden, teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj bei Telegram mit. Demnach schlugen vier russische Gleitbomben im Stadtzentrum ein. Es sei auch ein Schulgebäude getroffen worden. „Ich danke den Lehrern und der Schulleitung: Die Kinder und die Lehrkräfte waren im Schutzraum, insgesamt 100 Leute wurden rechtzeitig evakuiert“, schrieb der Staatschef. Selenskyj zufolge bombardieren die „russischen Terroristen“ und „widerwärtigen Missgeburten“ Kinder, Schulen und gewöhnliche Häuser „einfach so“. Er forderte „realen Druck“ und nicht nur Worte von den Verbündeten in Amerika und Europa.
Kiewer Uni stellt auf Fernunterricht umNach dem tödlichen russischen Drohnenangriff auf die Akademie der Wissenschaften im Zentrum Kiews hat die Taras-Schewtschenko-Universität der ukrainischen Hauptstadt vorübergehend auf Fernunterricht umgestellt. Bis zum 16. Oktober werde der Lehrbetrieb wegen der „sich verschlechternden Sicherheitslage in Kiew“ aus der Ferne organisiert, teilte die Universität am Dienstag mit.Die am Montag von einem russischen Drohnenangriff getroffene Akademie liegt nur wenige Straßen vom Hauptcampus der Schewtschenko-Universität entfernt. Sie trägt den Namen des ukrainischen Nationaldichters Taras Schewtschenko.Bei dem Angriff auf die Akademie war am Montag nach ukrainischen Angaben eine Frau getötet worden, sechs weitere Menschen wurden verletzt. Wegen der verstärkten russischen Angriffe sagte der ukrainische Verteidigungsminister am Dienstag zudem eine geplante Reise nach Berlin ab.
Wadephul redet der Slowakei ins Gewissen Außenminister Johann Wadephul hat von der Slowakei mehr Bündnissolidarität in den Maßnahmen gegen Russland gefordert. In einer gemeinsamen Erklärung hätten beide Länder ihre „umfassende Unterstützung für die Ukraine“ bekräftigt, sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seinem slowakischen Kollegen Juraj Blanár am Dienstag in der slowakischen Hauptstadt Bratislava.Für den deutschen Außenminister gehört dazu auch die Abkoppelung von russischen Energielieferungen. Dafür müssten alle Partner „gemeinsam einstehen“, sagte er an Blanár gerichtet. Auf Russland müsse „mehr Druck“ ausgeübt werden: „Russland zeigt keine Bereitschaft zu Frieden“, die Ukraine dagegen habe „ihre Bereitschaft wiederholt erklärt“, betonte Wadephul.Ohne die Slowakei direkt beim Namen zu nennen sagte Wadephul, es wäre „nicht nur unsolidarisch, es wäre unverantwortlich“, infrage zu stellen, dass die größte Gefahr für Europa „Putins kriegerischer Imperialismus“ sei. Die EU könne sich keine Blockaden durch einzelne Mitgliedstaaten etwa bei Sanktionen leisten.
Ukrainischer Verteidigungsminister sagt Deutschlandreise abDer ukrainische Verteidigungsminister Jewhenij Chmara hat eine für den heutigen Dienstag geplante Reise nach Deutschland abgesagt. Chmara werde „wegen der Lage in der Ukraine und der Intensivierung der russischen Angriffe“ nicht wie geplant nach Deutschland und Norwegen reisen, hieß es am Dienstag aus seinem Ministerium. Die Attacken erforderten ein „sofortiges Handeln und schnelle Gegenmaßnahmen“ des Ministers.Russland hatte am Montag die Akademie der Wissenschaften im Zentrum von Kiew attackiert. Bei dem Drohnenangriff wurde ein Mensch getötet, das Gebäude wurde stark beschädigt. Auch in anderen Landesteilen gab es Todesopfer in Folge russischer Luftangriffe. Für diesen Dienstagnachmittag wäre ein Treffen Chmaras mit seinem deutschen Kollegen Boris Pistorius (SPD) geplant gewesen.
Wadephul will von Putin Zeichen für VerhandlungsbereitschaftAußenminister Johann Wadephul fordert vom russischen Präsidenten Wladimir Putin nach dessen Einladung zum G20-Gipfel in den USA Zeichen der Verhandlungsbereitschaft. Putin müsse „beweisen, ob es eine Friedensbereitschaft, eine Verhandlungsbereitschaft auf russischer Seite gibt“, sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seinem slowakischen Gegenüber Juraj Blanar in der Hauptstadt Bratislava. „Das unterstreicht man natürlich am besten dadurch, dass man von vornherein Schritte in diese Richtung macht.“Der Bundesaußenminister war gefragt worden, ob er dafür sei, die Teilnahme Putins am G20-Treffen in Florida im Dezember davon abhängig zu machen, dass Moskau einer Teilwaffenruhe im Schwarzen Meer zustimmt, um den Weg für Getreideexporte aus der Ukraine freizumachen. Dieser Exportweg ist wegen des andauernden russischen Angriffskriegs auf die Ukraine blockiert.Die Einladung an Putin zum G20-Gipfel sei ein Lackmustest für Russland, betonte Wadephul. Verhandlungsbereitschaft könne Moskau am besten dadurch unterstreichen, „dass man von vornherein Schritte in diese Richtung macht“ – etwa durch einen Waffenstillstand für das Schwarze Meer, „der die dringend benötigten Getreideexporte ermöglichte“.
Estland macht Russland für Brand bei Rüstungsfirma verantwortlichEin Brandanschlag auf ein estnisches Rüstungsunternehmen im August ist nach Erkenntnissen der Regierung in Tallinn von russischen Geheimdiensten in Auftrag gegeben worden. Dies teilte der estnische Ministerpräsident Kristen Michal unter Berufung auf Informationen des Inlandsgeheimdienstes KAPO mit. Das betroffene Unternehmen Milrem Robotics liefert unbemannte Fahrzeuge an die Ukraine. Beweise für den Verdacht legte Estland unter Verweis auf die Geheimhaltungspflicht der Sicherheitsdienste nicht vor. Die Regierung erklärte jedoch, der Vorfall passe ins Bild anderer Sabotageakte, die im Auftrag Russlands in Europa verübt worden seien. Eine russische Stellungnahme lag zunächst nicht vor. Die Regierung in Moskau hat Vorwürfe westlicher Staaten von Sabotage und anderer hybrider Angriffe in Europa wiederholt zurückgewiesen.
Bericht: Russland plant höchste Militärausgaben seit Beginn des UkrainekriegsRussland will seine Militärausgaben im Jahr 2027 auf einen neuen Höchststand seit Beginn des Krieges in der Ukraine anheben. Geplant seien Ausgaben von 17,1 Billionen Rubel (rund 178 Milliarden Euro), wie aus Regierungsdokumenten hervorgeht, die der Nachrichtenagentur Reuters am Montag vorlagen. Dies entspricht einer Steigerung von rund 27 Prozent gegenüber dem ursprünglich veranschlagten Budget von 13,5 Billionen Rubel. Insgesamt sollen sich die Rüstungsausgaben in den kommenden drei Jahren auf 50 Billionen Rubel belaufen. Für das Jahr 2026 waren ursprünglich 12,1 Billionen Rubel für die Verteidigung vorgesehen, die tatsächliche Summe ist jedoch als geheim eingestuft. Zudem können Teile der Militärausgaben in anderen Bereichen des Haushalts verbucht werden.Die steigenden Militärausgaben belasten den russischen Haushalt. Den Dokumenten zufolge verdoppelte die Regierung ihre Prognose für das Haushaltsdefizit im Jahr 2026 auf 3,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), nachdem zuvor 1,6 Prozent erwartet worden waren. Die Gesamtausgaben sollen 2026 um 13,2 Prozent auf 48,6 Billionen Rubel oder 20,9 Prozent des BIP steigen. Um das Defizit zu finanzieren, plant die Regierung für 2027 Steuererhöhungen. Unter anderem soll eine neue Sondersteuer für Metall- und Bergbauunternehmen jährlich rund 200 Milliarden Rubel einbringen. Der Haushaltsentwurf soll dem Parlament bis zum 1. Oktober vorgelegt werden.
Ukraine verschiebt einige Ausgaben wegen Verzögerungen bei HilfsgeldernWegen Verzögerungen beim Erhalt von Hilfen verschiebt die Ukraine nach eigenen Angaben einige Ausgaben, darunter Wiederaufbauarbeiten. Die Regierung werde diese Projekte zwar letztendlich umsetzen, „aber vorerst müssen alle Ressourcen in wichtige Bereiche fließen“, erklärte Regierungschef Serhij Korezky am Montag im Onlinedienst Telegram. Priorität seien die Verteidigung und das Sozialwesen.Korezky bezeichnete die Lage der öffentlichen Finanzen als schwierig. „Ein Teil der geplanten internationalen Finanzmittel ist noch nicht eingegangen, was zum Teil daran liegt, dass es der Ukraine nicht gelungen ist, bestimmte gegenüber internationalen Partnern eingegangene Verpflichtungen fristgerecht zu erfüllen“, fügte er hinzu. Ausgaben, die keine Priorität hätten, würden zurückgestellt. Das gelte für Neubau, Wiederaufbau oder größere Reparaturen, die nicht von entscheidender Bedeutung seien, sowie für Verbesserungen im öffentlichen Raum wie Parks und öffentliche Plätze.
Papst fordert Gespräche über Kriegsende in UkrainePapst Leo XIV. hat neue internationale Anstrengungen für Gespräche über ein Ende des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine gefordert. „Wir müssen die Staats- und Regierungschefs Russlands, der Ukraine und anderer Länder auffordern, sich zu treffen, sich an einen Tisch zu setzen, miteinander zu sprechen“, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche auf dem Heimflug von seiner Frankreich-Reise. Als Ziel nannte er es, „Lösungen für diese Probleme zu finden – anstatt auf Kriegen zu bestehen, die keinen Sinn mehr haben“. Der russische Angriffskrieg gegen das Nachbarland dauert bereits seit mehr als viereinhalb Jahren an. Auch Vermittlungsbemühungen des Vatikans brachten bislang keine Fortschritte. Der Papst äußerte sich vor Journalisten in der Maschine, die ihn nach vier Tagen in Frankreich nach Rom zurückbrachte.
Explosionen in KiewDas russische Militär setzt seine heftigen Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew fort. Die ukrainische Luftwaffe warnte in der Nacht vor einer Bedrohung durch ballistische Raketen in der Region. Berichten zufolge waren in Kiew Explosionen zu hören. Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete bei Telegram von Schäden in mehreren Teilen der Hauptstadt. Im Stadtteil Solomjanka sei ein Verwaltungsgebäude getroffen worden, zudem seien Raketentrümmer in den Hof eines Wohnhauses gefallen, teilte Klitschko mit. Auch ein Gebäude einer Bildungseinrichtung wurde demnach getroffen, es gebe einen Brand. Im zentralen Stadtteil Petschersk sei es in einem dreistöckigen Nichtwohngebäude zu einem Brand gekommen.
Selenskyj: Russland hat mit Mobilmachung begonnenRussland hat nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bereits mit einer zusätzlichen Mobilmachung begonnen. „Sie (die Russen) planen auch, verstärkt Ausländer einzubeziehen“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache und berief sich auf Erkenntnisse der ukrainischen Geheimdienste. Seit Monaten wird über eine neue Mobilmachung in Russland spekuliert, um die zuletzt starken Verlusten an den Frontlinien in der Ukraine auszugleichen. Kremlchef Wladimir Putin hat solche Befürchtungen bisher kategorisch zurückgewiesen.Am Montagabend unterzeichnete der russische Präsident ein Dekret, das die Personalstärke der Armee um weitere 15.500 Soldaten erhöht. „Die zulässige Personalstärke der russischen Streitkräfte wird auf 2.441.630 Menschen festgesetzt, darunter 1.550.500 Militärangehörige“, hieß es in dem Dekret. Einen Grund nannte Putin nicht. Er hatte bereits im März, Juni und Juli eine Aufstockung der Armee verkündet.Zudem gebe es neue Informationen zur Präsenz nordkoreanischer Soldaten in Russland. „Derzeit befinden sich mehr als 8.000 nordkoreanische Soldaten auf russischem Territorium“, sagte Selenskyj. „Darüber hinaus wird die Entsendung eines Kontingents von weiteren 10.000 Soldaten vorbereitet - diese werden ausgewählt, um eine Ausbildung zu absolvieren und anschließend nach Russland verlegt zu werden.“Russland bezahle dafür unter anderem mit Technologien, und im Gegenzug für diese Hilfe sei mit technischer Unterstützung Russlands auf nordkoreanischem Territorium die Produktion von Angriffsdrohnen vom Typ „Shahed“ aufgenommen worden. „So breitet sich das Böse aus, und so greift eine Bedrohung für das Leben in einem Teil der Welt auf andere Teile der Welt über.“