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17.03.2026
15:42 Uhr
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Ukraine lenkt in Streit mit Ungarn offenbar ein +++ Selenskyj: Russische Offensive vereitelt +++ Selenskyj in London +++ alle Neuigkeiten im Liveblog

Selenskyj in London: Iran und Russland sind „Brüder im Hass“Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Iran und Russland als „Brüder im Hass\" bezeichnet. Selenskyj berichtete Abgeordneten des britischen Parlaments, er kenne die iranischen Shahed Kamikazedrohnen gut, die Teheran jetzt gegen die Golfstaaten einsetze; sie würden auch nach Moskau verkauft und gegen die Ukraine verwendet. Selenskyj und der britische Premierminister Sir Keir Starmer vereinbarten eine Ausweitung der bestehenden Kooperation zum Bau von Kampf- und Abwehrdrohnen. Die britische Regierung gab an, auf diese Weise sollten die ukrainischen Fachkenntnisse und die britische industrielle Basis zusammenwirken, um Abwehrdrohnen zu bauen und auszurüsten und andere Fähigkeiten zu entwickeln.Der britische Premierminister gab an, das Augenmerk der Welt müsse trotz des amerikanischen Angriffs auf Iran weiter „auf der Ukraine bleiben“. Es könne nicht sein, dass der russische Präsident Putin vom Irankonflikt profitiere, sei es durch steigende Ölpreise oder den Verzicht auf Sanktionen. Die britische Regierung brachte ihre Solidarität mit Kiew auch dadurch zum Ausdruck, dass Selenskyj wieder eine Audienz bei König Charles III. erhielt. Während der ukrainische Präsident am Dienstagnachmittag beim Monarchen seinen Tee nahm, kamen in London zunehmend Fragen auf, ob der König einen für nächsten Monat geplanten Staatsbesuch in Washington absolvieren soll, falls der amerikanische Angriff auf Iran dann noch fortgesetzt wird.
Selenskyjs Fraktion im Parlament schwächeltAls der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj jüngst seinen Unmut über das Abstimmungsverhalten der Abgeordneten zum Ausdruck brachte, wählte er scharfe Worte. „Wer dem Staat nicht im Parlament dient, der sollte ihm an der Front dienen“, äußerte er laut der Nachrichtenagentur „Interfax Ukraina“ vor Journalisten. Er sei dazu bereit, die Mobilisierungsgesetze so zu verändern, dass Abgeordnete „an die Front gehen können“. Damit greift der Präsident zwar eine in der Bevölkerung weit verbreitete Empörung über das eigene Parlament auf. Viele Ukrainer sind wütend auf ihre Mandatsträger. Das Parlament und politische Parteien belegen bei Befragungen zum Vertrauen in Institutionen regelmäßig die hinteren Plätze. Zugleich deutet Selenskyjs Aufgreifen derartiger Losungen auch darauf hin, dass der Präsident nicht weiß, wie er dem akuten Problem der fehlenden Stimmen begegnen soll. Die Fraktion „Diener des Volkes“, die mit 228 Abgeordneten zumindest auf dem Papier noch knapp über eine absolute Mehrheit (mindestens 226) in der Werchowna Rada verfügt, hat zunehmend Schwierigkeiten, eine Mehrheit für Gesetzesinitiativen zu beschaffen. Schon seit Längerem ist sie wegen der permanenten Abwesenheit zahlreicher Abgeordneter auf die Stimmen von Abgeordneten anderer Fraktionen angewiesen. Teile der Opposition fordern für ihre Stimmen aber eine eigene Regierungsbeteiligung ein. Seit Jahresbeginn aber scheiterten mehrere Gesetze, um deren Verabschiedung sich Regierung und Fraktionsführung bemüht hatten. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der „Diener des Volkes“, Andrij Motowilowetz, machte dafür in einem Interview die Angst vor den Antikorruptionsbehörden verantwortlich. Ende vergangenen Jahres war eine Gruppe von Abgeordneten aus Selenskyjs Fraktion unter Verdacht geraten, das Abstimmungsverhalten anderer Parlamentarier durch Geldzahlungen beeinflusst zu haben. Motowilowetz zufolge bestand der „harte Kern“ der Fraktion zuvor aus 180 Stimmen. Mittlerweile sei diese Gruppe aber auf 111 Abgeordnete zusammengeschrumpft. Auch mit den Stimmen aus anderen Fraktionen gelinge es deshalb mitunter nicht, Gesetzesänderungen durchzubringen. Zuletzt wurden auch Gesetze blockiert, die nötig sind, um Anforderungen der wichtigsten Geldgeber – des Internationalen Währungsfonds und der EU – zu erfüllen.
Schojgu warnt vor Fähigkeiten ukrainischer DrohnenDer Sekretär des russischen Sicherheitsrates, Sergej Schojgu, hat davor gewarnt, dass wegen der Fortschritte bei der ukrainischen Drohnenproduktion keine Region Russlands mehr vor Angriffen sicher sei. Dabei verwies Schojgu vor allem auf das Tempo bei der Entwicklung und die ausgeklügelten Einsatzmethoden der Drohnen, sagte der frühere Verteidigungsminister laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass bei einem Treffen mit Behördenvertretern in Jekaterinburg. Die Zahl der ukrainischen Sabotageakte gegen Russland sei im Jahr 2025 um 40 Prozent auf 1830 Vorfälle gestiegen. Ein Netzwerk von Geheimdiensten aus 56 Ländern arbeite gegen Russland, um die von ihm als „Sabotage- und Terroranschläge“ bezeichneten Angriffe zu ermöglichen, so Schojgu weiter. Namen von Staaten nannte er nicht. Die Ukraine hatte zuletzt verstärkt auch die russische Hauptstadt Moskau mit weitreichenden Drohnen attackiert. Zudem baut sie eigene Raketen mit längerer Reichweite, mit denen sie in den vergangenen Monaten wiederholt Ziele tief in Russland angegriffen hat.
Selenskyj: Russische Offensive vereitelt Der Ukraine ist es nach Angaben ihres Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gelungen, eine für den März geplante strategische Offensive des russischen Militärs zu vereiteln. „Und auch wenn die Attacken stetig sind und die Sturmversuche anhalten, ist ihre Intensität und der Maßstab der Auseinandersetzung nicht so groß, wie die Russen das geplant und ihre Kommandeure das der politischen Führung versprochen haben“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache.Selenskyj bedankte sich in dem Zusammenhang bei den Einheiten verschiedener Frontabschnitte für ihre Zähigkeit und ihren Durchhaltewillen. Nach Angaben unabhängiger Militärexperten ist der Vormarsch der russischen Truppen zuletzt ins Stocken geraten. An einigen Frontabschnitten, speziell im Süden des Landes, konnten die Ukrainer demnach bei Gegenangriffen sogar Territorium zurückerobern. Die Lage bleibt für die Verteidiger aufgrund des anhaltenden Soldatenmangels allerdings schwierig.
Moskau: Beschädigter Tanker hat 700 Tonnen Kraftstoff an BordEin vor knapp zwei Wochen beschädigter russischer Tanker treibt nach Angaben Moskaus mit hunderten Tonnen Treibstoff führerlos im Mittelmeer. Die „Arctic Metagaz“ habe „schwere Schäden davongetragen“, erklärte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Montag in Moskau. An Bord seien Detonationen zu hören, das Schiff neige sich immer stärker zur Seite und es seien vereinzelte Brände beobachtet worden. Als die Besatzung das Schiff verließ, befanden sich laut Sacharowa 450 Tonnen Schweröl und 250 Tonnen Diesel „sowie eine erhebliche Menge Erdgas“ in den Tanks.
Russland stoppt Rekrutierung von KenianernRussland wird laut dem kenianischen Außenminister Musalia Mudavadi keine Kenianer mehr für die Armee rekrutieren. Die beiden Länder hätten sich darauf geeinigt, dass Russland keine kenianischen Staatsangehörigen mehr an der Front im Krieg gegen die Ukraine einsetze, sagte Mudavadi am Montag bei einer Pressekonferenz mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow in Moskau.Mudavadi war unter anderem nach Russland gereist, um die Heimkehr von Kenianern, die für Russland im Ukrainekrieg gekämpft hatten, zu vermitteln. Der russische Außenminister Lawrow sagte, dass die bisherigen Rekruten sich freiwillig gemeldet hätten. Beiden Außenminister betonten in der auf der Internetplattform X übertragenen Pressekonferenz die guten Beziehungen zwischen den Ländern und das Ziel, Arbeitsmöglichkeiten für Kenianer in Russland zu schaffen.
Ungarn blockiert EU-Ukraine-Kredit bis Öl wieder fließtUngarn bekräftigt seinen Widerstand gegen einen geplanten Kredit der Europäischen Union für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro. Ungarn werde den Kredit weiterhin blockieren, solange kein Öl durch die Druschba-Pipeline geleitet werde, sagte Außenminister Peter Szijjarto in Brüssel. Seit Ende Januar fließt kein russisches Öl mehr durch die Röhre nach Ungarn und in die Slowakei. Die Regierung in Kiew macht einen russischen Angriff in der Westukraine für den Ausfall verantwortlich, während die Slowakei und Ungarn der Ukraine die Schuld geben.
Großer ukrainischer Drohnenangriff auf Moskau abgewehrtRussland hat nach eigenen Angaben am Wochenende einen großen ukrainischen Luftangriff mit mehr als 100 Drohnen auf die Hauptstadt Moskau abgewehrt. Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin sprach am Montag von mehr als 100 abgeschossenen Drohnen binnen zwei Tagen. Allein in der Nacht auf Montag seien über der Region Moskau 53 Drohnen abgefangen worden, meldete die Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf einen Vertreter des Verteidigungsministeriums. Insgesamt seien in einer Nacht bei Angriffen auf Russland mindestens 145 Drohnen zerstört worden. An den Moskauer Flughäfen wurde der Flugbetrieb zeitweise eingeschränkt, wie die russische Luftfahrtbehörde mitteilte. Eine ukrainische Stellungnahme lag zunächst nicht vor.
Brand in Öldepot in Südrussland nach Drohnenangriff In der südrussischen Region Krasnodar ist nach Angaben der örtlichen Behörden ein Öldepot nach einem Drohnenangriff in Brand geraten. Der Angriff habe sich in der Stadt Labinsk ereignet, teilten die Behörden mit. Niemand sei verletzt worden. Eine Stellungnahme aus Kiew lag zunächst nicht vor.
Brand in russischem Öllager gelöschtEin durch ukrainische Drohnenangriffe in der Nacht hervorgerufener Brand in einem Öllager im Süden Russlands ist gelöscht worden. Die Löscharbeiten dauerten rund einen halben Tag, wie der Krisenstab der Region Krasnodar mitteilte. Das Depot nahe der Stadt Tichorezk war in der Nacht in Flammen aufgegangen. Es war bereits der zweite Angriff auf das Lager innerhalb weniger Tage. Bei der Attacke wurden offiziellen Angaben zufolge auch zwei Hochstromleitungen beschädigt. Tichorezk liegt Hunderte Kilometer von der Front entfernt.
Trilaterale Gespräche in den USADie US-Vermittler wollen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge nächste Woche in den USA trilaterale Gespräche mit Russland und der Ukraine über eine Beendigung des Krieges abhalten. Ein Treffen mit US-Präsident Donald Trump sei nötig, betonte Selenskyj.
Trump rechtfertigt Lockerung von Sanktionen infolge des Irankriegs„Ich will Öl für die Welt haben“, sagte US-Präsident Donald Trump dem Sender NBC News auf die Frage zu seiner Entscheidung, angesichts der steigenden Energiepreise Kaufbeschränkungen gegen Russland zu lockern.Zur Unterstützung der Ukraine waren beispiellose Sanktionen gegen Russland verhängt worden. Doch vor wenigen Tagen teilte US-Finanzminister Scott Bessent mit, russisches Öl, das sich bereits auf Schiffen befinde, dürfe vorerst doch wieder straflos verkauft werden. Ziel sei, das Angebot auf dem Weltmarkt zu verbessern, nachdem die Ölpreise drastisch gestiegen waren. Die befristete Ausnahme von US-Sanktionen soll bis 11. April gelten. Deutschland und andere Unterstützer der Ukraine hatten die Entscheidung massiv kritisiert und darauf verwiesen, dass der Druck auf Russland aufrechterhalten werden müsse, um den Krieg zu beenden.Trump hingegen warf dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in dem NBC-Interview erneut vor, ein größeres Hindernis für ein mögliches Ende des Krieges zu sein als Kremlchef Wladimir Putin. „Ich bin überrascht, dass Selenskyj kein Abkommen schließen will. Sagen Sie Selenskyj, er soll ein Abkommen schließen, denn Putin ist dazu bereit“, sagte Trump in dem NBC-Interview. „Mit Selenskyj ist es weitaus schwieriger, eine Einigung zu erzielen.“
Ein Toter und mehrere Verletzte nach Bombenangriff auf Saporischschja Bei einem Bombenangriff auf die ukrainische Großstadt Saporischschja sind nach Behördenangaben mindestens ein Mensch getötet und weitere 18 verletzt worden. Unter den Verletzten seien auch zwei Minderjährige, teilte Gebietsgouverneur Iwan Fedorow auf Telegram mit. Die Zahl der Opfer könnte noch steigen, unter den Trümmern der Wohnhäuser wird nach weiteren Menschen gesucht.Nach Angaben Fedorows wurden zwölf größere Wohnblocks und weitere zwölf private Wohnhäuser getroffen. Saporischschja liegt nur einige Dutzend Kilometer von der Front entfernt. Das russische Militär setzt daher gelenkte Gleitbomben gegen die Großstadt ein. Diese können von einem Flugzeug noch weit hinter der Front abgeworfen werden und segeln dann ins Zielgebiet. Russland hat während des inzwischen vier Jahre währenden Kriegs diese Art Bomben deutlich weiterentwickelt. Sie haben nun eine größere Reichweite und Sprengkraft.