FAZ 14.03.2026
13:03 Uhr

Liveblog Irankrieg: Indien drängt auf sichere Passage weiterer Tanker


Iran lässt zwei indische Schiffe durch Straße von Hormus +++ US-Armee: mehr als 90 Ziele auf iranischer Insel Kharg getroffen +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Indien drängt auf sichere Passage weiterer Tanker

Israelische Bodentruppen töten Dutzende  Hisbollah-Milizionäre Israelische Bodentruppen haben bei Kämpfen im Südlibanon einem Bericht der Zeitung „Times of Israel“ zufolge Dutzende Milizionäre der irantreuen Hisbollah getötet. Das Verteidigungsministerium in Tel Aviv bestätigte den Bericht auf Anfrage. Zudem seien Waffenlager, ein Kommandozentrum und Beobachtungsposten der Hisbollah zerstört worden. Die Einsätze hätten bereits vergangene Woche in der Region von Rab El Thalathine westlich der israelisch besetzten Golanhöhen begonnen. In dem Ort sollten militärische Anlagen der Hisbollah zerstört und Bewaffnete der Miliz vertrieben werden, schrieb die Zeitung.Die Armee bestätigte zudem, dass das Nordkommando seine Vorbereitungen fortsetze, um in der kommenden Woche zusätzliche Truppen aufzunehmen. Es gehe unter anderem um die 98. Division mit zwei Kampfbrigaden und zusätzlichen Pionierbataillonen sowie um die Golani-Brigade. Nach Darstellung des Nachrichtenportals „Axios“ will Israel das gesamte Gebiet südlich des Litani-Flusses einnehmen, um die militärische Infrastruktur der Hisbollah zu zerschlagen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron forderte erneut ein Ende der gegenseitigen Angriffe zwischen Israel und der Hisbollah. 

Schweiz lehnt zwei Überfluggesuche der USA abDie Schweiz hat nach eigenen Angaben zwei Überfluggesuche der USA im Zusammenhang mit dem Irankrieg abgelehnt. Drei weitere Gesuche seien genehmigt worden, teilt die Schweizer Regierung mit. Sie begründete die Ablehnungen mit der Neutralität des Landes. Demzufolge seien Überflüge von Konfliktparteien verboten, die einem militärischen Zweck dienten. Erlaubt seien hingegen humanitäre und ​medizinische Transporte sowie Flüge ohne Konfliktbezug. 

Irans Außenminister äußert sich zu Modschtaba Chamenei Nach US-Angaben über eine Verletzung des neuen obersten Führers Irans hat der Außenminister des Landes betont, dass es „kein Problem“ bei Modschtaba Chamenei gebe. „Es gibt kein Problem mit dem neuen obersten Führer“, sagte Außenminister Abbas Araghtschi am Samstag dem US-Sender MS Now. „Er erfüllt seine Pflichten gemäß der Verfassung und wird dies auch weiterhin tun.“ US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte am Freitag erklärt, Chamenei sei „verletzt und wahrscheinlich entstellt“.Medienberichten zufolge wurde Modschtaba Chamenei am ersten Tag des Iran-Krieges am 28. Februar bei einem Luftangriff auf Teheran verletzt, bei dem sein Vater Ayatollah Ali Chamenei getötet wurde. Modschtaba Chamenei wurde daraufhin am 8. März als Nachfolger seines Vaters zum politischen und geistlichen Oberhaupt des Iran ernannt.Nach seiner Ernennung hatte Modschtaba Chamenei am Donnerstag seine erste Botschaft veröffentlicht. Diese trug er jedoch nicht persönlich vor und trat auch nicht in der Öffentlichkeit auf, sondern sie wurde von einer Journalistin im Staatsfernsehen verlesen. Dass sich der 56-jährige Chamenei nicht öffentlich äußerte, löste Spekulationen über seinen Verbleib aus.

Türkei prüft Widersprüche bei RaketenabschüssenDie Türkei prüft laut Außenminister Hakan Fidan Widersprüche zwischen iranischen Angaben und vorliegenden technischen Daten zu den Raketen, die auf die Türkei abgefeuert wurden. Der Iran habe jede Verantwortung zurückgewiesen, sagt Fidan bei einer Pressekonferenz. Die türkischen Behörden verfügten über technische Daten zu den auf ​die Türkei abgefeuerten Raketen und würden die Unstimmigkeiten gegenüber iranischen Vertretern zur Sprache bringen.

Trump: „Viele Länder\" werden Straße von Hormus absichernUS-Präsident Donald Trump hat militärische Hilfe „vieler Länder“ für die sichere Fahrt von Handelsschiffen durch die Straße von Hormus in Aussicht gestellt. „Viele Länder – insbesondere diejenigen, die von Irans versuchter Blockade der Straße von Hormus betroffen sind – werden gemeinsam mit den Vereinigten Staaten Kriegsschiffe entsenden, um sie offen und sicher zu halten“, schrieb der Republikaner auf seiner Plattform Truth Social. Er ergänzte, dass „hoffentlich“ China, Frankreich, Japan, Südkorea, Großbritannien und andere Länder, die von der Einschränkung betroffen sind, Schiffe entsenden werden.Wie konkret die Pläne sind, blieb unklar. Trump versprach, die Straße von Hormus werde so oder so bald wieder „OFFEN, SICHER und FREI“ sein. Zuvor hatte er vor Journalisten gesagt, dass US-Kriegsschiffe in Kürze Tanker durch die Straße von Hormus begleiten sollten. Die Eskorte der US-Marine werde „bald“ beginnen. Der Verkehr durch die für den globalen Ölexport wichtigen Meerenge ist im Iran-Krieg nahezu zum Erliegen gekommen. Das trieb die Preise in die Höhe.Nach einer Beratung von G7-Staaten hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vor Tagen davon gesprochen, dass die Staatengruppe eine Mission zur Eskortierung von Öltankern und Frachtschiffen durch Kriegsschiffe vorbereiten wolle. Zu den G7-Staaten gehören Deutschland, die USA, Japan, Kanada, Großbritannien, Frankreich und Italien.

Iran droht mit Angriffen auf US-UnternehmenIran kündigt an, US-Unternehmen in der Region anzugreifen, sollte seine Energieinfrastruktur ins Visier genommen werden. Iran werde mit Vorsicht vorgehen, um Angriffe auf besiedelte Gebiete zu vermeiden, sagt Außenminister Abbas Araghtschi staatlichen Medien zufolge.

Zwei Verletzte bei Raketenangriffen im Süden IsraelsBei neuen iranischen Raketenangriffen auf Israel sind in der Stadt Eilat im Süden des Landes zwei Menschen verletzt worden. Ein 12 Jahre alter Junge sei mäßig schwer verletzt worden, berichteten israelische Medien unter Berufung auf Angaben des behandelnden Krankenhauses. Zuvor hatte der Rettungsdienst Magen Davon Adom mitgeteilt, der Junge sei schwer verletzt worden. Ein 39 Jahre alter Mann sei mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden und vier weitere Menschen wegen Angstzuständen behandelt worden. In der Stadt gab es mehrere Einschläge von Raketen- und Trümmerteilen.In Eilat – vor allem bei Israelis und vor dem Krieg auch bei ausländischen Touristen als Urlaubsort am Roten Meer beliebt – waren seit Kriegsbeginn im Vergleich zum Zentrum und Norden des Landes wenige Angriffe aus Iran gemeldet worden. Nach Angaben des israelischen Fernsehsenders N12 heulten in Eilat am Samstag zweimal die Sirenen wegen Raketenalarmen.

Reeder von Merz-Absage zu Hormus-Einsatz enttäuschtDer Verband Deutscher Reeder (VDR) hat sein Befremden über die klare Absage der Bundesregierung an eine deutsche Beteiligung zum Schutz der Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus geäußert. Deutschland sollte entsprechende internationale Bemühungen „aktiv begleiten und alle Optionen prüfen, die zu einem wirksamen Schutz von Schiffen und Besatzungen beitragen können“, teilte der VDR in Hamburg mit.„Ein bloßes Vertrauen darauf, dass es zu keinen Zwischenfällen kommt, kann angesichts der aktuellen Lage keine tragfähige Strategie sein“, so die Reeder weiter.Bundeskanzler Friedrich Merz hatte am Freitag klargestellt, dass es für ihn im Augenblick „keine Veranlassung, über eine militärische Absicherung der Seewege nachzudenken“, gebe. Deutschland sei nicht Teil dieses Krieges „und wir wollen es auch nicht werden“, betonte er. „Und insofern sind alle unsere Bemühungen darauf gerichtet, den Krieg zu beenden.“

US-Armee: mehr als 90 Ziele auf Kharg angegriffenDie amerikanischen Streitkräfte haben in der Nacht auf Samstag mehr als 90 militärische Ziele auf der iranischen Insel Kharg erfolgreich angegriffen. Die Ölinfrastruktur sei dabei verschont ​geblieben, teilte das US-Zentralkommando nun mit. Demnach wurden Lager für Seeminen, Raketenbunker und zahlreiche weitere militärische Einrichtungen zerstört. 

Israelischer Verteidigungsminister sieht „entscheidende Phase“ in Irankrieg Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz sieht in der militärischen Auseinandersetzung mit Iran einen Schlüsselmoment gekommen. Der Kampf gegen Teheran intensiviere sich und gehe in die „entscheidende Phase“ über, sagte Katz nach Angaben seines Büros. Genaue Zeitangaben machte er nicht. Katz fügte lediglich hinzu, diese Phase werde so lange dauern, wie nötig.Katz erklärte demnach, die israelische Luftwaffe setze ihre intensive Angriffswelle in der iranischen Hauptstadt Teheran sowie im gesamten Land fort.Gleichzeitig rief er die Bevölkerung in Iran zum Widerstand gegen die Führung in Teheran auf. „Nur das iranische Volk kann dem ein Ende setzen – durch einen entschlossenen Kampf bis zum Sturz des Terrorregimes“, sagte Katz. Bereits zuvor betonte er, die Angriffe auf Ziele in Iran zielten darauf, dem iranischen Volk zu ermöglichen, sich aufzulehnen und die Führung zu stürzen. 

Libanon: Krankenschwestern und Ärzte bei israelischem Angriff getötetIn Libanon sind offiziellen Angaben zufolge mindestens zwölf Mitarbeiter des Gesundheitswesens bei einem israelischen Luftangriff getötet worden. Die Ärzte, Krankenschwestern und Sanitäter seien beim Angriff im Dorf Burdsch Kalauijeh im Süden getötet worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Das Personal sei an einer Einrichtung zur medizinischen Grundversorgung im Einsatz gewesen. Die Rettungsarbeiten dauerten an und die Opferzahl steige möglicherweise noch, hieß es.„Solche Attacken stehen im Widerspruch zum Völkerrecht, das medizinisches Personal schützt“, teilte das Ministerium mit. Es handle sich um den zweiten Angriff auf das Gesundheitssystem in Libanon innerhalb weniger Stunden. Zuvor seien auch Sanitäter in einem weiteren Dorf im Süden angegriffen worden.Israels Armee teilte auf Anfrage zunächst mit, den Vorfall zu prüfen. 

Ölverladungen im Emirat Fudschaira ausgesetztIm Emirat Fudschaira ist durch das Herabfallen von Trümmerteilen einer abgefangenen Drohne ein Brand ausgebrochen. Verletzte gebe es nicht, teilte die Pressestelle des Emirats mit. Zivilschutzkräfte seien im Einsatz, um das Feuer zu bekämpfen. Fudschaira gehört zu den Vereinigten Arabischen Emiraten und ist ein wichtiger Umschlagplatz für Treibstoff.Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, wurden nach dem Drohnenangriff einige Ölverladungen ausgesetzt. Der Hafen Fudschaira liegt außerhalb der Straße von Hormus, die derzeit von Iran blockiert wird.

Internet in Iran weiter blockiertDie Internetblockade in Iran geht in die dritte Woche. Die auf Internetsperren spezialisierte Organisation Netblocks schrieb auf X, dass die Konnektivität weiterhin bei nur ein Prozent des normalen Niveaus liege. Die Bevölkerung könne nur ein eingeschränktes internes Intranet nutzen, während staatlich genehmigte Nutzer uneingeschränkten Zugang zum globalen Netz erhielten.Netblocks schreibt: „Während authentische Stimmen zum Schweigen gebracht werden und die Zivilbevölkerung ohne wichtige Informationen bleibt, füllt ein stetiger Strom von Inhalten, die das Regime genehmigt hat, die Lücke.“ 

Iran: Ölinfrastruktur nach US-Angriff auf Kharg nicht beschädigtBei den US-Angriffen auf die iranische Insel Kharg ist einer iranischen Nachrichtenagentur zufolge keine Ölinfrastruktur beschädigt worden. Die Nachrichtenagentur Fars berichtete am Samstag unter Berufung auf Informanten auf der Insel, es seien 15 Explosionen zu hören gewesen, es gebe aber keine Schäden an Ölanlagen. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, bei den US-Angriffen vom Freitag seien nur militärische Ziele zerstört worden.Die Insel Kharg liegt etwa 30 Kilometer von der Küste entfernt im Norden des Persischen Golfs. Über das dort befindliche Öl-Terminal wird fast der gesamte iranische Rohölexport abgewickelt. Trump hatte am Freitagabend in seinem Onlinedienst Truth Social gedroht, Ölinfrastruktur auf der Insel anzugreifen, wenn Teheran weiterhin die strategisch wichtige Straße von Hormus blockiere. Iran drohte im Gegenzug mit der Zerstörung von mit den USA verbundener Ölinfrastruktur.Fars zufolge versuchte die US-Armee, auf Khargh „die Verteidigungsanlagen der Armee, die Joschan-Marinebasis, den Flughafen-Tower und den Hubschrauber-Hangar des iranischen Unternehmens Continental Shelf Oil zu beschädigen“.