FAZ 13.03.2026
07:20 Uhr

Liveblog Irankrieg: USA erlauben zeitweise Kauf von russischem Öl


US-Finanzminister verkündet Ausnahme von Sanktionen +++ US-Armee: Betankungsflugzeug über dem Westen des Irak abgestürzt +++ Trump bezeichnet Irans Regime als „gestörte Drecksäcke“ +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: USA erlauben zeitweise Kauf von russischem Öl

Tote durch herabstürzende Drohne in OmanIn Oman sind einem Bericht zufolge zwei Menschen durch eine herabstürzende Drohne ums Leben gekommen, mehrere weitere wurden demnach verletzt. Eine zweite Drohne sei in offenes Gelände gestürzt, meldete die staatliche omanische Nachrichtenagentur unter Berufung auf Sicherheitskreise. Die Vorfälle ereigneten sich demnach in der Region Sohar im Norden des Landes. Bei den Toten, die sich bei dem Einschlag in einem Industriegebiet aufhielten, soll es sich um ausländische Staatsbürger handeln, hieß es weiter.Zur Herkunft der Drohnen war zunächst nichts bekannt. Die zuständigen Behörden ermittelten, so die Meldung. Der Oman wurde trotz seiner Vermittlungsbemühungen seit Beginn des Irankriegs mehrfach zum Ziel iranischer Angriffe. 

Israelfeindliche Demonstration in TeheranTrotz anhaltender Luftangriffe sind in Teheran Tausende Regierungsanhänger zu israelfeindlichen Demonstrationen auf die Straßen gegangen. Die Kundgebungen finden anlässlich des sogenannten Al-Kuds-Tages statt, den der frühere Revolutionsführer Ajatollah Ruhollah Khomeini 1979 eingeführt hat. Die staatlich organisierten Proteste richten sich gegen Israel und fordern die „Befreiung Jerusalems“. Al-Kuds ist der arabische Name für Jerusalem. Hintergrund ist die Besetzung Ost-Jerusalems durch Israel während des Sechstagekrieges 1967. Irans Präsident Massud Peseschkian rief die Bevölkerung trotz des Krieges zur Teilnahme auf. Auf X schrieb er am Donnerstag, das iranische Volk solle „die Feinde des Irans enttäuschen, indem es in größerer Zahl als je zuvor auf die Straße geht“. 

Israel startet weitere AngriffswelleIsrael weitet seine ⁠Angriffe auf die libanesische Hauptstadt aus. Eine Drohne habe ein Wohnhaus im Beiruter Stadtteil Burdsch Hammud getroffen, melden libanesische Medien. Es ist der erste Angriff auf den ‌Bezirk am nördlichen Stadtrand der Hauptstadt. Bislang konzentrierten sich die Angriffe auf die Hochburg der Hisbollah-Miliz im Süden der Hauptstadt. Außerdem hat das israelische Militär am Freitag den Beginn einer großangelegten Angriffswelle auf Teheran bekanntgegeben. Iranische ⁠Staatsmedien berichteten von mehreren Explosionen und Kampfflugzeugen über der Stadt Karadsch westlich der Hauptstadt. Bei neuen Raketensalven auf Israel aus Iran wurden in der Nacht hingegen 58 Menschen im Ort Sarsir laut Israels Rettungsdienst Magen David Adom überwiegend leicht verletzt. 

Russland hält weitere Lockerungen der Öl-Sanktionen für unvermeidlichDie Ausnahmegenehmigung der USA für den Kauf von sanktioniertem russischen Öl betrifft nach Angaben aus Moskau 100 Millionen Barrel. Angesichts ‌der wachsenden Energiekrise scheine eine weitere Lockerung der Restriktionen unvermeidlich, schreibt der russische Gesandte Kirill Dmitrijew auf dem Kurznachrichtendienst Telegram. Dies gelte ‌trotz des Widerstands einiger „Brüsseler ‌Bürokraten“. Die USA haben eine 30-tägige Ausnahmeregelung erlassen, nach der Öl in Tankern auf See verkauft werden darf. US-Finanzminister Scott Bessent hat dies mit ​der Stabilisierung der Energiemärkte begründet. 

Trump: „Wir zerstören das terroristische Regime des Irans vollständig“US-Präsident Donald Trump hat seine Drohungen gegen den Iran wiederholt. „Wir zerstören das terroristische Regime des Irans vollständig – militärisch, wirtschaftlich und auf andere Weise“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Die iranische Marine sei verschwunden, ihre Luftwaffe existiere nicht mehr, Raketen, Drohnen und alles andere werde vernichtet, und ihre Anführer seien von der Erde getilgt worden, schrieb Trump. Der Republikaner argumentierte weiter, die USA verfügten über beispiellose Feuerkraft, unbegrenzte Munition und viel Zeit. „Schaut, was heute mit diesen gestörten Drecksäcken passiert“, schrieb er – ohne seine Drohung näher zu erläutern. 

Studie zu Migrationsmustern:  Deutschland wäre wohl Hauptziel von Iran-FlüchtlingenSollte es im Zuge des Kriegs im Nahen Osten zu Fluchtbewegungen kommen, dürfte Deutschland das Hauptzielland für Menschen aus Iran sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Forschungsinstituts Rockwool Foundation (RF) Berlin. Migrationsmuster bauten in der Regel auf bestehenden Verbindungen zwischen Herkunfts- und Zielländern auf, sagte RF-Berlin-Direktor Christian Dustmann. „Dies unterstreicht die Bedeutung von Diaspora-Netzwerken, die die Kosten und Risiken von Migration verringern“, sagte der Professor für Wirtschaftswissenschaften am University College London und Mitautor der Studie.Laut einer repräsentativen Umfrage vom Meinungsfoschungsinstitut Gallup von 2024 gaben 28 Prozent der damals befragten Iranerinnen und Iraner Deutschland als wahrscheinlichstes Zielland an, gefolgt von Kanada mit 13 Prozent, der Türkei mit zehn Prozent, dem Vereinigten Königreich mit sechs Prozent und Frankreich mit sechs Prozent. Von 1007 befragten Iranerinnen und Iraner gaben 252 seinerzeit an, auswandern zu wollen. Die Migrationsabsichten stimmen weitgehend mit den tatsächlichen Ansiedlungsmustern jüngerer Flüchtlinge aus beiden Ländern überein, heißt es in der Studie der Rockwool Foundation. Demnach lebten bis Ende 2025 29 Prozent der iranischen Geflüchteten in Deutschland. 

Australien gibt erstmals seit 2022 Benzin aus Notreserven freiAustralien greift erstmals seit dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 auf Teile seiner strategischen Treibstoffreserven zurück. Die Regierung stelle rund sechs Tage Benzin und etwa fünf Tage Diesel aus dem Notvorrat zur Verfügung, teilte Energieminister Chris Bowen mit.Der Schritt soll Händlern mehr Spielraum bei der Versorgung geben. Wegen der komplexen Lieferketten werde der Treibstoff jedoch nicht sofort auf den Markt kommen, sagte Bowen. Die Pflichtlagerhaltung, die genau für diesen Zweck eingeführt worden sei, sei jetzt notwendig, betonte Bowen. „Es gibt einen Krieg. Ich denke, Krieg erfüllt die Kriterien einer Krise.“ 

Iran-Krieg: USA erlauben zeitweise Kauf von russischem ÖlDie US-Regierung will dem aufgrund des Iran-Kriegs stark gestiegenen Ölpreis entgegenwirken: Um das Angebot auf dem Weltmarkt zu verbessern, dürfen Länder zeitweise russisches Öl kaufen, das sich bereits auf Schiffen befindet. Das erklärte Finanzminister Scott Bessent auf der Plattform X. Die befristete Ausnahme von US-Sanktionen soll bis 11. April gelten. Russland, das seit mehr als vier Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt, dürfte damit zumindest kurzfristig seine Einnahmen aus dem Rohöl-Verkauf steigern können. Bessent argumentierte jedoch, Russland werde von dieser „eng gefassten“ Ausnahme nicht in bedeutender Weise finanziell profitieren. 

Konjunkturforscher: Inflation könnte auf sechs Prozent steigenDer Konjunktur-Chef des RWI-Leibniz-Institutes, Torsten Schmidt, warnt vor hoher Inflation, sollte der Irankrieg länger als vier Wochen dauern. „Hohe Ölpreise treiben die Verbraucherpreise. Bei einem längeren Krieg könnte die Inflation in diesem Jahr vorübergehend auf sechs Prozent steigen“, sagte Schmidt der „Rheinischen Post“. „Dann ist das Wirtschaftswachstum weg, Deutschland würde in das vierte Jahr der Rezession rutschen.“Sollte der Krieg mehr als vier Wochen dauern und Iran weiter Öl- und Gas-Anlagen in den Golf-Staaten zerstören, komme es zu echten Engpässen auf dem Weltmarkt. „Dann halte ich auch einen Ölpreis von 150 Dollar pro Barrel für möglich“, sagte Schmidt. 

Iranische Staatsmedien: Mehrere Explosionen in TeheranIn Irans Hauptstadt Teheran haben sich iranischen Staatsmedien zufolge mehrere Explosionen ereignet. Bewohner der betroffenen Teile von Teheran hätten berichtet, dass ihre Häuser gebebt hätten, berichtete die iranische staatliche Nachrichtenagentur Fars. Bislang gebe es keine Berichte über Verletzte. Die stärksten Explosionen seien im Süden der iranischen Hauptstadt zu hören gewesen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Tasnim.

Trump empfiehlt iranischem Team Verzicht auf Fußball-WM-TeilnahmeUS-Präsident Donald Trump hat der iranischen Fußball-Nationalmannschaft den Verzicht auf die Teilnahme an der anstehenden Weltmeisterschaft in Nordamerika nahegelegt. Er begründete dies am Donnerstag auf seiner Online-Plattform Truth Social mit einer Sorge um „Leben und Sicherheit“ der Spieler. Noch vor wenigen Tagen hatte Trump laut Fifa-Präsident Gianni Infantino erklärt, dass die Fußballer trotz des Iran-Kriegs in den USA „natürlich willkommen“ seien.„Die iranische Nationalmannschaft ist bei der Weltmeisterschaft willkommen“, wiederholte Trump am Donnerstag. „Aber ich glaube wirklich nicht, dass es angemessen ist - wegen ihres eigenen Lebens und ihrer Sicherheit“, schrieb der US-Präsident. Er gilt als „Freund“ von Fifa-Boss Infantino. Der Chef des Weltfußballverbands hatte Trump am Rande der WM-Auslosung im Dezember den erstmals vergebenen Fifa-Friedenspreis verliehen. 

Irakische Miliz: Haben US-Militärflugzeug abgeschossenEine vom Iran unterstützte Milizengruppe hat nach eigenen ‌Angaben ‌ein Tankflugzeug des US-Militärs vom Typ KC-135 im Westirak abgeschossen. ​Der Islamische ⁠Widerstand im Irak, eine Dachorganisation bewaffneter Gruppen, teilt ​mit, der Abschuss sei „zur Verteidigung ⁠der Souveränität und ‌des Luftraums unseres Landes“ erfolgt. Das US-Militär hatte ⁠zuvor den Absturz eines ⁠US-Tankflugzeugs vom Typ ⁠KC-135 im ​Westen ⁠des Iraks gemeldet. Demnach ​habe es sich ‌dabei nicht um feindlichen Beschuss oder ​Eigenbeschuss gehandelt. 

US-Armee: Betankungsflugzeug über dem Westen des Irak abgestürztEin US-Betankungsflugzeug vom Typ KC-135 ist nach Angaben der US-Armee über dem Westen des Irak abgestürzt. Der Absturz sei nicht auf „feindlichen Beschuss oder Beschuss durch eigene Truppen“ zurückzuführen, erklärte das für die Region zuständige US-Militärkommando Centcom am Donnerstag. Ein zweites, in den Vorfall verwickeltes Flugzeug sei sicher gelandet.Die US-Armee machte keine Angaben zu der Anzahl der Personen an Bord des abgestürzten Betankungsflugzeug oder zu ihrem aktuellen Zustand.Centcom bat um „Geduld“, während „zusätzliche Details zusammengetragen und Klarheit für die betroffenen Familien der Soldaten geschaffen“ werde. Die Rettungsmaßnahmen dauerten Centcom zufolge an. In der Regel besteht die Besatzung eines Flugzeugs vom Typ KC-135 der US-Armee zufolge aus drei Menschen - die Maschinen können jedoch bis zu 37 Passagiere transportieren.