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20.03.2026
18:44 Uhr
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Dazu wohl drei zusätzliche US-Kriegsschiffe +++ Trump beschimpft NATO-Partner wegen mangelnder Unterstützung bei Sicherung der Straße von Hormus +++ Bericht: USA intensivieren Kampf um Straße von Hormus +++ alle Entwicklungen im Liveblog

USA dürfen britische Stützpunkte zur Abwehr von Angriffen auf Straße von Hormus nutzenGroßbritannien hat den USA die Nutzung von Militärstützpunkten für Angriffe auf iranische Anlagen erlaubt, die Teheran für Attacken auf Schiffe in der Straße von Hormus nutzt. Mehrere Minister hätten sich auf den Schritt geeinigt, erklärte ein Sprecher der britischen Regierung am Freitag. Es gehe darum, „die Raketenstellungen und die Fähigkeiten zu schwächen“, die von iranischer Seite für Angriffe auf Schiffe in der Meerenge genutzt würden.
Trump lehnt Feuerpause ab – Dialog aber möglichUS-Präsident Donald Trump lehnt eine Feuerpause im Irankrieg ab. „Wir können einen Dialog führen, aber ich will keine Waffenruhe“, sagt Trump vor Journalisten. „Wissen Sie, man vereinbart keine Waffenruhe, wenn man die andere Seite gerade vernichtet.“ Eine iranische Stellungnahme liegt zunächst nicht vor.
Khamenei zeigt sich in schriftlicher Botschaft siegesgewissNach drei Wochen Irankrieg hat sich der neue oberste Führer der Islamischen Republik siegesgewiss gezeigt. Die Feinde Irans würden „besiegt“, erklärte Modschtaba Khamenei am Freitag in einer schriftlichen Botschaft – er trat abermals nicht persönlich auf.In einer Botschaft Khameneis zum persischen Neujahrsfest Nowruz am Freitag hieß es, „der Feind“ sei „besiegt worden“. Die Iraner hätten den USA und Israel mit Einheit und Entschlossenheit einen „atemberaubenden Schlag“ versetzt. Modschtaba Khamenei ist noch nicht öffentlich aufgetreten, seit er am 8. März als Nachfolger seines getöteten Vaters Ayatollah Ali Khamenei zum politischen und geistlichen Oberhaupt Irans ernannt worden war. Medienberichten zufolge wurde Modschtaba Khamenei am ersten Tag Krieges am 28. Februar bei einem Luftangriff auf Teheran verletzt, sein Vater wurde bei demselben Angriff getötet. Iran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Region.
Bundeswehrsoldaten kehren aus dem Irak nach Deutschland zurückDie NATO verlegt das gesamte Personal ihrer Irak-Mission „NATO Mission Iraq“ (NMI) aus dem Nahen Osten nach Europa. Der NATO-Oberbefehlshaber für Europa, US-General Alexus Grynkewich, dankt dem Irak und den Verbündeten für die Unterstützung bei dem sicheren Abzug. Der Einsatz werde vom Hauptquartier im italienischen Neapel aus fortgesetzt, teilt das Militärbündnis weiter mit. Die Mission berät die irakischen Sicherheitskräfte und ist nach NATO-Angaben nicht an Kampfeinsätzen beteiligt.Im Zuge des NATO-Abzugs sind auch die Bundeswehrsoldaten der Irak-Mission von Bagdad nach Hause geholt worden. Sie seien gestern wohlbehalten nach Deutschland zurückgekehrt, gibt das Verteidigungsministerium bekannt. Verteidigungsminister Boris Pistorius zeigt sich erleichtert. „Wir haben mit mehreren A400M Personal und Material unter sehr riskanten Bedingungen aus Bagdad ausgeflogen“, erklärt er unter Verweis auf Transportflugzeuge des Typs. „Darunter selbstverständlich auch das anderer Partnernationen.“ Im Nordirak und in Jordanien nehmen knapp 200 deutsche Soldaten weiter an den Einsätzen „Counter Daesh“ und „Capacity Building Iraq“ teil.
Berichte: USA schicken Tausende Soldaten und drei Kriegsschiffe in den Nahen OstenDie USA verlegen Tausende von Soldaten und drei zusätzliche Kriegsschiffe in den Nahen Osten. Das berichten die Nachrichtenagenturen AP und Reuters übereinstimmend. Laut AP habe ein amerikanischer Beamter bestätigt, dass rund 2500 Soldaten in die Region verlegt werden sollen. Das Pentagon habe weitere 200 Milliarden US-Dollar für den Irankrieg angefragt. Das Weiße Haus und das Pentagon haben bislang nicht auf die Berichte reagiert.Die geplante Verlegung umfasst das amphibische Angriffsschiff USS Boxer, die dazugehörige Marine-Expeditionseinheit (MEU) sowie ein begleitendes Kriegsschiff, wie Reuters unter Berufung auf drei IS-Insider berichtet. Einem der Insider zufolge verlassen die Truppen die Westküste der USA etwa drei Wochen früher als geplant. Im Nahen Osten sollen sich laut US-Militär derzeit rund 50.000 Soldaten befinden.
Israel: Geheimdienstchef der Basidsch-Miliz getötetDie israelische Armee hat die Tötung eines weiteren ranghohen Mitglieds der iranischen Basidsch-Miliz bekanntgegeben: Der Geheimdienstchef der paramilitärischen Einheit, Esmail Ahmadi, sei bei einem Angriff im der Nacht zum vergangenen Dienstag „ausgeschaltet“ worden, erklärte die Armee am Freitag. Ahmadi habe unter anderem eine „zentrale Rolle“ bei der „Umsetzung terroristischer Aktivitäten“ der Basidsch-Miliz und bei der Niederschlagung der landesweiten Proteste zu Jahresbeginn gespielt. Bei dem Angriff auf Ahmadi handelte es sich den Angaben zufolge um denselben, bei dem auch der Chef der Basidsch-Miliz, Gholamresa Soleimani, getötet wurde. Dessen Tod hat Iran bereits bestätigt.
Einschlag in der Nähe der Altstadt von JerusalemIn unmittelbarer Nähe der Altstadt von Jerusalem ist am Freitag ein Geschoss eingeschlagen. Rauch stieg in der Nähe der Stadtmauern auf, wie das israelische Fernsehen zeigte. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP hatten zuvor laute Explosionen über Jerusalem gehört, Israel hatte vor iranischen Raketen gewarnt. Nach Polizeiangaben wurde eine Person leicht verletzt.Auf Bildern israelischer Medien war ein Krater in einer Straße zu sehen, die anscheinend in der Nähe des jüdischen und armenischen Viertels der Altstadt liegt. Die israelische Polizei teilte mit, sie nehme Suchaktionen vor, um die Einschlagsorte von Munition oder abgefangenen Geschossteilen im Bereich Jerusalem ausfindig zu machen.
Trump nennt NATO-Partner „Feiglinge“ Der amerikanische Präsident Donald Trump hat abermals gegen seine NATO-Partner ausgeholt und diese als „Feiglinge“ bezeichnet. In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social warf Trump den Verbündeten am Freitag wieder vor, sich nicht am Kampf gegen Iran beteiligt zu haben. Nun sei „dieser Kampf militärisch gewonnen“. Doch den Verbündeten falle nichts anderes ein, als sich über die hohen Ölpreise zu beschweren, statt bei der Sicherung der Straße von Hormus zu helfen, beklagte Trump. Dabei „wäre das so einfach für sie und mit so geringem Risiko verbunden.“ Sie seien „Feiglinge“, und man werde sich daran erinnern, schrieb Trump. „Ohne die USA ist die NATO ein Papiertiger!“
Abu Dhabi: Festnahmen wegen Verbreitung von FehlinformationenIn den Vereinigten Arabischen Emiraten sind nach Polizeiangaben mehr als 100 Menschen wegen Vorwürfen der Verbreitung von Falschinformationen festgenommen worden. Die Polizei in der Hauptstadt Abu Dhabi teilte auf X mit, 109 Menschen seien festgenommen worden, weil sie während „der laufenden Ereignisse Orte und Vorfälle“ gefilmt sowie falsche Informationen über soziale Medien verbreitet hätten. Die Polizei erklärte, solche Aktionen könnten die „öffentliche Meinung aufhetzen“ und Gerüchte in der Gesellschaft verbreiten. Es handle sich um Menschen unterschiedlicher Nationalitäten. Weitere Details wurden nicht genannt. Kritik an der Regierung, den Behörden und ihrer Arbeit stehen in den Emiraten unter Strafe. Es drohen Geldstrafen in Höhe von mehreren Zehntausend Euro und auch mehrere Jahre Haft.
Energieagentur-Chef: Öl- und Gaskrise kann bis zu sechs Monate dauernDer Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, hat vor der möglicherweise schwersten Energiekrise der Geschichte gewarnt. Es könne bis zu sechs Monate dauern, die Öl- und Gasflüsse aus der Golfregion wiederherzustellen. „Es wird für einige Anlagen sechs Monate dauern, bis sie wieder betriebsbereit sind, für andere noch viel länger“, sagte Birol der „Financial Times“. Politiker und Märkte unterschätzten das Ausmaß der Störung. Rund ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gasversorgung sei in der Golfregion blockiert.
Hilfsorganisation: Humanitäre Notlage in Iran verschärft sichDer Leiter des Norwegischen Flüchtlingsrats (NRC), Jan Egeland, hat vor einer dramatischen Verschlechterung der humanitären Lage in Iran gewarnt. Schätzungen zufolge seien mehr als drei Millionen Menschen im Land auf der Flucht, sagte Egeland dem arabischen Fernsehsender Al Jazeera.Iran sei riesig und der Bedarf wachse rasant, so der NRC-Generalsekretär. Seine Hilfsorganisation sei „überlastet, überfordert und unterfinanziert“. Schiffs- und Flugverkehr seien unterbrochen, sodass lokale und internationale Gruppen Schwierigkeiten hätten, dringend benötigte Hilfsgüter ins Land zu bringen.„Die Menschen fliehen mit ihren eigenen Autos aus den Großstädten, vor allem aus Teheran, in der Hoffnung, dass kleinere Städte sicher sind, doch viele dieser Orte werden ebenfalls bombardiert“, so Egeland. Je länger der Konflikt andauere, desto stärker würden alle Lebensbereiche beeinträchtigt: öffentliche Dienste brächen zusammen, Versorgungswege würden unterbrochen, Geschäfte schließen oder würden zerstört, und die Hilfsarbeit werde immer schwieriger.
Schweiz genehmigt keine Waffenexporte mehr in USADie Schweiz genehmigt unter Berufung auf ihre Neutralität wegen der Angriffe auf Iran bis auf Weiteres keine Waffenexporte mehr in die Vereinigten Staaten. „Die Ausfuhr von Kriegsmaterial in Länder, die in den internationalen bewaffneten Konflikt mit dem Iran verwickelt sind, kann für die Dauer des Konflikts nicht genehmigt werden“, teilte am Freitag die Regierung in Bern mit. „Ausfuhren von Kriegsmaterial in die USA können derzeit nicht genehmigt werden.“
„Auf gar keinen Fall“: Schröder begrüßt Linie von Merz zum IrankriegAltkanzler Gerhard Schröder (SPD) begrüßt die Haltung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), den USA eine militärische Unterstützung im Irankrieg zu verweigern. „Das kann man nicht machen, auf gar keinen Fall“, sagte Schröder der „Süddeutschen Zeitung“ zu der Frage, ob sich Deutschland an einer militärischen Intervention beteiligen solle, um wieder einen Öltransport durch die von Iran blockierte Straße von Hormus zu ermöglichen.„Was die Amerikaner und die Israelis da tun, das finde ich zum Verzweifeln. Das ist im Grunde ein Krieg, der auch aus ideologischen Gründen geführt wird, den man nicht wirklich gewinnen kann, und der mich sehr an den Vietnamkrieg erinnert“, sagte Schröder. Die Festigkeit des Machtapparats im Iran sei unterschätzt worden.Schröder hatte 2003 als sozialdemokratischer Kanzler Nein zu einer deutschen Beteiligung an der US-Invasion im Irak gesagt. Die Amerikaner hatten damals eine „Koalition der Willigen“ gebildet, der sich auch einige europäische Bündnispartner anschlossen, darunter Großbritannien und Spanien. Deutschland und Frankreich lehnten die Militärmission ab.