FAZ 10.03.2026
10:14 Uhr

Liveblog Irankrieg: Wadephul glaubt nicht an ein rasches Ende des Kriegs


Revolutionsgarde: Krieg wird von Iran und nicht von den USA beendet +++ UN warnen vor schweren Umweltschäden durch Angriffe auf Ölanlagen +++ Trump: Angriff auf Mädchenschule in Iran wird untersucht +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Wadephul glaubt nicht an ein rasches Ende des Kriegs

Israelischer Botschafter: Sind bei Kriegszielen im Iran dem Zeitplan voraus Israel ist bei der Erreichung seiner Kriegsziele im Iran nach Aussagen des Botschafters in Frankreich dem Zeitplan ‌voraus. Dazu gehörten unter anderem die Schwächung der Behörden, damit das iranische Volk sein Schicksal selbst in die Hand nehmen ‌kann, sagt ‌Joshua Zarka. In Libanon sei es der libanesischen Regierung noch nicht gelungen, die Hizbullah zu entwaffnen, sagt Zarka in dem Interview mit ​dem französischen Fernsehsender BFMTV. Ihm ⁠sei nicht bekannt, dass Israel die Entscheidung getroffen habe, mit dem Libanon über ​ein Ende des Krieges verhandeln zu wollen. 

Israel verlängert Ausnahmezustand bis Samstag Wegen des anhaltenden Raketenbeschusses aus dem Iran hat Israel den geltenden Ausnahmezustand über den Montagabend hinaus verlängert. Bis Samstag blieben alle Schulen geschlossen und das Versammlungsverbot für mehr als 50 Personen aufrechterhalten, teilte das Heimatfrontkommando der Armee mit.Arbeit außerhalb der eigenen Wohnung ist weiter möglich, soweit rechtzeitig eine Schutzunterkunft erreicht werden kann. Während es in Jerusalem seit mehr als 24 Stunden keinen Alarm mehr gab, mussten die Bewohner in der Region Tel Aviv sowie an der israelischen Nordgrenze zum Libanon häufiger Bunker und Schutzräume aufsuchen.Unterdessen kam es auf dem Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv am Montag zu Auseinandersetzungen, weil Passagiere zwar Abflugbenachrichtigungen erhalten hatten, aber nicht an Bord gehen durften. Die Polizei musste einschreiten, um verärgerte Menschen zu beruhigen, berichteten israelische Medien. Das Chaos war durch die Fehlinformation entstanden, einige Maschinen dürften 200 Passagiere aufnehmen. Die Zahl war vom Verkehrsministerium dann aber doch wieder auf 100 gesenkt worden.Der israelische Hauptflughafen bei Tel Aviv war am Sonntag wieder für ausgehende Flüge geöffnet worden. Unter besonderen Sicherheitsauflagen können die israelischen Airlines El Al, Arkia, Israir und Air Haifa bestimmte Strecken bedienen. Am Wochenende hatte es in Tel Aviv einen Protest gegen Israels Angriffe auf Iran gegeben, wie Christian Meier aufgeschrieben hat:

Türkei verlegt Patriot-System in Südosten des LandesEin US-Patriot-Flugabwehrsystem ist nach türkischen Angaben in der südöstlichen Provinz Malatya stationiert ‌worden. ‌Dies sei Teil der Maßnahmen der NATO zur Stärkung der Luftabwehr ​ihres Verbündeten ⁠angesichts der Raketenbedrohung durch den Irankrieg, teilte das türkische Verteidigungsministerium ​mit. Die NATO-Radarstation Kurecik, ⁠die wichtige Daten für ‌das Bündnis liefert und zur Identifizierung von zwei iranischen ⁠Raketen beigetragen hat, ⁠die in Richtung Türkei flogen, ⁠befindet sich ​in ⁠Malatya. Aus dem Ministerium hieß es, ​die Türkei werde ‌weiter mit den NATO-Verbündeten zusammenarbeiten und die ​regionalen Entwicklungen ​gemeinsam bewerten. 

US-Militär: Bislang über 5000 Ziele im Iran angegriffen Das amerikanische Militär hat nach eigenen Angaben seit Beginn seiner Angriffe am 28. Februar mehr als 5000 Ziele im Iran attackiert. Zudem seien 50 iranische Schiffe zerstört oder beschädigt worden, teilte das US-Zentralkommando für den Nahen Osten am Montagabend mit. Zudem kündigte Präsident Donald Trump an, nun gegen die Drohnenproduktion des Irans vorzugehen. Die Drohnenstarts seien um 83 Prozent zurückgegangen, sagte er vor Journalisten. 

Syrien meldet Beschuss durch HizbullahDie syrischen Streitkräfte haben einen Artillerieangriff der libanesischen Hizbullah-Miliz auf einen Militärstützpunkt nahe der Grenze gemeldet. Die Geschosse seien unweit der Ortschaft Serghaya nordwestlich der Hauptstadt Damaskus niedergegangen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana unter Berufung auf die Militärführung.Die gestürzte Regierung von Syriens Langzeitmachthaber Baschar al-Assad war ein enger Verbündeter der proiranischen Hizbullah. Die neue Führung von Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa bemüht sich seit ihrem Machtantritt, den Einfluss Irans – einem weiteren wichtigen Verbündeten Assads – im Land zu unterbinden.Der libanesische Staat steht selbst unter Druck, eine Entwaffnung der Hizbullah durchzusetzen. Derzeit beschießen sich die Hizbullah und Israel wieder gegenseitig. Besonders im Süden Libanons greift Israels Militär dabei erneut massiv an.

UNO warnt vor Umweltschäden durch Angriffe auf Ölanlagen in NahostUN-Generalsekretär António Guterres hat vor „schwerwiegenden“ Umweltschäden durch Angriffe auf Ölanlagen im Nahen Osten gewarnt. Die Vereinten Nationen seien angesichts der „Vielzahl von Berichten über kürzlich erfolgte  Angriffe auf Ölanlagen besonders besorgt“,  sagte Guterres' Sprecher Stephane Dujarric vor Journalisten. Die Angriffe könnten „schwerwiegende ökologische Folgen für die gesamte Region haben (...), mit möglichen unmittelbaren Auswirkungen auf sauberes Wasser, auf die Luft, die Menschen zum Atmen brauchen und auf Nahrungsmittel“, fügte er hinzu.Dujarric forderte die Kriegsparteien dazu auf,  \"alle möglichen Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, um Zivilisten vor den Folgen der Kämpfe zu schützen und Schäden an Gesundheitseinrichtungen, Schulen, der Wasserversorgung und weiterer essentielle Infrastruktur zu vermeiden“. Bereits jetzt seien viele Menschen in den betroffenen Ländern vertrieben worden.Im Rahmen der Kämpfe der vergangenen Tage hatte unter anderem Bahrain am Sonntag angegeben, eine Meerwasserentsalzungsanlage sei bei einem iranischen Drohnenangriff beschädigt worden. Die Anlage sei wichtig für die Trinkwasserversorgung. Israel flog zudem am Sonntag Luftangriffe auf mehrere Ölanlagen in Iran. 

Frau bei iranischem Angriff in Bahrain getötetBei einem iranischen Angriff auf das Staatsgebiet von Bahrain ist nach Angaben aus dem Golfstaat eine 29-jährige Frau ums Leben gekommen. Acht weitere Menschen seien bei der Attacke auf ein Wohnhaus in der Hauptstadt Manama verletzt worden, teilte das Innenministerium mit.Erst in der Nacht auf Montag waren bei einem iranischen Drohnenangriff auf die südlich von Manama gelegene Insel Sitra 32 Menschen verletzt worden, darunter mehrere Kinder. Zudem griff das iranische Militär eine Wasserentsalzungsanlage an.Irans Präsident Massud Peseschkian hatte zuletzt ein Ende der Luftangriffe auf die regionalen Nachbarländer in Aussicht gestellt, wenn von diesen keine Attacken auf den Iran ausgingen. Dennoch meldeten mehrere Golfstaaten weiterhin Angriffe mit Raketen und Drohnen aus Iran.

Revolutionsgarde: Krieg wird von Iran und nicht von den USA beendetDie Entscheidung über ein Ende des Krieges mit den USA und Israel liegt nach Ansicht der iranischen Revolutionsgarden ausschließlich bei Iran. „Wir werden es sein, die das Ende des Krieges bestimmen“, erklärten die Revolutionsgarden am Dienstag. „Der künftige Status der Region liegt jetzt in den Händen unserer Streitkräfte; die amerikanischen Truppen werden den Krieg nicht beenden“, hieß es weiter. Das iranische Außenministerium hat für den Fall eines Waffenstillstands mit den USA und Israel indes Sicherheitsgarantien gefordert. „Wenn ein Waffenstillstand zustande kommen oder der Krieg beendet werden soll, muss es eine Garantie geben, dass aggressive Handlungen gegen Iran nicht wiederholt werden“, zitierte die Zeitung „Sharq“ Irans Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi. Andernfalls sei ein Waffenstillstand bedeutungslos.„Die Islamische Republik Iran war nicht der Initiator des Krieges und der Aggression“, sagte Gharibabadi dem Bericht zufolge. Irans Raketenangriffe erfolgten daher gemäß Artikel 51 der Charta der Vereinten Nationen nur als „legitime Selbstverteidigung“, betonte der Minister.

Trump: Angriff auf Mädchenschule in Iran wird untersuchtDer zu Beginn des US-israelischen Krieges gegen Iran erfolgte Angriff auf eine Schule in Iran wird nach den Worten von US-Präsident Donald Trump untersucht. \"Was immer bei dem Bericht rauskommt, ich bin willens mit diesem Bericht zu leben“, sagte Trump am Montag vor Journalisten. Zuvor hatten US-Oppositionspolitiker eine unabhängige Untersuchung des Angriffs im Südiran gefordert, bei dem laut iranischen Angaben Dutzende Schülerinnen getötet worden waren.Iran hatte die USA und Israel beschuldigt, die Grundschule in Minab am ersten Kriegstag am 28. Februar mit Raketen angegriffen zu haben. Dabei seien 150 Menschen getötet worden, darunter viele Schülerinnen. Die Nachrichtenagentur AFP konnte die Angaben vor Ort nicht überprüfen. Internationale Medien, die in Iran außerhalb von Teheran berichten wollen, benötigen dafür eine Genehmigung der iranischen Behörden.Am Freitag berichtete die „New York Times“, dass wahrscheinlich die USA für den Angriff verantwortlich seien. Dies habe eine Auswertung von Satellitenbildern, Videos und Veröffentlichungen in Online-Medien ergeben. 

Trump enttäuscht über neuen Obersten Führer des IranUS-Präsident Donald Trump äußert sich enttäuscht über die Ernennung von Modschtaba Chamenei zum Nachfolger seines getöteten Vaters Ajatollah Ali Chamenei als geistliches Oberhaupt Irans. Dies werde dem Land nur weiter die bisherigen Probleme bereiten, sagt Trump in Florida. Vor der Ernennung Modschtabas hatte Trump gefordert, die USA müssten in der Sache mitreden. Iran hatte das aber zurückgewiesen.

Peseschkian telefoniert nach weiterem Abschuss von Rakete über der Türkei mit ErdoganIrans Präsident Massud Peseschkian hat iranischen Medien zufolge mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan telefoniert, nachdem zum zweiten Mal seit Beginn des Iran-Kriegs eine Rakete aus Iran im türkischen Luftraum abgefangen worden ist. Peseschkian habe seinem türkischen Amtskollegen die Einrichtung eines „gemeinsamen Teams“ vorgeschlagen, um die „angeblichen iranischen Raketenangriffe“ auf die Türkei zu untersuchen, meldeten mehrere iranische Medien am Montag. Sein Land sei „bereit, ein gemeinsames Team einzusetzen, um die Behauptungen der Iran feindlich gesinnten Länder und Regime zu untersuchen, um das Missverständnis bezüglich der angeblichen Raketenangriffe auszuräumen“, sagte Peseschkian demnach. Er warf den USA und Israel zudem vor, „Zwietracht säen“ zu wollen zwischen Iran und seinen Nachbarländern. Das türkische Verteidigungsministerium hatte am Vormittag den Abschuss einer iranischen Rakete im türkischen Luftraum gemeldet. 

Britische Kampfflugzeuge unterstützen Emirate bei Drohnenabwehr Die britische Luftwaffe hat nach Angaben des Verteidigungsministers in London damit begonnen, die Vereinigten Arabischen Emirate mit Kampfflugzeugen bei der Drohnenabwehr zu unterstützen. \"Großbritannien fliegt derzeit Verteidigungsflüge\" zur Unterstützung der Emirate, erklärte Verteidigungsminister John Healey am Montag vor Parlamentsabgeordneten in London. Typhoon-Kampfflugzeuge hätten bereits \"erfolgreich zwei Drohnen abgeschossen\", die infolge des Iran-Krieges über Jordanien und auf dem Weg nach Bahrain gesichtet worden waren. 

Der Irankrieg wird„bald beendet sein“, sagt Trump US-Präsident Donald Trump sieht die USA im Konflikt mit Iran auf dem richtigen Weg. Die USA hätten Irans Drohungen „zum richtigen Zeitpunkt“ gestoppt, sagte Trump bei einer Pressekonferenz in Florida. Er fügte hinzu: „Wir sind sehr stolz darauf, daran beteiligt zu sein, und es wird bald beendet sein.“ Auf Nachfrage sagte Trump, der Krieg werde nicht in dieser Woche enden. Dies werde jedoch „sehr bald“ der Fall sein, sagt er. Ein konkretes Datum nennt er nicht. Die große Gefahr in dem Krieg sei seit drei Tagen vorüber, sagt Trump weiter, ohne dies weiter auszuführen.