Schwarzen Regen über Irans Hauptstadt Teheran mit ihren knapp neun Millionen Einwohnern meldeten die Agenturen Anfang der Woche. Zuvor hatten Angriffe der Vereinigten Staaten und Israels die Erdölinfrastruktur in Iran getroffen. Aus explodierenden Öllagern, Pipelines und Raffinerien gelangen allerdings nicht nur feine Öltröpfchen in die Umwelt, sondern auch gesundheitsschädliche Chemikalien und Feinstaubpartikel, die entstehen, wenn Rohöl verbrennt. Rohöl ist zähflüssig und brennt nicht besonders gut. Deshalb ist die Temperatur eines Ölfeuers zu gering, um die dunkle Flüssigkeit vollständig in das farblose Kohlendioxid umzuwandeln. Stattdessen entsteht Rauch aus Rußteilchen und einer Reihe krebserregender Substanzen. „Einen wahren Chemiecocktail“ nennt Andrea Sella, Umweltchemiker am University College London, den Inhalt der Rauchwolken in einer Stellungnahme für das britische Science Media Center. Es würden „signifikante Mengen von Aromaten frei, von denen bekannt ist, dass sie mit DNA interagieren.“ Kopfschmerzen, Herzbeschwerden und Atemnot Im Rohöl stecken zudem nicht nur Kohlenwasserstoffe, sondern meistens auch Schwefel und Stickstoffverbindungen, ebenso können Schwermetalle wie Eisen, Nickel, Kupfer und Vanadium enthalten sein. In einem Ölfeuer bildet sich daher Schwefeldioxid, das sich in Wasser löst und sauren Regen hervorruft. Hinzu kommen Stickoxide. Der Rauch kann daher Atemwege und Augen reizen, zu Kopfschmerzen, Herzbeschwerden und Atemnot führen. Besonders gefährdet sind, so betonen Experten, Menschen mit Asthma oder Lungenkrankheiten sowie Ältere und Kleinkinder. Die giftigen Substanzen gelangen überdies in die Böden, nachdem sie vom Regen aus der Luft gespült werden. Das Gleiche dürfte mit den Ölresten aus den zerstörten Tanks passieren. Von dort aus können die Stoffe in Grund- und Oberflächengewässer fließen und Trinkwasserquellen verunreinigen. Der Meteorologe Akshay Deoras von der Universität Reading in England geht immerhin davon aus, dass die Umweltverschmutzung durch Rauch und schwarzen Regen ein lokal begrenztes Phänomen bleiben wird. Selbst wenn sich die Tiefdruckgebiete samt Regen nun von Teheran ostwärts in Richtung Nordindien verlagern, sieht er keine Gefahr für andere Gebiete in Asien.
