FAZ 19.03.2026
07:10 Uhr

Liveblog Irankrieg: Macron fordert Aussetzen von Angriffen auf Energieanlagen


Frankreichs Präsident: Es muss „unverzüglich“ ein Moratorium für Angriffe auf zivile Infrastruktur geben +++ Abu Dhabi schließt Öl- und Gasförderanlage +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Macron fordert Aussetzen von Angriffen auf Energieanlagen

Die Lage im Energiesektor wird immer angespannter: Am frühen Morgen hat Iran in Qatar nach amtlichen Angaben mehrere Flüssiggasanlagen im Industriegebiet Ras Laffan angegriffen. Behörden in den Vereinigten Arabischen Emiraten schlossen eine Öl- und Gasanlage im Emirat Abu Dhabi nach einem Raketenangriff. 

Iran richtet drei Männer hinIran hat erstmals mehrere Todesurteile im Zusammenhang mit den jüngsten Massenprotesten vollstreckt. Wie der staatliche Rundfunk berichtete, wurden drei Männer hingerichtet. Ihnen wurde vorgeworfen, in der Hauptstadt Teheran für den Tod von zwei Sicherheitskräften verantwortlich zu sein. Ihr Urteil sei wegen „Mord und operativer Handlungen“ seitens der USA und Israel gefallen, hieß es in dem Bericht. In der Regel werden Todesurteile in Iran durch Erhängen vollstreckt. 

Abu Dhabi schließt Öl- und Gasanlage Die Behörden in den Vereinigten Arabischen Emiraten haben eine Öl- und Gasanlage im Emirat Abu Dhabi nach einem Raketenangriff geschlossen. Herabstürzende Trümmerteile infolge eines Abwehreinsatzes der Luftabwehr hätten zu \"Vorfällen\" geführt, teilte die Regierung in Abu Dhabi mit.Betroffen ist demnach die Gasanlage Habschan und ein Ölfeld namens Bab. Es gebe keine Verletzten. Die Behörden nannten zunächst keine weiteren Einzelheiten zur Art und Schwere der Schäden. Es blieb auch unklar, für wie lange die Anlagen geschlossen bleiben sollen. 

Takaichi will mit Trump „offen“ über den Krieg sprechenJapans Regierungschefin Sanae Takaichi wird an diesem Donnerstag im Weißen Haus in Washington erwartet. Sie muss sich mit US-Präsident Donald Trump vermutlich über die jüngsten Meinungsverschiedenheiten im Zusammenhang mit dem Irankrieg auseinandersetzen. Japan ist eigentlich ein enger Verbündeter der USA. Es gehört wie Deutschland aber zu den westlichen Ländern, die sich Trumps Forderung nach einer Entsendung von Kriegsschiffen zum Schutz der Straße von Hormus im Iran-Krieg verweigerten.Takaichi kündigte im Vorfeld des Treffens an, mit Trump „offen“ über den Krieg und dessen negative Folgen für Japan zu sprechen. Das Land hängt bei 95 Prozent seiner Ölimporte vom Nahen Osten ab 70 Prozent gehen durch die von den iranischen Revolutionsgarden de facto gesperrte Schifffahrtsstraße von Hormus. Weiteres Thema des Gesprächs soll nach Angaben von Takaichi eine mögliche Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern bei der Förderung von Seltenen Erden aus den Tiefen der Ozeane sein.

Trump droht Iran mit Angriff auf gesamtes Gasfeld Israel wird Irans wichtiges Gasfeld „South Pars“ nach Angaben von Donald Trump nicht erneut angreifen. Das gelte, solange Iran nicht weiter Qatars Gasanlagen attackiere, schränkte er in einem Post auf der Plattform Truth Social ein.Sollten allerdings Iran weiter die Gasindustrie in Qatar angreifen, drohte der US-Präsident mit einer massiven Bombardierung von „South Pars“ „mit einer Stärke und Schlagkraft, wie Iran es noch nie zuvor gesehen hat“.

Toter bei iranischen Raketenangriffen in IsraelBei der jüngsten Angriffswelle von Raketen aus Iran ist ein Mensch im Zentrum Israels getötet worden. Ein „ausländischer Arbeiter“ sei in Moschav Adanim, rund 20 Kilometer nordöstlich von Tel Aviv, getötet worden, erklärte der israelische Rettungsdienst Magen David Adom an diesem Donnerstagmorgen. Der Mann habe „mehrere Splitterverletzungen“ erlitten und sei noch am Einsatzort für tot erklärt worden.Damit steigt die Zahl der Todesopfer in Israel seit Beginn des Irankrieges auf 15. 

Neuer Angriff auf Schiff im Golf von Oman Südlich der Straße von Hormus ist ein Schiff im Golf von Oman von einem unbekannten Geschoss getroffen worden. An Bord brach ein Feuer aus. Das teilte die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) mit. Der Vorfall ereignete sich demnach etwa 20 Kilometer vor der Küste der Stadt Khor Fakkan in den Vereinigten Arabischen Emiraten, nahe dem südlichen Eingang zur Meerenge von Hormus. Weitere Einzelheiten zu dem Vorfall waren zunächst nicht bekannt. Wegen wiederholter iranischer Angriffe ist die Schifffahrt durch die strategisch wichtige Straße von Hormus, die vom Persischen Golf in den Golf von Oman führt, praktisch zum Erliegen gekommen.

Das Pentagon hat das ​Weiße Haus ⁠gebeten, einen Antrag an ​den US-Kongress ⁠über mehr als ‌200 Milliarden Dollar zur ⁠Finanzierung des ⁠Irankrieges zu genehmigen. ​Dies berichtet die „Washington ⁠Post“ unter ​Berufung auf ‌einen hochrangigen Regierungsvertreter.

Drei Tote nach iranischem Angriff im WestjordanlandBei einem iranischen Raketenangriff im Westjordanland sind palästinensischen Angaben zufolge drei Frauen getötet worden. Sieben weitere Palästinenserinnen seien verletzt worden, eine von ihnen schwebe in Lebensgefahr, teilte der palästinensische Rote Halbmond mit. Laut der Nachrichtenagentur Wafa wurde ein Schönheitssalon in dem Ort Beit Awa südwestlich von Hebron getroffen.Israels Armee bestätigte auf Anfrage, dass es in der Gegend einen Raketeneinschlag gegeben habe. Nach Erkenntnissen des Militärs handelt es sich um eine iranische Rakete - und keine Abfangrakete oder Teile davon. Medienberichten zufolge könnte von Iran zuletzt häufig eingesetzte, international weitgehend geächtete Streumunition den Salon getroffen haben. Iran greift eigentlich nicht palästinensische, sondern israelische Ziele an. Immer wieder schlagen jedoch auch in palästinensischen Gegenden Raketen oder Teile davon ein. Bei einem iranischen Angriff auf Israel im Jahr 2024 wurde ebenfalls ein Palästinenser im Westjordanland von Raketensplittern getroffen und getötet. Der Mann stammte ursprünglich aus dem Gazastreifen.Während es in Israel viele Bunker und Schutzräume gibt, ist das im Westjordanland nicht der Fall. Zudem gibt es keine Warnungen vor Raketenangriffen. 

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben erstmals seit Beginn des Irankriegs Ziele in Nordiran angegriffen. „Die israelischen Streitkräfte (...) haben damit begonnen, erstmals Ziele im Norden des Irans anzugreifen“, erklärte die Armee am Mittwochabend. Israelischen Medienberichten zufolge wurden unter anderem iranische Marineschiffe in der Hafenstadt Bandar Anzali am Kaspischen Meer angegriffen. 

Angriff auf Luftwaffenstützpunkt im IrakDer Irak meldet einen Angriff auf einen eigenen Luftwaffenstützpunkt in der Stadt Kirkuk. Ein Geschoss habe einen Brand ausgelöst, teilte das irakische Verteidigungsministerium auf der Plattform X mit. Das Feuer sei unter Kontrolle, es gebe keine Verletzten. Bei dem Luftwaffenstützpunkt im Nordirak handele es sich um eine rein irakische Einrichtung, in der sich keine ausländische Ausstattung oder Personal befinde, hieß es weiter. Das Ministerium bezeichnete den Angriff als inakzeptabel und stelle einen direkten Angriff auf die Fähigkeiten der irakischen Luftstreitkräfte dar. Nicht mitgeteilt wurde, wer verdächtigt werde, dafür verantwortlich zu sein. Der Irak grenzt an Iran und ist im Zuge des Kriegs ebenfalls Schauplatz von Angriffen. Im Irak haben die mit Teheran verbündeten Milizen großen Einfluss, die immer wieder Angriffe auf US-Truppen im Land für sich beanspruchen. In den vergangenen Tagen gab es unter anderem Angriffe auf einen US-Militärstützpunkt in der Nähe des Flughafens von Bagdad. Zudem geriet die US-Botschaft dort bereits zwei Mal innerhalb weniger Tage unter Beschuss. 

Hizbullah-Angriff auf Südisrael Die libanesische Hizbullah-Miliz hat erstmals seit Kriegsbeginn den Süden Israels angegriffen. In israelischen Orten in der Nähe des Gazastreifens sowie in der Stadt Aschkelon heulten am Abend die Warnsirenen. Israels Armee bestätigte auf Anfrage, dass die Hizbullah dafür verantwortlich sei. Auch mehrere israelische Medien berichteten darüber.Die von Iran unterstützten Schiitenorganisation feuerte am Abend ebenfalls abermals Raketen auf den Norden Israels, der an Libanon grenzt. Auch in der Küstenmetropole Tel Aviv war eine Explosion in der Ferne zu hören. Dort gab es aber keinen Raketenalarm. Berichte über Schäden oder Verletzte nach den neuen Angriffen gab es zunächst nicht. 

Slowakei beschließt Beschränkung für TreibstoffverkaufDie slowakische Regierung hat wegen der durch den Irankrieg verschärften Rohstoffkrise eine Beschränkung des Treibstoffverkaufs beschlossen. Die Verordnung solle vorerst für 30 Tage gelten, könne aber notfalls auch verlängert werden, sagte Ministerpräsident Robert Fico am Mittwoch nach einer Kabinettssitzung.Als Maßnahme gegen Hamsterkäufe und Tanktourismus dürfen pro Fahrzeug nur mehr Diesel und Benzin bis zu einem Maximalwert von 400 Euro gekauft werden. Die Mitnahme von mehr als 10 Litern in Kanistern oder anderen mitgebrachten Gefäßen ist auch innerhalb dieses Limits verboten. Treibstoffverkäufe ins Ausland werden zusätzlich begrenzt. Die Regierung sieht darin eine Alternative zu drastischen Preiserhöhungen für die Konsumenten.Für Fahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen gilt ein höherer Preis als für Inländer. Er wird als Durchschnitt der jeweils in den Nachbarländern Österreich, Tschechien und Polen geltenden Preise ermittelt.

Peseschkian warnt vor weiterer EskalationIrans Präsident Massud Peseschkian warnt nach Angriffen auf die Energieinfrastruktur vor einer weiteren Eskalation. Auf der Plattform X schrieb er, diese „aggressiven Handlungen“ würden Israel, den USA sowie deren Verbündeten keinen Vorteil bringen, sondern die Lage verschärfen. Sie könnten „unkontrollierbare Folgen“ haben, die sich weltweit auswirken. Parlamentspräsident, Mohammed Bagher Ghalibaf, erklärte auf X, es habe eine neue Eskalationsstufe begonnen. Das Prinzip „Auge um Auge“ gelte. Ein Sprecher der Kommandozentrale der Streitkräfte sagte laut der staatlichen Rundfunkagentur, das Militär habe wiederholt davor gewarnt, dass Iran den Krieg ausweiten werde, sollte seine Energieversorgung angegriffen werden. „Wartet auf die Reaktion Irans“, sagte der Sprecher.Zuvor hatte Israels Luftwaffe Anlagen der Gasindustrie am Persischen Golf angegriffen. Das Gasfeld „South Pars“, das Iran und Qatar ausbeuten, ist die weltweit größte bekannte Gasreserve und liefert rund 70 Prozent der iranischen Gasversorgung.