FAZ 12.08.2026
22:51 Uhr

Liveblog Sonnenfinsternis: So sah die Sonnenfinsternis aus – in 354 Tagen kommt die nächste


Millionen Menschen beobachten Spektakel in Deutschland +++ Totale Sonnenfinsternis taucht Teile Spaniens in Dunkelheit +++ Auch Perseidenschauer am Abend erwartet +++ alle Infos im Liveblog.

Liveblog Sonnenfinsternis: So sah die Sonnenfinsternis aus – in 354 Tagen kommt die nächste

Liebe Leserinnen und Leser, womöglich sind Sie noch wach und haben eine gute Aussicht auf die Perseiden, die ausgerechnet in der Nacht auf Donnerstag über Deutschland ihren Höhepunkt erreichen. Wir beenden unseren Liveblog zur Sonnenfinsternis an dieser Stelle. Eine geruhsame Nacht!

Wer sich fragt, wann es in Deutschland die nächste Chance auf das Schauspiel am Himmel gibt: In nur 354 Tagen ist es wieder so weit: Am 2. August 2027 ist in Deutschland abermals eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen – allerdings wird der Mond die Sonne hierzulande nur zu etwa 30 Prozent (in Kiel) bis 50 Prozent (in München) verdecken.In den Ländern Nordafrikas sowie in Saudi-Arabien, Ägypten und auch wieder Spanien lässt sich am 2. August eine totale Sonnenfinsternis beobachten. Hotels in der ägyptischen Stadt El Gouna nutzten heute schon die Gelegenheit, um Werbung in eigener Sache zu machen: Im nächsten August könne man dort das Himmelspektakel wunderbar erleben, teilte eine PR-Agentur mit.  Für eine totale Finsternis muss Deutschland noch ein paar Jahrzehnte warten: Erst am 3. September 2081 wird man hierzulande wieder einmal eine total verfinsterte Sonne sehen können – genauer: die helle Sonnenkorona um die pechschwarze Neumondscheibe. 

Millionen Menschen haben das seltene Himmelsschauspiel in Spanien begeistert gefeiert. Viele applaudierten und schrien, andere lachten oder sprangen vor Begeisterung in die Höhe, als der Mond bei überwiegend klarem Himmel die Sonne vollständig verdeckte, wie TV-Livebilder aus ganz Spanien zeigten. Auch der Moderator des TV-Senders RTVE war sichtlich bewegt:

Die Sonne ist weg, die Stimmung bleibt: Alex vom Kollektiv Noisy legt für die hinterbliebenen Perseiden-Beobachter House- und Technobeats auf. „Ich hab‘ schon meinen Schlafsack mitgebracht. Ich hoffe, es wird heute spät“, sagt er. Wer jetzt noch bleibt, zieht sich eine Jacke an oder wärmt sich beim Tanzen auf. Ich hingegen verabschiede mich für heute, leicht unterkühlt, vom Feldberg.

Wenn es nicht die Auflösung verrät, dann die Frisuren: Das erste Bild zeigt eine Familie im August 1999 in Kassel beim Blick in den Himmel (damals bei einer totalen Finsternis), das zweite ist heute auf dem Feldberg im Taunus entstanden.  

Auch in Wiesbaden bleiben kaum Zuschauer für die Perseiden – für die müsste man doch noch eine Weile ausharren, die meisten müssen morgen arbeiten. Ein langjähriges Mitglied der Sternwarte empfiehlt Interessierten: Lieber Richtung Taunuskamm fahren, da ist‘s schön dunkel. Für mich geht’s allerdings zurück nach Frankfurt.

Der Feldberg leert sich allmählich. Die Teleskope und Kameras werden eingepackt und einige Picknickdecken eingerollt. Viele Besucher bleiben jedoch noch, um die Perseidenschauer zu beobachten, die heute Nacht noch niedergehen sollen. Andere halten von dieser Idee wenig. „Viel zu hell hier, um Sterne zu sehen“, sagt ein Besucher mit besonders imposanter Kamera über der Schulter. „Frankfurt leuchtet zu sehr.“ Wer jedoch nur mit bloßem Auge in gemütlicher Atmosphäre ein paar Sternschnuppen erhaschen möchte, bleibt vorerst sitzen.

Die totale Sonnenfinsternis in Spanien endete am Faro de la Mola auf Formentera. Am Leuchtturm steht ein Denkmal für Jules Verne. Der Turm stammt aus dem Jahr 1861 und steht auf einer 120 Meter hohen Klippe über dem Meer. Er inspirierte den Autor Jules Verne, der selbst nie dort war, zu seinem Roman Hektor Servadacs Weltraumreise.

Applaus jetzt auch in Wiesbaden: Die Sonne ist hinter dem Berg verschwunden. Durch die Spezialbrille sieht man nur noch schwarz, das Spektakel ist vorbei. Die Laune ist gut: „Wahnsinn“, hört man immer wieder, „das war was besonderes“. Ein Mitglied der Sternwarte schwärmt auch von der Stimmung unter den unzähligen Zuschauern, mit so vielen habe er nicht gerechnet. „Wie ein Festival.“ 

Als wäre es schon Nacht: Der Himmel in La Cierva in Kastilien-La Mancha vor und während der totalen Sonnenfinsternis im Vergleich:

Zahlreiche Schaulustige haben die mit Spannung erwartete totale Sonnenfinsternis in Spanien beobachtet. Tausende Menschen sahen in der Hafenstadt A Coruña im äußersten Nordwesten des Landes zu, wie sich der Mond langsam von rechts unten vor die Sonne schob. Um 20.27 Uhr und 41 Sekunden war es dann so weit. Zum ersten Mal seit 1905 verschwand die Sonne in Spanien komplett hinter dem Mond. Für eine Minute und 18 Sekunden wurde der Tag zur Nacht.Dieses spektakuläre Himmelsereignis einer kompletten Sonnenfinsternis ist in einem knapp 300 Kilometer breiten Streifen vom Nordwesten Spaniens Richtung Südosten bis zu den Balearen mit Mallorca zu sehen. Auch einen kleinen Zipfel Portugals streift der Kernschatten des Mondes. Der allerletzte Punkt an Land in Spanien, von wo aus die komplette Verdunkelung der Sonne beobachtet werden kann, war die kleine Insel Formentera südlich von Ibiza. Dort begann sie um 20.33 Uhr und 16 Sekunden und endete 41 Sekunden später um 20.33 Uhr und 57 Sekunden.

Auf dem Tempelhofer Feld in Berlin versammelten sich tausende Menschen. Um kurz nach 20.00 Uhr begann sie immer wieder zu klatschen und zu jubeln, als von der Sonne nur noch eine schmale Sichel zu sehen war. „Das ist verrückt. Ich habe so was noch nie gesehen“, sagte ein junger amerikanischer Tourist einem AFP-Journalisten. 

„Jetzt ham wa genug“: Kaum ist das Maximum vorbei, packen die ersten ihre Sachen.

Das Maximum in Wiesbaden ist fast erreicht.