FAZ 13.03.2026
06:20 Uhr

Liveblog Irankrieg: Deutschland wäre laut Studie Hauptziel von Iran-Flüchtenden


Macron: Französischer Soldat bei Drohnenangriff im Irak getötet +++ USA erlauben zeitweisen Verkauf von russischem Öl +++ US-Armee: Betankungsflugzeug über dem Westen des Irak abgestürzt +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: Deutschland wäre laut Studie Hauptziel von Iran-Flüchtenden

Israel weitet Angriffe auf Beirut ausIsrael weitet seine ⁠Angriffe auf die libanesische Hauptstadt aus. Eine Drohne habe ein Wohnhaus im Beiruter Stadtteil Burdsch Hammud getroffen, melden libanesische Medien. Es ist der erste Angriff auf den ‌Bezirk am nördlichen Stadtrand der Hauptstadt. Bislang konzentrierten sich die Angriffe auf die Hochburg der Hisbollah-Miliz im Süden der Hauptstadt. 

Russland hält weitere Lockerungen der Öl-Sanktionen für unvermeidlichDie Ausnahmegenehmigung der USA für den Kauf von sanktioniertem russischen Öl betrifft nach Angaben aus Moskau 100 Millionen Barrel. Angesichts ‌der wachsenden Energiekrise scheine eine weitere Lockerung der Restriktionen unvermeidlich, schreibt der russische Gesandte Kirill Dmitrijew auf dem Kurznachrichtendienst Telegram. Dies gelte ‌trotz des Widerstands einiger „Brüsseler ‌Bürokraten“. Die USA haben eine 30-tägige Ausnahmeregelung erlassen, nach der Öl in Tankern auf See verkauft werden darf. US-Finanzminister Scott Bessent hat dies mit ​der Stabilisierung der Energiemärkte begründet. 

Trump: „Wir zerstören das terroristische Regime des Irans vollständig“US-Präsident Donald Trump hat seine Drohungen gegen den Iran erneuert. „Wir zerstören das terroristische Regime des Irans vollständig - militärisch, wirtschaftlich und auf andere Weise“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Die iranische Marine sei verschwunden, ihre Luftwaffe existiere nicht mehr, Raketen, Drohnen und alles andere werde vernichtet, und ihre Anführer seien von der Erde getilgt worden, schrieb Trump. Der Republikaner argumentierte weiter, die USA verfügten über beispiellose Feuerkraft, unbegrenzte Munition und viel Zeit. „Schaut, was heute mit diesen gestörten Drecksäcken passiert“, schrieb er - ohne seine Drohung näher zu erläutern. 

Studie zu Migrationsmustern:  Deutschland wäre wohl Hauptziel von Iran-Flüchtenden Sollte es im Zuge des Kriegs im Nahen Osten zu Fluchtbewegungen kommen, dürfte Deutschland das Hauptzielland für Menschen aus dem Iran sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Forschungsinstituts Rockwool Foundation (RF) Berlin. Migrationsmuster bauten in der Regel auf bestehenden Verbindungen zwischen Herkunfts- und Zielländern auf, sagte RF-Berlin-Direktor Christian Dustmann. „Dies unterstreicht die Bedeutung von Diaspora-Netzwerken, die die Kosten und Risiken von Migration verringern“, sagte der Professor für Wirtschaftswissenschaften am University College London und Mitautor der Studie.Laut einer repräsentativen Umfrage vom Meinungsfoschungsinstitut Gallup von 2024 gaben 28 Prozent der damals befragten Iranerinnen und Iraner Deutschland als wahrscheinlichstes Zielland an, gefolgt von Kanada mit 13 Prozent, der Türkei mit zehn Prozent, dem Vereinigten Königreich mit sechs Prozent und Frankreich mit sechs Prozent. Von 1007 befragten Iranerinnen und Iraner gaben 252 seinerzeit an, auswandern zu wollen. Die Migrationsabsichten stimmen weitgehend mit den tatsächlichen Ansiedlungsmustern jüngerer Geflüchteter aus beiden Ländern überein, heißt es in der Studie der Rockwool Foundation. Demnach lebten bis Ende 2025 29 Prozent der iranischen Geflüchteten in Deutschland. Die geografische Verteilung der Migrationsabsichten spiegele stark die geografische Verteilung bestehender Flüchtlingsgemeinschaften wider, sagte auch Tommaso Frattini, stellvertretender Direktor des Zentrums für Migrationsforschung (CReAM) bei RF Berlin. „Das deutet darauf hin, dass Migration im Falle zunehmender Vertreibung in der aktuellen Krise wahrscheinlich den bereits bestehenden Migrationskorridoren folgen wird“, so der Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Mailand.Migrationsabsichten führten jedoch nicht automatisch zu tatsächlichen Migrationsbewegungen. „Praktische Einschränkungen können die tatsächlichen Migrationsbewegungen insbesondere in den frühen Phasen einer Krise beeinflussen“, erklärte Christian Dustmann. Weiter entfernte Ziele wie Kanada, Australien und die USA seien schwieriger zu erreichen. „Es ist daher wahrscheinlich, dass Europa und insbesondere Deutschland zum wichtigsten Ziel möglicher Flüchtlingsbewegungen wird, falls die Vertreibung infolge des Krieges zunimmt.“Angesichts des Iran-Krieges wächst in Deutschland die Sorge hinsichtlich einer möglichen Massenflucht aus der Region. Politiker aus Koalition und Opposition forderten, Deutschland und Europa müssten sich gegen eine mögliche Fluchtbewegung wappnen. Die Polizeibehörden warnten vor Gefahren für die innere Sicherheit und mahnten ein abgestimmtes Vorgehen an.Die USA und Israel hatten am 28. Februar gemeinsame Luftangriffe auf den Iran begonnen. Am ersten Kriegstag wurden der obersten Führer des Landes, Ayatollah Ali Chamenei, und weitere Mitglieder der iranischen Führung bei US-israelischen Luftangriffen in Teheran getötet. Der Iran greift seitdem mit Raketen- und Drohnen Israel sowie mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion an. 

Australien gibt erstmals seit 2022 Benzin aus Notreserven freiAustralien greift erstmals seit dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 auf Teile seiner strategischen Treibstoffreserven zurück. Die Regierung stelle rund sechs Tage Benzin und etwa fünf Tage Diesel aus dem Notvorrat zur Verfügung, teilte Energieminister Chris Bowen mit.Der Schritt soll Händlern mehr Spielraum bei der Versorgung geben. Wegen der komplexen Lieferketten werde der Treibstoff jedoch nicht sofort auf den Markt kommen, sagte Bowen. Die Pflichtlagerhaltung, die genau für diesen Zweck eingeführt worden sei, sei jetzt notwendig, betonte Bowen. „Es gibt einen Krieg. Ich denke, Krieg erfüllt die Kriterien einer Krise.“ 

Iran-Krieg: USA erlauben zeitweise Kauf von russischem ÖlDie US-Regierung will dem aufgrund des Iran-Kriegs stark gestiegenen Ölpreis entgegenwirken: Um das Angebot auf dem Weltmarkt zu verbessern, dürfen Länder zeitweise russisches Öl kaufen, das sich bereits auf Schiffen befindet. Das erklärte Finanzminister Scott Bessent auf der Plattform X. Die befristete Ausnahme von US-Sanktionen soll bis 11. April gelten. Russland, das seit mehr als vier Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt, dürfte damit zumindest kurzfristig seine Einnahmen aus dem Rohöl-Verkauf steigern können. Bessent argumentierte jedoch, Russland werde von dieser „eng gefassten“ Ausnahme nicht in bedeutender Weise finanziell profitieren. 

Konjunkturforscher: Inflation könnte auf sechs Prozent steigenDer Konjunktur-Chef des RWI-Leibniz-Institutes, Torsten Schmidt, warnt vor hoher Inflation, sollte der Iran-Krieg länger als vier Wochen dauern. „Hohe Ölpreise treiben die Verbraucherpreise. Bei einem längeren Krieg könnte die Inflation in diesem Jahr vorübergehend auf sechs Prozent steigen“, sagte Schmidt der „Rheinischen Post“. „Dann ist das Wirtschaftswachstum weg, Deutschland würde in das vierte Jahr der Rezession rutschen.“Sollte der Krieg mehr als vier Wochen dauern und der Iran weiter Öl- und Gas-Anlagen in den Golf-Staaten zerstören, komme es zu echten Engpässen auf dem Weltmarkt. „Dann halte ich auch einen Ölpreis von 150 Dollar pro Barrel für möglich“, sagte Schmidt. 

Afghanische Polizei: Vier Menschen bei pakistanischem Angriff in Kabul getötetBei einem pakistanischen Angriff in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind der afghanischen Polizei zufolge vier Menschen getötet worden. Bei dem Angriff auf „zivile Häuser“ in dem Viertel Gusar im Osten Kabuls seien zudem 15 weitere Menschen verletzt worden, erklärte ein Sprecher der afghanischen Polizei am Freitag im Onlinedienst X. Unter den Opfern befänden sich auch Frauen und Kinder.Der Sprecher der Taliban-Regierung in Kabul, Sabihullah Mudschahid, meldete derweil im Onlinedienst X pakistanische Angriffe in Kabul sowie in den Provinzen Kandahar, Paktia, Paktika und einigen anderen Gebieten.Ein pakistanischer Sicherheitsbeamter bestätigte der Nachrichtenagentur AFP, dass die pakistanische Armee in der Nacht zum Freitag Angriffe in Afghanistan geflogen habe. Ziel der Angriffe seien die pakistanischen Taliban (TTP) gewesen.

Iranische Staatsmedien: Mehrere Explosionen in TeheranIn Irans Hauptstadt Teheran haben sich iranischen Staatsmedien zufolge mehrere Explosionen ereignet. Bewohner der betroffenen Teile von Teheran hätten berichtet, dass ihre Häuser gebebt hätten, berichtete die iranische staatliche Nachrichtenagentur Fars. Bislang gebe es keine Berichte über Verletzte. Die stärksten Explosionen seien im Süden der iranischen Hauptstadt zu hören gewesen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Tasnim.

Bericht: USA haben im Iran-Krieg bereits Munition für Jahre verbrauchtDie USA haben einem Zeitungsbericht ‌zufolge seit Beginn des Krieges mit dem Iran Munitionsvorräte für „Jahre“ verbraucht. Zu den schnell ‌zur Neige ‌gehenden Waffen zählten auch moderne Langstreckenraketen vom Typ Tomahawk, berichtet die „Financial Times“ unter Berufung ​auf Insider. 

Trump empfiehlt iranischem Team Verzicht auf Fußball-WM-TeilnahmeUS-Präsident Donald Trump hat der iranischen Fußball-Nationalmannschaft den Verzicht auf die Teilnahme an der anstehenden Weltmeisterschaft in Nordamerika nahegelegt. Er begründete dies am Donnerstag auf seiner Online-Plattform Truth Social mit einer Sorge um „Leben und Sicherheit“ der Spieler. Noch vor wenigen Tagen hatte Trump laut Fifa-Präsident Gianni Infantino erklärt, dass die Fußballer trotz des Iran-Kriegs in den USA „natürlich willkommen“ seien.„Die iranische Nationalmannschaft ist bei der Weltmeisterschaft willkommen“, wiederholte Trump am Donnerstag. „Aber ich glaube wirklich nicht, dass es angemessen ist - wegen ihres eigenen Lebens und ihrer Sicherheit“, schrieb der US-Präsident. Er gilt als „Freund“ von Fifa-Boss Infantino. Der Chef des Weltfußballverbands hatte Trump am Rande der WM-Auslosung im Dezember den erstmals vergebenen Fifa-Friedenspreis verliehen. 

Irakische Miliz: Haben US-Militärflugzeug abgeschossenEine vom Iran unterstützte Milizengruppe hat nach eigenen ‌Angaben ‌ein Tankflugzeug des US-Militärs vom Typ KC-135 im Westirak abgeschossen. ​Der Islamische ⁠Widerstand im Irak, eine Dachorganisation bewaffneter Gruppen, teilt ​mit, der Abschuss sei „zur Verteidigung ⁠der Souveränität und ‌des Luftraums unseres Landes“ erfolgt. Das US-Militär hatte ⁠zuvor den Absturz eines ⁠US-Tankflugzeugs vom Typ ⁠KC-135 im ​Westen ⁠des Iraks gemeldet. Demnach ​habe es sich ‌dabei nicht um feindlichen Beschuss oder ​Eigenbeschuss gehandelt. 

US-Armee: Betankungsflugzeug über dem Westen des Irak abgestürztEin US-Betankungsflugzeug vom Typ KC-135 ist nach Angaben der US-Armee über dem Westen des Irak abgestürzt. Der Absturz sei nicht auf „feindlichen Beschuss oder Beschuss durch eigene Truppen“ zurückzuführen, erklärte das für die Region zuständige US-Militärkommando Centcom am Donnerstag. Ein zweites, in den Vorfall verwickeltes Flugzeug sei sicher gelandet.Die US-Armee machte keine Angaben zu der Anzahl der Personen an Bord des abgestürzten Betankungsflugzeug oder zu ihrem aktuellen Zustand.Centcom bat um „Geduld“, während „zusätzliche Details zusammengetragen und Klarheit für die betroffenen Familien der Soldaten geschaffen“ werde. Die Rettungsmaßnahmen dauerten Centcom zufolge an. In der Regel besteht die Besatzung eines Flugzeugs vom Typ KC-135 der US-Armee zufolge aus drei Menschen - die Maschinen können jedoch bis zu 37 Passagiere transportieren.

Saudiarabische Armee fängt dutzende Drohnen in ihrem Luftraum abDie saudiarabische Armee hat eigenen Angaben zufolge dutzende Drohnen in ihrem Luftraum abgefangen. „Zwölf Drohnen wurden abgefangen und zerstört, nachdem sie in den saudiarabischen Luftraum eingedrungen waren“, erklärte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Freitag im Onlinedienst X. In separaten Erklärungen meldete Riad den Abschuss von 16 weiteren Drohnen über seinem Territorium.