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09.03.2026
21:14 Uhr
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In dem Gespräch soll es um ein Ende des Irankriegs und des Ukrainekriegs gegangen sein +++ Selenskyj: Elf Länder haben uns um Hilfe gebeten +++ Wadephul zu Gesprächen in Zypern eingetroffen +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Israel: Wieder Ziele der iranischen Regierung angegriffen Die israelische Armee hat eine erneute Angriffswelle gegen die iranische Hauptstadt Teheran gestartet. „Zum zweiten Mal heute“ habe die Armee „eine umfassende Welle von Angriffen in Teheran begonnen“, teilte das israelische Militär am Montagabend mit. Die Angriffe richteten sich gegen „terroristische Ziele“. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP in Teheran hatten zuvor von einer besonders starken Explosion in der Stadt berichtet. Zur gleichen Zeit kurz nach Mitternacht Ortszeit seien auch Kampfjets über der Stadt zu hören gewesen. Die Explosion war demnach an mehreren Orten zu spüren. Es war zunächst unklar, was getroffen wurde.
Trump: Haben bei Iran „kurzen Abstecher“ gemacht US-Präsident Donald Trump bezeichnet den Angriff auf Iran als „kurzen Abstecher“. „Wir haben einen kleinen Abstecher gemacht, weil wir das Gefühl hatten, dass wir das tun mussten, um etwas Böses loszuwerden“, sagt Trump auf einer Konferenz der Republikaner im Bundesstaat Florida. Es werde sich zeigen, dass es sich um einen „kurzen Abstecher“ handele.
Wadephul spricht mit Rubio über Iran und IrakAußenminister Johann Wadephul hat am Abend nach mit US-Außenminister Marco Rubio telefoniert. „Es besteht gleichzeitig die Sorge in Bezug auf die wirtschaftlichen Folgen einer langfristigen Auseinandersetzung“, teilt Wadephul danach mit. Man sei sich einig gewesen, dass Iran seine Angriffe auf die Nachbarländer stoppen müsse. Er habe Rubio auch für die US-Unterstützung bei der Ausreise des deutschen Botschaftspersonals aus Bagdad gedankt. Aus dem Auswärtigen Amt heißt es dazu, dass das Personal der deutschen Botschaft in Bagdad aufgrund der Bedrohungslage temporär aus Irak verlegt worden sei. Die Erreichbarkeit der Botschaft sei weiterhin gewährleistet.
Ölpreis sinkt nach Trump-Äußerung Die Ölpreise sind nach ihrem rasanten Anstieg am Montagabend deutlich gesunken. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump mit Interview-Äußerungen Hoffnung auf ein baldiges Ende des Kriegs mit Iran geweckt. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent fiel daraufhin auf 89,20 US-Dollar. Zum Vergleich: In der Nacht zu Montag hatte die Furcht vor Ölknappheit den Preis noch bis auf mehr als 120 Dollar nach oben getrieben. Nun ist Rohöl sogar etwas günstiger zu haben als am Freitag.
Mehrere Länder sondieren laut Iran wegen Waffenruhe Iran steht nach eigenen Angaben mit mehreren Staaten wegen einer möglichen Waffenruhe in Kontakt. Länder wie China, Russland und Frankreich hätten sich deswegen an die Islamische Republik gewandt, sagt Vize-Außenminister Kasem Gharibabadi im staatlichen Fernsehen. Erste Bedingung für eine Feuerpause sei der Stopp weiterer Aggressionen.
US-Sender: Trump erwägt Übernahme der Straße von Hormus US-Präsident Donald Trump überlegt dem Sender CBS zufolge, die Kontrolle über die Straße von Hormus zu übernehmen. Dem neuen geistlichen Oberhaupt Ajatollah Modschtaba Chamenei habe er nichts zu sagen, zitiert der US-Sender weiter aus seinem Interview mit Trump. Ihm schwebe jemand vor, der stattdessen den Iran führen könne. Einen Namen nennt Trump nicht. Der US-Präsident hat nach der Tötung von Ajatollah Ali Chamenei bei US-israelischen Luftangriffen ein Mitspracherecht bei der Neubesetzung des höchsten Amtes in der Islamischen Republik beansprucht. Die Regierung in Teheran hat dies zurückgewiesen.
Israel soll Frankreichs Vorschlag für Waffenrufe mit Hizbullah abglehnt habenIsrael hat laut einem Medienbericht einen französischen Vorschlag für eine Waffenruhe mit der Hizbullah abgelehnt. Wie die Zeitung „Haaretz“ unter Berufung auf eine mit den Details vertraute Person schrieb, habe die Regierung in Paris angeboten, die libanesische Armee bei der Entwaffnung der Schiitenorganisation zu unterstützen. Die israelische Regierung habe den Vorschlag aber zurückgewiesen. Sie sei entschlossen, das Problem selbst zu lösen und die Hizbullah ein für alle Mal zu zerschlagen, hieß es in dem Bericht.Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte laut Angaben des Elysee-Palasts am Morgen mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu telefoniert und auch über die Situation in Libanon gesprochen. Dort sind verschiedenen Angaben zufolge bis zu einer Million Menschen vertrieben worden, seit die israelische Armee vor rund einer Woche vor rund einer Woche mit einer Gegenoffensive auf den Eintritt der Hizbullah in den Irankrieg reagierte. Zugleich hat die Hizbullah zuletzt ihren Beschuss auf Israel ausgeweitet, am Montagnachmittag attackierte sie erstmals auch Gegenden auf der Höhe von Tel Aviv und sogar südlich davon.
UN-Behörde: Fast die Hälfte des iranischen Urans wohl noch in Isfahan Der Iran lagert nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) fast die Hälfte seines auf bis zu 60 Prozent angereicherten Urans in einer unterirdischen Anlage in Isfahan. Der Tunnelkomplex sei das einzige Ziel, das bei den Angriffen Israels und der USA auf iranische Atomanlagen im Juni offenbar nicht schwer beschädigt worden sei, sagte IAEA-Chef Rafael Grossi am Montag in Paris. Diplomaten zufolge wird Isfahan schon länger als Lagerstätte für das Material genutzt, das vergleichsweise einfach waffenfähig gemacht werden könnte.Grossi bezifferte den Bestand in Isfahan auf „etwas mehr als 200 Kilogramm“. Zum Zeitpunkt der Angriffe im Juni habe der Iran insgesamt mehr als 440,9 Kilogramm des hochangereicherten Urans besessen. Bei weiterer Anreicherung würde die Menge theoretisch für zehn Atomwaffen ausreichen. „Man geht allgemein davon aus, dass das Material noch dort ist“, sagte Grossi mit Blick auf Isfahan. Weder die IAEA noch andere Beobachter hätten auf Satellitenbildern Anzeichen dafür entdeckt, dass das Material verlegt worden sei. Auch in der Anlage in Natans werde noch eine gewisse Menge vermutet.
Syrien will Libanon bei der Entwaffnung der Hizbullah helfenSyriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa hat dem Libanon seine Unterstützung bei der Entwaffnung der Hizbullah zugesichert. Das sagte er in einer Videokonferenz mit EU-Vertretern und anderen Staats- und Regierungschefs der Region, wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete.Al-Scharaa zeigte demnach seine volle Unterstützung für „die ernsthaften und entschlossenen Schritte, die die Regierungen des Iraks und des Libanon unternommen haben, um ihre Nationen vor der anhaltenden Gewalt zu schützen.“
Außenminister Wadephul zu Gesprächen in ZypernVor dem Hintergrund des Irankrieges ist Außenminister Johann Wadephul am Montagabend in Zypern eingetroffen. „Unserem EU-Partner gilt in diesen Tagen besondere Solidarität, nachdem das Land in der vergangenen Woche von iranischem Drohnenbeschuss betroffen war“, teilte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts mit. Daher werde der Außenminister am Dienstag in Nikosia politische Gespräche zur Lage im Nahen und Mittleren Osten führen. Auch Themen der derzeitigen zyprischen EU-Ratspräsidentschaft stünden auf der Agenda, äußerte die Sprecherin. Montagabend bereits stand ein Gespräch mit dem Außenminister aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Scheich Abdullah bin Zayed, in Zypern an. Auf einem britischen Stützpunkt auf Zypern war vergangene Woche eine iranische Drohne eingeschlagen, verletzt wurde niemand. Zwei weitere Drohnen waren abgefangen worden, bevor sie Zypern erreicht hatten. Während unter anderem Großbritannien, Spanien und Frankreich angeboten hatten, ein Kriegsschiff in das Gebiet zu schicken, plant Berlin das bislang nicht.
Großes Interesse an Kiews DrohnenabwehrIm Zuge des Irankriegs haben nach ukrainischen Angaben bislang elf Länder die Hilfe Kiews bei der Abwehr von Drohnen angefragt. Dabei handele es sich um Nachbarländer Irans, um europäische Staaten und die USA, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. „Es besteht ein klares Interesse an den Erfahrungen der Ukraine beim Schutz von Menschenleben, an Abfangsystemen, Systemen zur elektronischen Kriegsführung und bezüglich der Ausbildung“, führte Selenskyj weiter aus. Die Ukraine hat nach eigener Darstellung im Zuge des russischen Angriffskrieges große Fähigkeiten zur Abwehr von Drohnen der Bauart iranischer Schahed-Modelle aufgebaut, die Russland fast täglich für Angriffe in der Ukraine nutzt. Kiew hat eine Reihe von Abfangdrohnen entwickelt.
Macron verspricht Zypern „die volle Solidarität“Der französische Präsident Emmanuel Macron hat bei einem Besuch am Montag Zypern „die volle Solidarität“ zugesichert. Frankreich hat einen Flugzeugträger mit 30 Kampfflugzeugen und eine Fregatte zum Schutz der Mittelmeerinsel vor iranischen Angriffen entsandt. Bei einer Pressekonferenz mit dem zypriotischen und dem griechischen Ministerpräsidenten sagte Macron: „Wir wollen zur Deeskalation beitragen und die Handelsrouten schützen.“ Mehrere Drohnenangriffe hatten Zypern zum Ziel.
Putin gratuliert neuem Obersten Führer IransRusslands Herrscher Wladimir Putin hat dem neuen Obersten Führers Irans, Modschtaba Khamenei, seine „aufrichtigen Glückwünsche zur Wahl“ ausgesprochen. In einer Botschaft, die der Kreml am Montag verbreitete, heißt es mit Blick auf die amerikanisch-israelischen Angriffe weiter: „Jetzt, da Iran einer bewaffneten Aggression ausgesetzt ist, wird Ihre Tätigkeit auf diesem hohen Posten zweifelsohne großen Mut und Selbstaufopferung erfordern. Ich bin überzeugt, dass Sie die Sache Ihres Vaters mit Ehre fortsetzen und das iranische Volk angesichts der schweren Prüfungen zusammenhalten werden.“ Weiter sagte Putin dem neuen Obersten Führer „unsere unveränderliche Unterstützung Teherans und die Solidarität mit den iranischen Freunden“ zu. „Russland war und bleibt der Islamischen Republik ein verlässlicher Partner.“ Putin schließt mit den Worten: „Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Bewältigung der vor Ihnen liegenden schwierigen Aufgaben sowie gute Gesundheit und Kraft.“ Russland und Iran hatten im vergangenen Jahr eine strategische Partnerschaft besiegelt, die auch eine militärische Zusammenarbeit, aber keinen gegenseitigen Beistand vorsieht, sollte eines der Länder angegriffen werden. Im F.A.Z.-Interview hat der russische Iran-Fachmann Nikita Smagin erklärt, warum es für Putin wichtig ist, dass das Regime in Iran bestehen bleibt.