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13.03.2026
10:55 Uhr
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Zustand von zwei weiteren Besatzungsmitgliedern noch unklar +++ Bundeskanzler Merz kritisiert von USA erlaubten Kauf russischen Öls +++ Trump bezeichnet Irans Regime als „gestörte Drecksäcke“ +++ alle Entwicklungen im Liveblog

NATO fängt dritte Rakete abDie NATO-Luftabwehr hat nach Angaben der Türkei eine dritte iranische Rakete abgefangen. Das Geschoss sei vom Iran in Richtung Türkei abgeschossen worden, teilt das türkische Verteidigungsministerium mit. Die Türkei habe Iran um eine Stellungnahme ersucht.
Europäer kritisieren Lockerung von US-SanktionenBundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Lockerung von Sanktionen gegen Russland deutlich kritisiert. „Jetzt Sanktionen zu lockern, aus welchen Gründen auch immer, das halten wir für falsch“, sagte Merz am Freitag bei einem Besuch im norwegischen Andöya. Die USA hatten zuvor bekannt gegeben, dass sie wegen der steigenden Ölpreise infolge des Irankrieges vorübergehend bis zum 11. April den Verkauf russischen Erdöls wieder erlauben. „Russland zeigt leider weiter keine Verhandlungsbereitschaft. Wir werden deshalb und müssen den Druck auf Moskau weiter erhöhen“, führte Merz aus. Die Unterstützung für die Ukraine werde fortgesetzt. „Wir werden uns davon nicht durch den Iran-Krieg abbringen oder ablenken lassen.“ Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat sich zurückhaltend zu den von den USA gelockerten Russland-Sanktionen geäußert. Die Lockerungen seien „auf wenige Mengen beschränkt und auch zeitlich beschränkt“, sagte Reiche am Freitag in Berlin. Dennoch mache sie sich Sorgen, „dass wir Putins Kriegskassen nicht noch weiter füllen“. „Jeder Schritt, der Russland in die Lage versetzen würde, seine Einnahmen und Ölverkäufe zu steigern, wäre angesichts der größeren Ziele, die wir verfolgen, problematisch\", sagte auch ein EU-Diplomat zu der amerikanischen Ausnahmeregelung am Freitag der F.A.Z. in Brüssel.
Zahlreiche Tote nach israelischen Angriffen in LibanonBei israelischen Angriffen auf Ziele im Libanon hat es libanesischen Angaben zufolge in der Nacht auf Freitag mehr als 20 Tote gegeben. Allein in der Gegend der Küstenstadt Sidon seien neun Menschen ums Leben gekommen, darunter fünf Kinder, teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit. Bei weiteren Bombardements im Süden und Osten des Landes wurden demnach weitere 14 Menschen getötet. In Beirut sei eine Person bei einem Angriff auf ein Auto ums Leben gekommen.Die israelische Armee äußerte sich auf Anfrage nicht konkret zu den tödlichen Angriffen und verwies auf eine offizielle Mitteilung zu ihrem jüngsten Vorgehen gegen die Hizbullah in Libanon. Darin hieß es, das Militär habe „Dutzende Angriffswellen“ in der Hauptstadt Beirut, der Bekaa-Ebene im Osten des Landes sowie im Südlibanon ausgeführt. Ins Visier seien Waffenlager und bedeutende Vermögenswerte der Hizbullah genommen worden, um die Miliz weiter zu schwächen. Zu möglichen Opfern machte Israels Armee zunächst keine Angaben.
Tote durch herabstürzende Drohne in OmanIn Oman sind einem Bericht zufolge zwei Menschen durch eine herabstürzende Drohne ums Leben gekommen, mehrere weitere wurden demnach verletzt. Eine zweite Drohne sei in offenes Gelände gestürzt, meldete die staatliche omanische Nachrichtenagentur unter Berufung auf Sicherheitskreise. Die Vorfälle ereigneten sich demnach in der Region Sohar im Norden des Landes. Bei den Toten, die sich bei dem Einschlag in einem Industriegebiet aufhielten, soll es sich um ausländische Staatsbürger handeln, hieß es weiter.Zur Herkunft der Drohnen war zunächst nichts bekannt. Die zuständigen Behörden ermittelten, so die Meldung. Der Oman wurde trotz seiner Vermittlungsbemühungen seit Beginn des Irankriegs mehrfach zum Ziel iranischer Angriffe.
Israelfeindliche Demonstration in TeheranTrotz anhaltender Luftangriffe sind in Teheran Tausende Regierungsanhänger zu israelfeindlichen Demonstrationen auf die Straßen gegangen. Die Kundgebungen finden anlässlich des sogenannten Al-Kuds-Tages statt, den der frühere Revolutionsführer Ajatollah Ruhollah Khomeini 1979 eingeführt hat. Die staatlich organisierten Proteste richten sich gegen Israel und fordern die „Befreiung Jerusalems“. Al-Kuds ist der arabische Name für Jerusalem. Hintergrund ist die Besetzung Ost-Jerusalems durch Israel während des Sechstagekrieges 1967. Irans Präsident Massud Peseschkian rief die Bevölkerung trotz des Krieges zur Teilnahme auf. Auf X schrieb er am Donnerstag, das iranische Volk solle „die Feinde des Irans enttäuschen, indem es in größerer Zahl als je zuvor auf die Straße geht“.
Israel startet weitere AngriffswelleIsrael weitet seine Angriffe auf die libanesische Hauptstadt aus. Eine Drohne habe ein Wohnhaus im Beiruter Stadtteil Burdsch Hammud getroffen, melden libanesische Medien. Es ist der erste Angriff auf den Bezirk am nördlichen Stadtrand der Hauptstadt. Bislang konzentrierten sich die Angriffe auf die Hochburg der Hisbollah-Miliz im Süden der Hauptstadt. Außerdem hat das israelische Militär am Freitag den Beginn einer großangelegten Angriffswelle auf Teheran bekanntgegeben. Iranische Staatsmedien berichteten von mehreren Explosionen und Kampfflugzeugen über der Stadt Karadsch westlich der Hauptstadt. Bei neuen Raketensalven auf Israel aus Iran wurden in der Nacht hingegen 58 Menschen im Ort Sarsir laut Israels Rettungsdienst Magen David Adom überwiegend leicht verletzt.
Russland hält weitere Lockerungen der Öl-Sanktionen für unvermeidlichDie Ausnahmegenehmigung der USA für den Kauf von sanktioniertem russischen Öl betrifft nach Angaben aus Moskau 100 Millionen Barrel. Angesichts der wachsenden Energiekrise scheine eine weitere Lockerung der Restriktionen unvermeidlich, schreibt der russische Gesandte Kirill Dmitrijew auf dem Kurznachrichtendienst Telegram. Dies gelte trotz des Widerstands einiger „Brüsseler Bürokraten“. Die USA haben eine 30-tägige Ausnahmeregelung erlassen, nach der Öl in Tankern auf See verkauft werden darf. US-Finanzminister Scott Bessent hat dies mit der Stabilisierung der Energiemärkte begründet.
Trump: „Wir zerstören das terroristische Regime des Irans vollständig“US-Präsident Donald Trump hat seine Drohungen gegen den Iran wiederholt. „Wir zerstören das terroristische Regime des Irans vollständig – militärisch, wirtschaftlich und auf andere Weise“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Die iranische Marine sei verschwunden, ihre Luftwaffe existiere nicht mehr, Raketen, Drohnen und alles andere werde vernichtet, und ihre Anführer seien von der Erde getilgt worden, schrieb Trump. Der Republikaner argumentierte weiter, die USA verfügten über beispiellose Feuerkraft, unbegrenzte Munition und viel Zeit. „Schaut, was heute mit diesen gestörten Drecksäcken passiert“, schrieb er – ohne seine Drohung näher zu erläutern.
Studie zu Migrationsmustern: Deutschland wäre wohl Hauptziel von Iran-FlüchtlingenSollte es im Zuge des Kriegs im Nahen Osten zu Fluchtbewegungen kommen, dürfte Deutschland das Hauptzielland für Menschen aus Iran sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Forschungsinstituts Rockwool Foundation (RF) Berlin. Migrationsmuster bauten in der Regel auf bestehenden Verbindungen zwischen Herkunfts- und Zielländern auf, sagte RF-Berlin-Direktor Christian Dustmann. „Dies unterstreicht die Bedeutung von Diaspora-Netzwerken, die die Kosten und Risiken von Migration verringern“, sagte der Professor für Wirtschaftswissenschaften am University College London und Mitautor der Studie.Laut einer repräsentativen Umfrage vom Meinungsfoschungsinstitut Gallup von 2024 gaben 28 Prozent der damals befragten Iranerinnen und Iraner Deutschland als wahrscheinlichstes Zielland an, gefolgt von Kanada mit 13 Prozent, der Türkei mit zehn Prozent, dem Vereinigten Königreich mit sechs Prozent und Frankreich mit sechs Prozent. Von 1007 befragten Iranerinnen und Iraner gaben 252 seinerzeit an, auswandern zu wollen. Die Migrationsabsichten stimmen weitgehend mit den tatsächlichen Ansiedlungsmustern jüngerer Flüchtlinge aus beiden Ländern überein, heißt es in der Studie der Rockwool Foundation. Demnach lebten bis Ende 2025 29 Prozent der iranischen Geflüchteten in Deutschland.
Australien gibt erstmals seit 2022 Benzin aus Notreserven freiAustralien greift erstmals seit dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 auf Teile seiner strategischen Treibstoffreserven zurück. Die Regierung stelle rund sechs Tage Benzin und etwa fünf Tage Diesel aus dem Notvorrat zur Verfügung, teilte Energieminister Chris Bowen mit.Der Schritt soll Händlern mehr Spielraum bei der Versorgung geben. Wegen der komplexen Lieferketten werde der Treibstoff jedoch nicht sofort auf den Markt kommen, sagte Bowen. Die Pflichtlagerhaltung, die genau für diesen Zweck eingeführt worden sei, sei jetzt notwendig, betonte Bowen. „Es gibt einen Krieg. Ich denke, Krieg erfüllt die Kriterien einer Krise.“
Iran-Krieg: USA erlauben zeitweise Kauf von russischem ÖlDie US-Regierung will dem aufgrund des Iran-Kriegs stark gestiegenen Ölpreis entgegenwirken: Um das Angebot auf dem Weltmarkt zu verbessern, dürfen Länder zeitweise russisches Öl kaufen, das sich bereits auf Schiffen befindet. Das erklärte Finanzminister Scott Bessent auf der Plattform X. Die befristete Ausnahme von US-Sanktionen soll bis 11. April gelten. Russland, das seit mehr als vier Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt, dürfte damit zumindest kurzfristig seine Einnahmen aus dem Rohöl-Verkauf steigern können. Bessent argumentierte jedoch, Russland werde von dieser „eng gefassten“ Ausnahme nicht in bedeutender Weise finanziell profitieren.
Konjunkturforscher: Inflation könnte auf sechs Prozent steigenDer Konjunktur-Chef des RWI-Leibniz-Institutes, Torsten Schmidt, warnt vor hoher Inflation, sollte der Irankrieg länger als vier Wochen dauern. „Hohe Ölpreise treiben die Verbraucherpreise. Bei einem längeren Krieg könnte die Inflation in diesem Jahr vorübergehend auf sechs Prozent steigen“, sagte Schmidt der „Rheinischen Post“. „Dann ist das Wirtschaftswachstum weg, Deutschland würde in das vierte Jahr der Rezession rutschen.“Sollte der Krieg mehr als vier Wochen dauern und Iran weiter Öl- und Gas-Anlagen in den Golf-Staaten zerstören, komme es zu echten Engpässen auf dem Weltmarkt. „Dann halte ich auch einen Ölpreis von 150 Dollar pro Barrel für möglich“, sagte Schmidt.
Iranische Staatsmedien: Mehrere Explosionen in TeheranIn Irans Hauptstadt Teheran haben sich iranischen Staatsmedien zufolge mehrere Explosionen ereignet. Bewohner der betroffenen Teile von Teheran hätten berichtet, dass ihre Häuser gebebt hätten, berichtete die iranische staatliche Nachrichtenagentur Fars. Bislang gebe es keine Berichte über Verletzte. Die stärksten Explosionen seien im Süden der iranischen Hauptstadt zu hören gewesen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Tasnim.