FAZ 19.03.2026
21:13 Uhr

Liveblog Irankrieg: Trump: Bekomme viel Unterstützung von Japan – aber nicht von der NATO


Trump sorgt für Gelächter mit Pearl-Harbor-Äußerung +++ Pentagon fordert 200 Milliarden Dollar für Irankrieg +++ Trump soll vorab von Angriff auf Gasfeld gewusst haben +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Trump: Bekomme viel Unterstützung von Japan – aber nicht von der NATO

Wirtschaftsministerin Reiche kritisiert mögliche Lockerung von US-SanktionenBundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat Überlegungen von US-Finanzminister Scott Bessent über eine mögliche Lockerung der Sanktionen für iranisches Öl kritisiert. „Jeder Dollar für Öl aus dem Iran stabilisiert ein Regime, das unseren Werten fundamental entgegensteht“, sagte Reiche der „Bild“-Zeitung. Hintergrund sind Äußerungen Bessents, der die Möglichkeit ins Spiel gebracht hatte, die Handelsbeschränkungen für rund 140 Millionen Barrel iranisches Öl, die sich derzeit auf See befinden, aufzuheben. Bessent sagte am Donnerstag dem Sender Fox News, bereits auf Tankern befindliches Öl könne von den Strafmaßnahmen ausgenommen werden, um den Ölpreisschock abzumildern. Zudem erwägen die USA nach seinen Angaben, weiteres Öl aus ihren strategischen Reserven freizugeben. Zuvor hatte die US-Regierung bereits Sanktionen auf russisches Öl gelockert. Reiche sagte dazu der „Bild“, es könne „nicht in unserem Interesse sein, durch Lockerung von Ölsanktionen Regimes zu stärken, die für Unterdrückung und Terror im Inneren stehen oder einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg nach außen führen“. Jeder Dollar für russisches Öl speise „auch die Kriegskasse“, gleiches gelte für die Stabilisierung der Islamischen Republik in Teheran. Als Konsequenz kündigte die Wirtschaftsministerin an, die deutsche Energiepolitik weiter auf Eigenständigkeit auszurichten. „Deshalb halten wir konsequent Kurs: hin zu mehr Unabhängigkeit, mehr Diversifizierung von Energieimporten und einem beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien“, sagte Reiche.

Bericht: US-Kampfflugzeug wohl von iranischem Beschuss getroffenEin amerikanisches Tarnkappen-Kampfflugzeug vom Typ F-35 ist US-Medienberichten zufolge von mutmaßlich iranischem Beschuss getroffen worden. Das Flugzeug habe an einem US-Luftwaffenstützpunkt im Nahen Osten notlanden müssen, berichteten am Donnerstag mehrere Medien, darunter die Sender ABC und CNN. Der Sprecher für das Nahost-Kommando Centcom, Tim Hawkins, erklärte, das Flugzeug sei sicher gelandet und der Pilot befinde sich in stabilem Zustand. Hawkins bestätigte die Medienberichte nicht. „Dieser Vorfall wird untersucht“, erklärte er.Die US-Armee hat im bisherigen Verlauf des Iran-Krieges bereits mehrere Flugzeuge verloren. Anfang März waren drei Kampfflugzeuge vom Typ F-15E nach Angaben der US-Armee „versehentlich“ von der kuwaitischen Luftabwehr abgeschossen worden. Alle sechs Insassen konnten sich aber per Schleudersitz retten. Mitte März stürzte ein Betankungsflugzeug vom Typ KC-135 über dem Westirak ab. Dabei starben sechs Besatzungsmitglieder. Bislang ist jedoch kein Flugzeug bekannt, das von iranischem Beschuss getroffen wurde.

Golfstaaten melden Raketen- und Drohnenangriffe Mehrere Golfstaaten haben abermals Angriffe auf ihre Territorien gemeldet. Das Innenministerium der Vereinigten Arabischen Emirate meldete am Freitagmorgen eine „Bedrohung durch Raketen\". Die kuwaitische Armee erklärte, ihre Luftabwehr habe auf „feindliche Raketen- und Drohnenbedrohungen\" reagiert. Das saudiarabische Verteidigungsministerium gab bekannt, seine Streitkräfte hätten sechs Drohnen im Osten des Landes und eine weitere im Norden „abgefangen und zerstört\".Bahrains Innenministerium gab bekannt, Splitter einer „iranischen Aggression\" hätten in einer Lagerhalle ein Feuer ausgelöst. Der Brand sei unter Kontrolle gebracht und niemand verletzt worden. Das Ministerium hatte zuvor erklärt, Luftalarmsirenen seien aktiviert worden.

Qatar: Angriffe verringern Exportkapazität für Flüssigerdgas um 17 ProzentDie Angriffe auf qatarische Energieanlagen werden die Exportkapazitäten des Landes für Flüssigerdgas (LNG) nach Angaben des qatarischen Energieministers um 17 Prozent verringern. „Die Reparatur der Schäden an den LNG-Anlagen wird zwischen drei und fünf Jahren dauern\", erklärte Energieminister Saad Scherida al-Kaabi am Donnerstag. Das werde zu geschätzten Verlusten von 20 Milliarden Dollar (17,3 Milliarden Euro) bei den Jahreseinnahmen führen.Von den ausbleibenden Exporten sind dem qatarischen Energieminister zufolge China, Südkorea, Italien und Belgien betroffen. Aufgrund der Schäden werde die qatarische Regierung in einigen LNG-Verträgen „höhere Gewalt\" erklären müssen. Dieser juristische Begriff besagt, dass Ereignisse außerhalb seiner Kontrolle dazu führen können, dass das Land seine Exportziele verfehlt.

Israel greift abermals Ziele in Iran anIsraels Luftwaffe greift weiter in Iran an. Die Streitkräfte hätten eine neue „Welle“ an Attacken im ganzen Land begonnen, teilte die israelische Armee in der Nacht mit. Ziel sei „Infrastruktur des iranischen Terrorregimes“, hieß es in einer kurzen Mitteilung auf Telegram ohne nähere Einzelheiten. Kurz zuvor hatte Iran gleich mehrere Raketensalven auf Israel abgefeuert. Berichte über Verletzte oder größere Schäden gab es nicht.

Vereinigte Arabische Emirate: Hizbullah-Netzwerk zerschlagenDie Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben nach eigenen ‌Angaben ‌ein von der libanesischen Hizbullah und Iran finanziertes und ​betriebenes Terrornetzwerk ⁠zerschlagen und dessen Mitglieder festgenommen. Dem Netzwerk werden ​Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und die Bedrohung ⁠der nationalen Sicherheit vorgeworfen, ‌meldete die staatliche Nachrichtenagentur. „Das Netzwerk war im Land ⁠unter dem Deckmantel ⁠einer Scheinfirma tätig und ⁠versuchte, ​die Volkswirtschaft ⁠zu unterwandern sowie ​externe Vorhaben auszuführen, die ‌die Finanzstabilität des Landes bedrohten\", berichtete ​die Nachrichtenagentur. 

EU-Gipfel für Angriffs-Stopp auf zivile InfrastrukturVor dem Hintergrund des Irankriegs haben die EU-Gipfelteilnehmer einen vorläufigen Stopp von Angriffen auf zivile Infrastruktur gefordert. Mit Blick auf die UN-Charta und das humanitäre Völkerrecht fordert der Europäische Rat „ein Moratorium für Angriffe auf Energie- und Wasserversorgungsanlagen“, wie es in der am Donnerstag veröffentlichten Gipfelerklärung heißt. Die Gipfelteilnehmer begrüßten zudem die Ankündigungen von Mitgliedsstaaten, die Straße von Hormus abzusichern, „sobald die Voraussetzungen dafür erfüllt sind“.Der Europäische Rat forderte die Verstärkung der EU-Marinemissionen Aspides und Atalanta, die im Roten Meer und vor der Küste Somalias im Einsatz sind. Dazu sollten „zusätzliche Mittel im Einklang mit ihren jeweiligen Mandaten“ bereitgestellt werden, hieß es. Von einem Einsatz in der Straße von Hormus ist in der Erklärung nicht die Rede. 

USA unterstützen Golfstaaten mit RüstungsexportenDie USA haben Rüstungsexporte im Wert von insgesamt gut 16 Milliarden Dollar (rund 14 Milliarden Euro) an zwei Golfstaaten gebilligt, die besonders vom Irankrieg betroffen sind. Kuwait soll nach Angaben des Außenministeriums in Washington Radarsensoren zur Luft- und Raketenabwehr im Wert von rund acht Milliarden Dollar erhalten. An die Vereinigten Arabischen Emirate gehen Rüstungsgüter im Wert von weiteren rund acht Milliarden Dollar.Dazu zählen den Angaben zufolge unter anderem ein Radarsystem gegen ballistische Raketen sowie Munition und Ausrüstung für F-16-Kampfflugzeuge. Iran nimmt seit Beginn der US-israelischen Luftangriffe Ende Februar unter anderem Ziele in den Golfstaaten ins Visier. In Qatar wurde der größte Gaskomplex des Landes in Ras Laffan angegriffen.Eigentlich bedürfen US-Rüstungsexporte der Zustimmung des Kongresses. Außenminister Marco Rubio habe aber festgestellt, dass ein „Notfall vorliegt, der den sofortigen Verkauf“ der Ausrüstung erfordere, erklärte das Ministerium. 

Netanjahu: Haben iranisches Erdgasfeld im Alleingang angegriffen – Irans Urananreicherung am EndeIsraels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte auf einer Pressekonferenz, dass Israel das iranische Erdgasfeld South Pars im Alleingang angegriffen habe. US-Präsident Donald Trump habe Israel darum gebeten, von weiteren derartigen Einsätzen abzusehen, sagt Netanjahu auf der Pressekonferenz. Trump selbst hat erklärt, er habe nichts von dem Angriff gewusst. Israelische Regierungsvertreter, die nicht namentlich genannt werden wollten, hatten der Nachrichtenagentur Reuters dagegen gesagt, der Einsatz sei mit den USA abgesprochen gewesen.Nach Darstellung von Netanjahu ist Iran zudem ist nicht mehr in der Lage, Uran anzureichern oder ballistische Raketen herzustellen. Es sei noch zu früh, um sagen zu können, ob sich die iranische Bevölkerung gegen die Regierung erheben werde, sagt Netanjahu.

Trump irritiert mit Bemerkung über Pearl HarborUS-Präsident Donald Trump hat die japanische Regierungschefin Sanae Takaichi mit einem historischen Vergleich zu Pearl Harbor irritiert. Bei ihrem Besuch im Weißen Haus sprach Trump darüber, dass die USA beim Angriff auf Iran das Überraschungsmoment genutzt hätten. „Wer kennt sich mit Überraschungen besser aus als Japan? Warum habt ihr mir nichts über Pearl Harbor gesagt“, fragte Trump und sorgte für Gelächter im Raum.Trumps Ansicht nach setze Japan noch viel stärker auf Überraschungen als die USA. Takaichi richtete sich daraufhin sichtlich angespannt in ihrem Sessel auf und blickte mit großen Augen in die Richtung ihrer Delegation.Japan hatte am 7. Dezember 1941 den US-Stützpunkt Pearl Harbor auf Hawaii bombardiert. Bei dem Überraschungsangriff starben mehr als 2.400 Menschen. Die USA traten daraufhin in den Zweiten Weltkrieg ein.

Pentagon will 200 Milliarden Dollar für IrankriegDas amerikanische Verteidigungsministerium will nach Informationen der „Washington Post“ den Kongress um 200 Milliarden Dollar (rund 174 Milliarden Euro) zur Finanzierung des Irankriegs bitten. Verteidigungsminister Pete Hegseth sagte am Donnerstag zu dem Bericht, diese Zahl könne sich noch ändern. „Natürlich braucht man Geld, um Bösewichte zu töten“, fügte er hinzu. Die 200 Milliarden Dollar würden laut „Washington Post“ die gesamten Ukraine-Hilfen der Vereinigten Staaten übersteigen.Die „Washington Post“ hatte berichtet, das Pentagon habe das Weiße Haus gebeten, die Forderung von 200 Milliarden Dollar an den Kongress zu bestätigen. Das Blatt berief sich auf einen ranghohen Regierungsmitarbeiter und drei weitere anonyme Quellen, die die Größenordnung bestätigten.Bisher hatten amerikanische Medien von einer möglichen Regierungsanfrage an den Kongress in Höhe von 50 Milliarden Dollar berichtet. Laut „Washington Post“ gehen die 200 Milliarden Dollar weit über die bisherigen Kriegskosten hinaus, die nach den ersten sechs Tagen auf rund elf Milliarden Dollar geschätzt worden waren. Zusätzlich wolle Hegseth die Waffenproduktion ankurbeln.Die Summe wäre zudem höher als der gesamte bisherige amerikanische Beitrag für die Ukraine. Laut der Zeitung genehmigte der Kongress bis zum Jahreswechsel insgesamt rund 188 Milliarden Dollar für die Unterstützung der Ukraine. Der amerikanische Präsident Donald Trump hatte seinem Vorgänger Joe Biden Verschwendung vorgeworfen und die meisten Finanzhilfen nach seinem Amtsantritt vor 14 Monaten eingestellt.

Reparatur von LNG-Anlagen in Qatar soll bis zu fünf Jahre dauernDie Reparatur der durch iranische Angriffe beschädigten Flüssiggasanlagen in Qatar wird nach Angaben von QatarEnergy drei bis fünf Jahre dauern. Betroffen ​seien Anlagen, die 17 Prozent der Exportkapazität des Unternehmens ausmachten, sagt Konzernchef Saad al-Kaabi der Nachrichtenagentur Reuters. Er habe sich „in seinen kühnsten Träumen“ nicht vorstellen können, dass Qatar und die Region derart angegriffen würden – „insbesondere von einem brüderlichen muslimischen Land im Monat Ramadan“.

US-Verteidigungsminister Hegseth: Kein Zeitplan für Ende des Iran-KriegsNach Angaben von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth gibt es keinen Zeitplan für ein Ende des Irankriegs. Er würde „keinen endgültigen Zeitrahmen festlegen“, sagte Hegseth am Donnerstag im Pentagon. Letztlich sei es Präsident Donald Trump, der über das Ende des Einsatzes entscheide.Bereits vor zehn Tagen hatte Trump den Krieg „so gut wie beendet“ genannt und als „kurzen Ausflug“ bezeichnet. Seitdem setzen die USA und Israel ihre Luftangriffe jedoch unverändert fort. Hegseth fügte hinzu, die USA lägen bei ihren Kriegszielen „sehr gut im Plan“.