FAZ 15.09.2026
19:46 Uhr

Liveblog Irankrieg: US-Energieminister: Saudische Pipeline nach Angriff bald wieder in Betrieb


Chris Wright spricht über Reparaturen +++ USA machen unterschiedliche Angaben zu explodiertem Öltanker in Straße von Hormus +++ Österreich verweigert Visum auf US-Druck +++  alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: US-Energieminister: Saudische Pipeline nach Angriff bald wieder in Betrieb

Israels Armee tötet hochrangigen Hamas-Kommandeur im GazastreifenDas israelische Militär hat nach eigenen Angaben einen hochrangigen Kommandeur der islamistischen Hamas im Gazastreifen getötet. Der Chef der Hamas-Brigade von Rafah, Nayal Abu Obeid, sei eine „Schlüsselfigur in der Führungsebene der Hamas“ gewesen, teilten die Streitkräfte auf der Plattform X mit. Er sei unter anderem für die Aktivitäten der Brigade und Terroranschläge verantwortlich gewesen. Die Angaben des Militärs ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.An dem Einsatz seien neben den Streitkräften auch der Inlandsgeheimdienst Shin Bet beteiligt gewesen, schrieb Verteidigungsminister Israel Katz am Abend auf der Plattform X. Das Portal „Ynet“ berichtete, der Kommandeur sei am Nachmittag bei einem Drohnenangriff getötet worden. Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa meldete, bei israelischen Luftangriffen im Zeltlager im Gebiet Al-Mawasi im Süden des Küstenstreifens seien zwei Menschen, darunter ein achtjähriges Kind, getötet worden. Mindestens zehn Menschen seien verletzt worden. Auch diese Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Zudem blieb unklar, ob es sich bei dem Vorfall um den gleichen Angriff handelte, bei dem der Brigade-Kommandeur getötet wurde. 

USA bestätigen hochrangiges Militärtreffen in DeutschlandDas US-Militär hat vergangene Woche hochrangige Militärvertreter von acht Nationen zu einer Konferenz in Deutschland empfangen. „Die Teilnehmer sprachen über Möglichkeiten zur Stärkung der Sicherheitskooperation im Nahen Osten“, teilte ein US-Regierungsbeamter auf Anfrage mit. Weitere Details etwa über den Umfang und den Ort des Treffens waren zunächst unklar.Zuvor hatte das Nachrichtenportal „Axios“ unter Berufung auf israelische Quellen berichtet, dass sich hochrangige Militärkommandeure der USA, Israels und mehrerer arabischer Länder in Deutschland getroffen hätten, um über den Irankrieg und die anhaltenden Spannungen in der Region zu sprechen. Der Kommandeur des zuständigen US-Regionalkommandos Centcom, Brad Cooper, habe dabei beteuert, dass das US-Militär seine Truppen trotz der iranischen Angriffe auf US-Stützpunkte nicht aus dem Nahen Osten abziehen werde. Cooper habe demnach zu dem privaten Treffen eingeladen. Neben ihm hätten die Generalstabschefs Israels, Saudi-Arabiens, der Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrains, Kuwaits, Katars, Jordaniens und Ägyptens teilgenommen.

Vor dem Hintergrund des jüngsten Vorstoßes der Huthi-Rebellen im Jemen kommen die Staaten des UN-Sicherheitsrats in New York zu einer Dringlichkeitssitzung über die Situation an der wichtigen Meerenge Bab al-Mandab zusammen. Das Treffen sei von Bahrain, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Lettland und Großbritannien angefragt worden und solle um 21.00 Uhr MESZ beginnen, hieß es von der britischen UN-Mission in New York. Zusätzlich zu den 15 Mitgliedstaaten des mächtigsten UN-Gremiums sollen auch Vertreter des Jemen und Saudi-Arabiens an dem Treffen teilnehmen.Qatar warnte am Dienstag vor „katastrophalen“ Folgen, sollte die Meerenge Bab al-Mandab für die Schifffahrt geschlossen werden. „Die Welt leidet schon genug durch die Schließung der Straße von Hormus, deshalb können wir es uns nicht leisten, auch noch Bab al-Mandab mit in diese Gleichung aufzunehmen“, sagte ein Vertreter des Außenministeriums in Doha vor Journalisten. Die Huthi haben seit Ende vergangener Woche mehrere strategisch wichtige Positionen an der Meerenge Bab al-Mandab eingenommen, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Welche militärischen Möglichkeiten sich den Rebellen dadurch eröffnen, lesen Sie hier: 

Revolutionsgarden: Öltanker in Straße von Hormus explodiertIn der Straße von Hormus ist nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden ein Öltanker auf eine Seemine gefahren und explodiert. Der Tanker „El Gaia“ sei auf der von Iran verminten südlichen Route durch die Meerenge unterwegs gewesen, berichtete der staatliche Rundfunk Irib unter Berufung auf die Revolutionsgarden. Das gesamte Schiff sei nach der Detonation der Mine in Flammen aufgegangen.„Die Straße von Hormus ist geschlossen und bleibt unter unserer Kontrolle“, teilte demnach die Marine-Führung der Revolutionsgarden mit. Sie habe zuvor vor dem Befahren der südlichen Route gewarnt. Die Marine hat die südliche Passage vermint, lediglich eine nördliche Route entlang der iranischen Küste für sicher erklärt und verlangt Gebühren für die Durchfahrt.Das US-Militär wies die Darstellung der Revolutionsgarden zurück. „El Gaia“ sei vielmehr bereits im vergangenen Monat von einer iranischen Rakete getroffen worden, teilte das für die Region zuständige Zentralkommando der US-Streitkräfte (Centcom) mit. Am Wochenende habe Iran das Schiff dann vor der Küste des Omans abermals mit einer Drohne angegriffen. Gegenwärtig werde der manövrierunfähige Tanker von einem regionalen Partner abgeschleppt.

Druck auf Iran: USA sanktionieren zweitgrößte Bank RusslandsDie USA verhängen im Rahmen ihres verstärkten wirtschaftlichen Drucks auf Iran Sanktionen gegen die zweitgrößte Bank Russlands. Die VTB Bank habe Iran dabei geholfen, Sanktionen zu umgehen und Terrorismus zu finanzieren, begründete der Sprecher des US-Außenministeriums, Tommy Pigott, den Schritt auf der Plattform X. Sie habe Niederlassungen in Iran eröffnet, Beziehungen zu sanktionierten iranischen Banken gepflegt und iranische Vermögenswerte in Milliardenhöhe transferiert, so der Vorwurf. Die VTB (Wneschtorgbank) ist nach der Sberbank die zweitgrößte Bank Russlands. Die 1990 gegründete Außenhandelsbank befindet sich mehrheitlich im Staatsbesitz. Durch die US-Maßnahmen werden sämtliche Vermögenswerte der VTB in den Vereinigten Staaten gesperrt und Geschäfte mit den sanktionierten Unternehmen untersagt. 

Österreich verweigert Irans Atomchef Visum auf US-DruckDer Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Mohammad Eslami, ist an der Teilnahme an der Generalversammlung der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA in Wien gehindert worden. Aus dem österreichischen Außenministerium hieß es dazu, man habe Elsami aufgrund einer geltenden UN-Reisesperre die Einreise verwehren müssen. Ein Antrag Wiens bei den Vereinten Nationen, für Eslamis Teilnahme an der IAEA-Veranstaltung eine Ausnahme von der Reisesperre zu gewähren, habe der zuständige Ausschuss des UN-Sicherheitsrats „mangels Konsenses“ abgelehnt. Österreich ist als Sitzstaat der IAEA grundsätzlich verpflichtet, Vertretern der IAEA-Mitgliedstaaten die Einreise für Tätigkeiten bei der Organisation zu ermöglichen. Allerdings ist das Land völkerrechtlich auch an die UN-Sanktionen gegen Iran gebunden. Die Regierung in Teheran sprach von „Druck der USA“ und bestellte den österreichischen Botschafter ein.  In Wien bestätigte der amerikanische IAEA-Botschafter Preston Wells Griffith, dass Washington hinter dem Schritt stehe. Seine Regierung könne Teheran die Reise wegen der mangelnden Zusammenarbeit mit den IAEA-Inspekteuren nicht erlauben, wurde Griffith zitiert. „Seine Teilnahme hätte nur dazu geführt, dass Iran die IAEA als Propagandabühne benutzt.“ 

China weist amerikanischen Medienbericht über Weitergabe von Satellitenbildern an Iran zurückChina hat einen amerikanischen Medienbericht zurückgewiesen, wonach chinesische Unternehmen Iran mit Satellitenbildern einer Militärbasis in Jordanien versorgt haben sollen. „Wir weisen unbegründete Verdächtigungen und Anschuldigungen ohne Beweise entschieden zurück“, sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Guo Jiakun, am Montag vor Journalisten.Die Zeitung „Wall Street Journal“ (WSJ) hatte am Wochenende unter Berufung auf US-Regierungskreise über eine angebliche Informationsweitergabe Pekings vor und nach dem iranischen Angriff auf den Luftwaffenstützpunkt Muwaffak Salti in Jordanien am 17. Juli berichtet, bei dem drei US-Soldaten getötet worden waren. Die in dem Bericht zitierten Beamten nannten keine Namen der beteiligten chinesischen Unternehmen; auch legten sie keine direkte Verantwortung Pekings nahe. Der amerikanische Präsident Donald Trump hatte den Bericht mit den Worten kommentiert: „Wenn man sagt, dass China uns ausspioniert, dann sage ich: Da haben Sie recht, und wir spionieren sie auch aus.“ An Bord der Präsidentenmaschine Air Force One sagte er am Sonntag vor Journalisten: „Das ist es, was wir tun. Sie machen im Grunde das Gleiche wie wir.“

Huthi: Haben abermals Ziele in Saudi-Arabien angegriffenDie von Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen hat erneut Angriffe auf das benachbarte Saudi-Arabien für sich beansprucht. Sie habe auf der Luftwaffenbasis Chamis Muschait im Süden des Königreichs unter anderem Waffenlager, Startbahnen und Hangar mit Dutzenden Raketen und Drohnen angegriffen, sagte Huthi-Militärsprecher Jahja Sari. Es sei eine Antwort auf mehr als 300 saudische Luftangriffe im Jemen in den vergangenen Tagen. Saudi-Arabien, das die Miliz seit mehr als zehn Jahren an Seite der international anerkannten Regierung bekämpft und dafür ein Militärbündnis im Jemen anführt, kommentierte dies zunächst nicht. Die Huthi hatten den Nordjemen samt der Hauptstadt Sanaa 2014 erobert und kontrollieren dort inzwischen große Gebiete. Bei ihrer jüngsten Offensive rückten sie auch weiter nach Süden vor in Richtung der wichtigen Meerenge Bab al-Mandab. Laut Huthi-Kreisen und Quellen in der jemenitischen Regierung nahm die Miliz dabei auch die strategisch gelegenen Inseln Majun (auch bekannt als Perim) sowie Hanisch ein.

Omans Energieminister: Störung der Straße von Hormus wohl kurzfristig Die Störung an der Straße von Hormus ist nach Einschätzung von Omans Energieminister Salim al-Aufi voraussichtlich eine kurzfristige Angelegenheit. ‌Mittelfristig dürfte sich die Lage stabilisieren, sagte al-Aufi. Sein Land könne weiter Öl und Gas fördern. Die rasant steigenden Preise für Öl ‌und Flüssigerdgas (LNG) sind ‌dem Minister zufolge auf Dauer für niemanden tragbar. Zudem sollten alternative Exportwege über den Oman oder den Jemen erschlossen werden. 

Schiffsverkehr in Straße von Hormus geht deutlich zurückVorläufige Daten zeigen einen deutlichen Rückgang des Schiffsverkehrs ‌in der Straße von Hormus. Am Wochenende sei die Zahl der täglichen Durchfahrten auf ‌eine einstellige Zahl ‌gesunken, während der Zehn-Tages-Durchschnitt bei 14 liege. Die Zahlen schließen keine Schiffe ein, die die Meerenge ​mit abgeschalteten Transpondern ⁠durchqueren.

Trump spielt Bericht über Chinas Rolle bei Angriff auf US-Soldaten herunterUS-Präsident ​Donald Trump hat einen Medienbericht über eine mutmaßliche chinesische Verwicklung ⁠in einen tödlichen Angriff auf US-Soldaten in Jordanien heruntergespielt. Er verglich die Spionage Chinas mit der der USA. „Sie tun das, was ‌wir auch tun“, sagte er an Bord der Air Force One vor Journalisten. „Wenn es heißt, China spioniere uns aus, sage ich: ‌Das stimmt, und ‌wir spionieren sie ebenfalls aus.“ Auf die Frage, ob er das Thema bei einem bevorstehenden Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping ansprechen werde, ​antwortete Trump nicht direkt.Die Zeitung „Wall ⁠Street Journal“ hatte unter Berufung auf nicht namentlich genannte US-Beamte berichtet, der Iran habe ​vor einem Angriff im Juli von chinesischen Unternehmen Satellitenbilder eines Stützpunktes in Jordanien ⁠erhalten. Bei dem Angriff ‌waren drei US-Soldaten getötet worden. Dem Bericht zufolge wurde Peking keine direkte Beteiligung vorgeworfen. Hintergrund der Äußerungen Trumps ist ein für ⁠den 24. September geplantes ⁠Treffen mit Xi in den USA, das von chinesischer Seite jedoch ⁠noch ​nicht offiziell ⁠bestätigt wurde. Trump bekräftigte, er habe ​ein gutes Verhältnis zu Xi. „Ich denke, ‌er hat angemessen gehandelt, und wir handeln ebenfalls angemessen“, sagte der Präsident.

Saudi-Arabien: Zivilschutz warnt vor Gefahr in vier StädtenDer saudische Zivilschutz gibt ​Warnungen ⁠vor einer möglichen Gefahr für vier Städte ​im Süden ⁠des Landes aus. Betroffen ‌sind den Angaben ⁠zufolge die Städte ⁠Nashran, Khamis Mushait, ⁠Shasan ​und ⁠Abha.Update: Nach 90 Minuten gab Saudi-Arabien dann Entwarnung.

Angriffe in Nahost lassen Ölpreis kräftig steigenDer Ölpreis ist ​nach neuen Angriffen in Saudi-Arabien und ⁠im Persischen Golf um mehr als drei Dollar gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte ‌Brent verteuerte sich um 3,62 Dollar auf 108,23 Dollar. Der Preis für ein ‌Fass ‌der US-Sorte WTI stieg um 3,15 Dollar auf 103,20 Dollar. Hintergrund ist unter anderem ​ein Drohnenangriff auf die ⁠bedeutende saudische Ost-West-Ölpipeline. Deren Betrieb sei als Vorsichtsmaßnahme vorübergehend eingestellt worden, ​teilte das saudische Energieministerium mit. Die 1200 ⁠Kilometer lange ‌Leitung hatte demnach zuletzt täglich vier bis fünf Millionen Barrel transportiert. Dies ⁠entspricht etwa vier bis ⁠fünf Prozent des weltweiten Ölangebots. Sie ermöglicht ⁠es ​Saudi-Arabien, ⁠den Seeweg durch ​die Straße von Hormus zu umgehen.

Für Montag geplante Gespräche über Straße von Hormus im Oman werden verschoben Die für Montag geplanten Gespräche im Oman zwischen Iran und weiteren Golfstaaten über die Straße von Hormus werden verschoben. „Es wurde beschlossen, das regionale Treffen, das am Montag in Salalah stattfinden sollte, auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, um günstige Bedingungen für einen konstruktiven Dialog zu schaffen“, teilte die staatliche omanische Nachrichtenagentur am Sonntag mit. Omans Außenminister Badr al-Busaidi erklärte im Onlinedienst X, der Golfstaat sei „weiterhin entschlossen, den Dialog zu fördern, der zur Stabilität und zu einer dauerhaften Zusammenarbeit in unserer Region beiträgt“.Das iranische Außenministerium hatte zuvor erklärt, dass bei dem Treffen solle über die Zukunft der Meerenge verhandelt werden. Nach Angaben Teherans wurden der Irak und andere Golfstaaten zu den Beratungen erwartet. Kein Land in der Region bestätigte jedoch offiziell seine Teilnahme, während Bahrain eine Beteiligung an den Gesprächen ausschloss.  Das gut informierte Webportal „amwaj“ berichtete im Vorfeld über Spannungen unter den geladenen Staaten. Die Vereinigten Arabischen Emirate etwa wollen nicht ihren Außenminister schicken, sondern lediglich einen Staatssekretär.