FAZ 21.03.2026
02:08 Uhr

Liveblog Irankrieg: Trump: USA stehen kurz davor, Kriegsziele zu erreichen


Trump: Erwägen Militäreinsatz zurückzufahren +++ USA lockern Sanktionen auf iranisches Öl auf Schiffen +++ USA schicken offenbar Tausende weitere Soldaten in den Nahen Osten +++ Trump beschimpft NATO-Partner als „Feiglinge“ +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Trump: USA stehen kurz davor, Kriegsziele zu erreichen

Iran soll Raketen auf US-britische Militärbasis im Indischen Ozean abgefeuert habenIran hat einem ‌Zeitungsbericht zufolge zwei Mittelstreckenraketen auf den amerikanisch-britischen Militärstützpunkt Diego Garcia im Indischen Ozean abgefeuert. ‌Keine ‌der Raketen habe jedoch die Basis getroffen, berichtet das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf mehrere ​US-Regierungsvertreter. Ein Flugkörper sei ⁠während des Fluges ausgefallen, während ein US-Kriegsschiff eine Abfangrakete auf ​den anderen abgefeuert habe. Wie die Zeitung ⁠weiter berichtet, ‌ist unklar, ob der Abschuss der zweiten Rakete erfolgreich war. Wann genau ⁠der Angriff stattfand, ließ ⁠die Zeitung offen. Stellungnahmen der Regierungen in ⁠Washington ​und ⁠London lagen zunächst ​nicht vor.

Iran warnt Großbritannien nach Kurswechsel bei MilitärstützpunktenDie iranische Führung hat den britischen Premierminister Keir Starmer gewarnt, sein jüngster Kurswechsel bei der Nutzung britischer Militärstützpunkte durch die USA werde nicht ohne Folgen bleiben. Die große Mehrheit der Briten wolle mit dem israelisch-amerikanischen Krieg nichts zu tun haben, schrieb Irans Außenminister Abbas Araghtschi auf der Plattform X. Starmer bringe seine eigenen Landsleute in Gefahr, indem er zulasse, „dass britische Stützpunkte für Angriffe gegen Iran genutzt werden“. Iran werde „sein Recht auf Selbstverteidigung wahrnehmen“.Die britische Regierung hatte zuvor bestätigt, „dass die Vereinbarung, wonach die USA im Rahmen der kollektiven Selbstverteidigung der Region britische Stützpunkte nutzen dürfen, auch Verteidigungseinsätze der USA umfasst, um die Raketenstellungen und -kapazitäten zu schwächen, die für Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus genutzt werden“.

Israelisches Militär: Neue Raketenangriffe aus Iran – Saudi-Arabien fängt 22 Drohnen abIran hat nach israelischen Angaben Israel abermals mit Raketen angegriffen. Die Abwehrsysteme seien im Einsatz, „um die Bedrohung abzufangen“, erklärte das israelische Militär am Samstag im Onlinedienst Telegram.Das saudiarabische Verteidigungsministerium erklärte derweil im Onlinedienst X, dass 22 Drohnen im Osten des Landes abgefangen worden seien.

USA lockern Sanktionen auf iranisches Öl auf SchiffenDie USA haben im Irankrieg vorübergehend Sanktionen auf iranisches Öl gelockert, das sich derzeit auf Schiffen befindet. Das US-Finanzministerium teilte mit, Verkauf und Lieferung seien bis zum 19. April erlaubt. Mit der Aufhebung von Sanktionen auf Erdöl versuchen die USA, die steigenden Preise für den Rohstoff unter Kontrolle zu bekommen.US-Finanzminister Scott Bessent hatte die Lockerung bereits am Donnerstag in Aussicht gestellt. Er geht früheren Angaben zufolge von etwa 140 Millionen Barrel (1 Barrel = 159 Liter) aus. Dabei betonte er, dass iranisches Öl weiterhin vom Persischen Golf nach Indien und China exportiert werde. China und Indien sind die wichtigsten Abnehmer des Rohstoffs aus Iran.Jüngst hatten die USA bereits mitgeteilt, dass russisches Öl, das sich bereits auf Schiffen befinde, vorerst wieder straflos verkauft werden dürfe. Die befristete Ausnahme von US-Sanktionen soll bis 11. April gelten.

USA dürfen britische Stützpunkte zur Abwehr von Angriffen auf Straße von Hormus nutzenGroßbritannien hat den USA die Nutzung von Militärstützpunkten für Angriffe auf iranische Anlagen erlaubt, die Teheran für Attacken auf Schiffe in der Straße von Hormus nutzt. Mehrere Minister hätten sich auf den Schritt geeinigt, erklärte ein Sprecher der britischen Regierung am Freitag. Es gehe darum, „die Raketenstellungen und die Fähigkeiten zu schwächen“, die von iranischer Seite für Angriffe auf Schiffe in der Meerenge genutzt würden.

Trump lehnt Feuerpause ab – Dialog aber möglichUS-Präsident Donald Trump lehnt eine Feuerpause im Irankrieg ab. „Wir können einen Dialog führen, aber ich will keine Waffenruhe“, sagt Trump vor Journalisten. „Wissen Sie, man vereinbart keine Waffenruhe, wenn man die andere Seite gerade vernichtet.“ Eine iranische Stellungnahme liegt zunächst nicht vor.

Khamenei zeigt sich in schriftlicher Botschaft siegesgewissNach drei Wochen Irankrieg hat sich der neue oberste Führer der Islamischen Republik siegesgewiss gezeigt. Die Feinde Irans würden „besiegt“, erklärte Modschtaba Khamenei am Freitag in einer schriftlichen Botschaft – er trat abermals nicht persönlich auf.In einer Botschaft Khameneis zum persischen Neujahrsfest Nowruz am Freitag hieß es, „der Feind“ sei „besiegt worden“. Die Iraner hätten den USA und Israel mit Einheit und Entschlossenheit einen „atemberaubenden Schlag“ versetzt. Modschtaba Khamenei ist noch nicht öffentlich aufgetreten, seit er am 8. März als Nachfolger seines getöteten Vaters Ayatollah Ali Khamenei zum politischen und geistlichen Oberhaupt Irans ernannt worden war. Medienberichten zufolge wurde Modschtaba Khamenei am ersten Tag Krieges am 28. Februar bei einem Luftangriff auf Teheran verletzt, sein Vater wurde bei demselben Angriff getötet. Iran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Region. 

Bundeswehrsoldaten kehren aus dem Irak nach Deutschland zurückDie NATO verlegt das gesamte Personal ihrer Irak-Mission „NATO Mission Iraq“ (NMI) aus dem Nahen Osten nach Europa. Der NATO-Oberbefehlshaber für Europa, US-General Alexus Grynkewich, dankt dem Irak und den Verbündeten für die Unterstützung bei dem sicheren Abzug. Der Einsatz werde vom Hauptquartier im italienischen Neapel aus fortgesetzt, teilt das Militärbündnis weiter mit. Die Mission ⁠berät die irakischen Sicherheitskräfte und ist nach NATO-Angaben nicht an Kampfeinsätzen beteiligt.Im Zuge des NATO-Abzugs sind auch die Bundeswehrsoldaten der Irak-Mission von Bagdad nach Hause geholt worden. Sie seien gestern wohlbehalten nach Deutschland zurückgekehrt, gibt das Verteidigungsministerium bekannt. Verteidigungsminister Boris Pistorius zeigt sich erleichtert. „Wir haben mit mehreren A400M Personal und Material unter sehr riskanten Bedingungen aus Bagdad ausgeflogen“, erklärt er unter ​Verweis auf Transportflugzeuge des Typs. „Darunter selbstverständlich auch das anderer Partnernationen.“ Im Nordirak und in Jordanien nehmen knapp 200 deutsche Soldaten weiter an den Einsätzen „Counter Daesh“ und „Capacity Building Iraq“ teil.

Berichte: USA schicken Tausende Soldaten und drei Kriegsschiffe in den Nahen OstenDie USA verlegen Tausende von Soldaten und drei zusätzliche Kriegsschiffe in den Nahen Osten. Das berichten die Nachrichtenagenturen AP und Reuters übereinstimmend. Laut AP habe ein amerikanischer Beamter bestätigt, dass rund 2500 Soldaten in die Region verlegt werden sollen. Das Pentagon habe weitere 200 Milliarden US-Dollar für den Irankrieg angefragt. Das Weiße Haus und das Pentagon haben bislang nicht auf die Berichte reagiert.Die geplante Verlegung umfasst das amphibische ‌Angriffsschiff USS Boxer, die dazugehörige Marine-Expeditionseinheit (MEU) sowie ein begleitendes Kriegsschiff, wie Reuters unter Berufung auf drei IS-Insider berichtet. Einem der Insider ‌zufolge verlassen die Truppen die Westküste der USA etwa drei Wochen früher als geplant. Im Nahen Osten sollen sich laut US-Militär derzeit rund 50.000 Soldaten befinden.

Israel: Geheimdienstchef der Basidsch-Miliz getötetDie israelische Armee hat die Tötung eines weiteren ranghohen Mitglieds der iranischen Basidsch-Miliz bekanntgegeben: Der Geheimdienstchef der paramilitärischen Einheit, Esmail Ahmadi, sei bei einem Angriff im der Nacht zum vergangenen Dienstag „ausgeschaltet“ worden, erklärte die Armee am Freitag. Ahmadi habe unter anderem eine „zentrale Rolle“ bei der „Umsetzung terroristischer Aktivitäten“ der Basidsch-Miliz und bei der Niederschlagung der landesweiten Proteste zu Jahresbeginn gespielt. Bei dem Angriff auf Ahmadi handelte es sich den Angaben zufolge um denselben, bei dem auch der Chef der Basidsch-Miliz, Gholamresa Soleimani, getötet wurde. Dessen Tod hat Iran bereits bestätigt. 

Einschlag in der Nähe der Altstadt von JerusalemIn unmittelbarer Nähe der Altstadt von Jerusalem ist am Freitag ein Geschoss eingeschlagen. Rauch stieg in der Nähe der Stadtmauern auf, wie das israelische Fernsehen zeigte. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP hatten zuvor laute Explosionen über Jerusalem gehört, Israel hatte vor iranischen Raketen gewarnt. Nach Polizeiangaben wurde eine Person leicht verletzt.Auf Bildern israelischer Medien war ein Krater in einer Straße zu sehen, die anscheinend in der Nähe des jüdischen und armenischen Viertels der Altstadt liegt. Die israelische Polizei teilte mit, sie nehme Suchaktionen vor, um die Einschlagsorte von Munition oder abgefangenen Geschossteilen im Bereich Jerusalem ausfindig zu machen.

Trump nennt NATO-Partner „Feiglinge“  Der amerikanische Präsident Donald Trump hat abermals gegen seine NATO-Partner ausgeholt und diese als „Feiglinge“ bezeichnet. In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social warf Trump den Verbündeten am Freitag wieder vor, sich nicht am Kampf gegen Iran beteiligt zu haben. Nun sei „dieser Kampf militärisch gewonnen“. Doch den Verbündeten falle nichts anderes ein, als sich über die hohen Ölpreise zu beschweren, statt bei der Sicherung der Straße von Hormus zu helfen, beklagte Trump. Dabei „wäre das so einfach für sie und mit so geringem Risiko verbunden.“ Sie seien „Feiglinge“, und man werde sich daran erinnern, schrieb Trump. „Ohne die USA ist die NATO ein Papiertiger!“  

Abu Dhabi: Festnahmen wegen Verbreitung von FehlinformationenIn den Vereinigten Arabischen Emiraten sind nach Polizeiangaben mehr als 100 Menschen wegen Vorwürfen der Verbreitung von Falschinformationen festgenommen worden. Die Polizei in der Hauptstadt Abu Dhabi teilte auf X mit, 109 Menschen seien festgenommen worden, weil sie während „der laufenden Ereignisse Orte und Vorfälle“ gefilmt sowie falsche Informationen über soziale Medien verbreitet hätten. Die Polizei erklärte, solche Aktionen könnten die „öffentliche Meinung aufhetzen“ und Gerüchte in der Gesellschaft verbreiten. Es handle sich um Menschen unterschiedlicher Nationalitäten. Weitere Details wurden nicht genannt. Kritik an der Regierung, den Behörden und ihrer Arbeit stehen in den Emiraten unter Strafe. Es drohen Geldstrafen in Höhe von mehreren Zehntausend Euro und auch mehrere Jahre Haft.