US-Streitkräfte haben nach Angaben von Präsident Donald Trump die militärischen Anlagen auf der für Irans Ölindustrie wichtigen Insel Kharg zerstört. Auf eine Vernichtung der Öl-Infrastruktur habe er vorerst verzichtet, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. Zugleich warnte er Iran: Sollte Iran oder jemand anders die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus versuchen zu behindern, werde er die Entscheidung „sofort überdenken“. Der Verkehr durch die für den globalen Ölexport wichtigen Meerenge ist in dem Krieg durch eine iranische Blockade nahezu zum Erliegen gekommen. Strategisch wichtige Insel Auf der Insel Kharg im Persischen Golf befindet sich Irans wichtigster Ölhafen. Dort wird Medienberichten zufolge fast der gesamte Ölexport der Islamischen Republik umgeschlagen. Sie ist daher von strategisch großer Bedeutung. Iran nutzt die Blockierung der Straße von Hormus als Hebel im Krieg mit den USA und Israel. Die etwa 55 Kilometer breite Meerenge liegt zwischen Iran und dem Oman und gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Ölexport. Experten gingen bereits vor Kriegsbeginn davon aus, dass Teherans Streitkräfte den Handel stark stören könnten, was eingetreten ist. Die iranischen Revolutionsgarden halten an ihrer Blockade der Meerenge bislang fest. Die Kommandozentrale der Garden hatte laut der ihr nahestehenden Nachrichtenagentur Fars erklärt, dass sie damit einer Anweisung des neuen Religionsführers Modschtaba Khamenei folge. Mit seiner Drohung versucht US-Präsident Trump nun seinerseits, einen Hebel anzusetzen. Die Bombardierung der militärischen Einrichtungen auf der Insel Kharg sei eine der heftigsten „in der Geschichte des Nahen Ostens“, brüstete er sich. Die Idee, die Insel anzugreifen, ist nicht neu. Bereits im November 1979, als iranische Studenten die amerikanische Botschaft in Teheran überfielen und 66 Botschaftsangehörige als Geiseln nahmen, schlug ein Marineoffizier im Büro des Chief of Naval Operations namens James „Ace“ Lyons, der später Kommandeur der Pazifikflotte wurde, eine Einnahme der Insel vor. „Man nimmt Kharg ein“, sagte Lyons, „und Iran kann keinen einzigen Tropfen Öl mehr exportieren.“ Die Gedanke wurde damals verworfen. Gleichwohl geriet sie auch nach 1979 niemals in Vergessenheit. Ein Mann, der die Idee mit Verve befördert, heißt Michael Rubin. Früher arbeitete er im Pentagon. Seit einigen Jahren ist er Senior Fellow am konservativen American Enterprise Institute, Leiter der politischen Analyse beim Middle East Forum und einer der profiliertesten Iran-Experten des Landes. Mitte Januar veröffentlichte er einen Text mit dem Titel „America Should Seize the Kharg Oil Terminal —Not Bomb Iran“. Die US-Streitkräfte sollten demnach den Ölhafen Kharg besetzen, statt das Land zu bombardieren.
