FAZ 04.06.2026
05:09 Uhr

Liveblog Irankrieg: US-Repräsentantenhaus stimmt für Ende des Irankriegs


Repräsentantenhaus erhöht den politischen Druck auf Trump +++ Trump: Iran-Gespräche könnten am Wochenende erfolgreich enden +++ Irans Revolutionsgarden bestreiten Angriff auf internationalen Flughafen von Kuwait +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: US-Repräsentantenhaus stimmt für Ende des Irankriegs

Israel setzt seinen Bodeneinsatz im Südlibanon vorerst fort – auch nach der gestern vereinbarten „Umsetzung der Waffenrufe“. ⁠Vertriebene Libanesen können noch nicht in ihre Häuser zurückkehren, teilt Verteidigungsminister Israel Katz mit. Die Truppen würden in der sogenannten Sicherheitszone bleiben, um die dortige terroristische Infrastruktur abzubauen. Israel behalte sich ‌zudem das von den USA unterstützte Recht vor, als Reaktion auf Angriffe auch Ziele in Beirut anzugreifen. 

Israels Polizeiminister kritisiert neuen Anlauf zu Libanon-WaffenruheDer israelische Polizeiminister Itamar Ben-Gvir hat die Vereinbarung zwischen Israel und Libanon auf einen neuen Anlauf zur Umsetzung einer Waffenruhe als „schweren Fehler“ kritisiert. Es handele sich um „Wunschträume von Beratern, die den Ministerpräsidenten zu falschen Entscheidungen verleiten“, schrieb er in einem Post auf der Plattform X. Tatsächlich werde die libanesische Hizbullah-Miliz durch die Vereinbarung nur stärker werden. „Statt sie zu besiegen, findet sich Israel zunehmend mit ihrer Existenz ab“, schrieb Ben-Gvir weiter. Der libanesische Staat sei ein „Partner der Hizbullah“ und nicht in der Lage, die mit Israel verfeindete Miliz aus dem Grenzgebiet zu verdrängen. 

Libanon meldet Angriffe trotz WaffenruheTrotz eines neuen Anlaufs, die bisher kaum wirksame Waffenruhe im Konflikt zwischen Israel und der Hizbullah umzusetzen, kommt es in Libanon weiter zu israelischen Angriffen. Die staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete am Morgen von mindestens zwei Drohnenangriffen auf verschiedene Fahrzeuge im Süden des Landes. Das israelische Militär äußerte sich zunächst nicht.

Israel und Libanon vereinbaren „Umsetzung von Waffenruhe“Israel und Libanon haben sich bei ihren Gesprächen in Washington auf die „Umsetzung einer Waffenruhe“ geeinigt. Voraussetzung dafür sei, dass die ‌Hizbullah-Miliz ‌das Feuer vollständig einstelle und sich aus dem Gebiet südlich des Litani-Flusses zurückziehe, teilte ​das US-Außenministerium nach ⁠Verhandlungen in Washington mit.Zudem sollen rasch Testgebiete eingerichtet werden, ​in denen ausschließlich die libanesische Armee ⁠die Kontrolle übernimmt und ‌nicht-staatliche Akteure ausgeschlossen werden, hieß es in einer am Mittwoch veröffentlichten gemeinsamen Erklärung beider Seiten. Zudem sollten noch in diesem Monat weitere Gespräche geführt werden.

Trump: Iran-Gespräche könnten am Wochenende erfolgreich endenUS-Präsident Donald Trump hat sich abermals optimistisch über eine bevorstehende Einigung mit Iran geäußert. Er sagte am Mittwoch in Washington, die Verhandlungen liefen „sehr gut“ und womöglich gebe es eine Einigung am Wochenende.Trump widersprach damit Äußerungen des iranischen Außenministers Abbas Araghtchi. Dieser hatte erklärt, es gebe „keine greifbaren Fortschritte“. Zur Bedingung für weitere Gespräche machte Iran erneut, dass Israel seine Angriffe auf die proiranische Hizbullah-Miliz in Libanon einstelle. Trump sagte dazu, er würde das Thema Libanon gerne „getrennt“ behandeln.

Irans Revolutionsgarden bestreiten Angriff auf internationalen Flughafen von KuwaitNach einem Angriff auf den internationalen Flughafen von Kuwait mit einem Toten und mehr als 60 Verletzten haben Irans Revolutionsgarden bestritten, dafür verantwortlich zu sein. Die Untersuchung und Überprüfung der Revolutionsgarden zeige, dass deren Luftwaffe „keinerlei Schüsse auf dieses Ziel abgegeben hat“, erklärte Revolutionsgarden-Sprecher Hossein Mohebi am Mittwoch im Onlinedienst Telegram. Stattdessen machte er die USA für den Angriff verantwortlich.

Iran: Kontakte zu USA nicht abgerissen – Aber keine FortschritteDer iranische Außenminister Abbas Aragtschi sagt in einem Interview mit dem libanesischen Sender Al Mayadeen, dass die Kontakte zwischen Teheran und Washington zwar nicht abgerissen ​seien, es jedoch keine Fortschritte bei den Verhandlungen gebe. Beide Seiten prüften derzeit ausgetauschte Entwürfe. Zudem warnt der Minister: Sollte Israel die libanesische Hauptstadt Beirut angreifen, werde Iran entschlossen reagieren.

Ein Toter und mehr als 60 Verletzte nach Drohnenangriff auf Flughafen von KuwaitBei einem iranischen Drohnenangriff auf den internationalen Flughafen von Kuwait sind nach Angabendes Golfstaates mindestens ein Mensch getötet und mehrere verletzt worden. Wie Sprecher des Gesundheitsministeriums mitteilte, wurden mindestens ein Mensch getötet und 63 Menschen verletzt. Unter den Verletzten seien Reisende, Mitarbeiter des Flughafens und andere Zivilisten.  Mehrere „feindliche“ Drohnen hätten „im Rahmen einer iranischen Aggression“ das Passagierterminal T1 des Flughafens getroffen, teilte die Armee am Mittwoch im Onlinedienst X mit. Es habe „erhebliche materielle Schäden“ gegeben. Der Flugverkehr wurde vorerst ausgesetzt, wie die amtliche Nachrichtenagentur Kuna meldete. Flüge seien in Richtung anderer Flughäfen umgeleitet worden.

Netanjahu: Konflikt mit Iran nicht vorbei Der Konflikt mit Iran ist nach Einschätzung des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu noch nicht ausgestanden. „Es ist im Iran noch nicht vorbei, sie sind jedoch geschwächt“, sagte Netanjahu in einem Interview des US-Senders CNBC. Mit US-Präsident Donald Trump stimme er in den wesentlichen Punkten bezüglich Irans überein. Gelegentliche taktische Meinungsverschiedenheiten würden ausgeräumt. Mit Blick auf die Hizbullah-Miliz sagte Netanjahu zudem, viele derjenigen, ‌die Israel angriffen, hielten sich in der libanesischen Hauptstadt Beirut auf.

Trump berichtet von schroffem Gespräch mit Netanjahu Der amerikanische Präsident Donald Trump räumt ein schroffes Gespräch mit dem israelischen ​Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu ein. Er sei unzufrieden mit den Kämpfen Israels in Libanon, sagt Trump in einem Interview des Podcasts „Pod Force One“. „Ich würde nicht sagen wütend. Ich war ein wenig irritiert über seine ständigen Kämpfe ⁠mit Libanon“, erklärt er. Trump fügt jedoch hinzu, dass er und Netanjahu sehr gut miteinander auskämen. 

Weitere Hinrichtung in Iran im Zusammenhang mit ProtestenIn Iran ist ein weiteres Todesurteil im Zusammenhang mit den Aufständen im Januar vollstreckt worden. Ein Mann namens Fathollah Awari sei hingerichtet worden, berichtete das mit der Justiz verbundene Nachrichtenportal Misan. Wann und wo die Exekution erfolgte, war unklar. Dem Mann wurde der Justiz zufolge vorgeworfen, Anfang Januar in der Stadt Hamedan einen Polizisten getötet zu haben. Es ist bereits die 18. Hinrichtung im Zusammenhang mit den Januar-Protesten.Die Demonstrationen waren Ende Dezember wegen der Wirtschaftskrise im Land ausgebrochen und entwickelten sich rasch zu Massenprotesten gegen die autoritäre Führung. Der Staat ließ sie gewaltsam niederschlagen. Tausende Demonstranten wurden dabei getötet. 

„Nicht die Drohne fotografieren, sonst schießen sie!“ Die Küstenstadt Saida in Südlibanon ist zur Frontstadt geworden. Heerscharen von Vertriebenen suchen hier Schutz – doch der Krieg rückt näher. F.A.Z.-Korrespondent Christoph Ehrhardt hat mit Menschen vor Ort gesprochen.

Neue Spielregeln im Libanon-Krieg?Nachdem ein Bombardement der südlichen Vorstädte von Beirut knapp abgewendet werden konnte, wird in der libanesischen Hauptstadt jetzt darüber gerätselt, ob für den Krieg zwischen Israel und der Hizbullah neue Spielregeln gelten. Lange hatte es von Diplomaten geheißen, die Vereinigten Staaten würden groß angelegten israelischen Luftangriffen auf Beirut einen Riegel vorschieben, zugleich aber die israelischen Streitkräfte im Süden und Osten Libanons gewähren lassen. Doch dieses Arrangement scheint nicht mehr garantiert, auch wenn Donald Trump am Montag gegen die militärischen Pläne seines Verbündeten einschritt. Der amerikanische Außenminister Marco Rubio ließ erkennen, dass Washington dafür einen Stopp der Hizbullah-Angriffe auf den Norden Israels will. In der libanesischen Presse ist jetzt von der neuen Formel „südliche Vorstädte gegen Nordisrael“ die Rede. Propaganda der von Iran gelenkten Schiitenmiliz, die im Süden Beiruts das Sagen hat, verkauft den abgeblasenen Großangriff auf Beirut als Sieg, auch wenn ihr Handlungsspielraum womöglich eingeschränkt wurde. Ihr Hauptsponsor, das Regime in Teheran, hatte, als sich die Attacke abzeichnete, Druck ausgeübt und sogar die Waffenstillstandsverhandlungen mit den USA in Frage gestellt. Aus dem Hizbullah Lager wird Iran jetzt mit Dank überschüttet. Von dort wird auch die Erzählung verbreitet, Iran habe mehr erreicht als die libanesische Regierung mit den direkten Verhandlungen mit Israel. Das ignoriert sowohl den Druck aus Washington, das aus eigenem Interesse an einer Deeskalation in Libanon arbeitet, als auch diplomatische Interventionen arabischer Partner der USA. Und die Hizbullah führt ihre Angriffe gegen Israel jetzt mit dem Wissen, dass diese zu einem Großangriff auf Beirut führen könnten, welcher wiederum auch den innerlibanesischen Druck auf die Schiitenmiliz erhöhen dürfte. Die Verhandlungen zwischen der libanesischen und der israelischen Regierung gehen unterdessen weiter – und damit die Bemühungen eine Deeskalation zu erreichen. Nach wie vor kann von einem Waffenstillstand nicht die Rede sein. Die jüngste Volte im Waffengang zwischen Israel und der Hizbullah hat, wie ein libanesischer Kommentator hervorhob, noch einmal gezeigt, wie wenig die libanesische Regierung das Schicksal des Landes in ihren eigenen Händen hat.      

Trump: Iran stimmt Verzicht auf Atomwaffen zu Dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump zufolge hat Iran einem ​Verzicht auf Atomwaffen zugestimmt. Zudem sei Irans Ajatollah an Verhandlungen mit den USA beteiligt, sagt Trump in einem Podcast-Interview. „Sie haben bereits zugestimmt, dass sie keine Atomwaffe besitzen werden“, erklärt er. ⁠Die Führung in Teheran hat allerdings stets betont, dass ihr umstrittenes Nuklearprogramm ausschließlich zivilen Zielen diene.