FAZ 15.09.2026
13:20 Uhr

Immunsystem beteiligt: Wie ein Botenstoff die Leber vor Fett schützt


Übergewicht geht oft mit einer Verfettung der Leber einher. Gießener Forscher haben womöglich einen neuen Ansatz gefunden, das zu verhindern.

Immunsystem beteiligt: Wie ein Botenstoff die Leber vor Fett schützt

Ein Botenstoff des Immunsystems wirkt offenbar der Entstehung einer Fettleber entgegen. Diese Entdeckung von Forschern der Liebig-Universität könnte neue Wege zur Behandlung dieser Krankheit eröffnen. Die Wissenschaftler hatten festgestellt, dass die Konzentration der Signalsubstanz Interleukin-13 im Blut von Menschen mit starkem Übergewicht deutlich anstieg, wenn sie zuvor abgenommen hatten. In Versuchen mit Mäusen zeigte sich zudem, dass sich in deren Leber mehr Fett ansammelte, wenn ihnen dieser Botenstoff fehlte. Offensichtlich trägt er dazu bei, dass die Leber überschüssiges Fett nicht nur speichern, sondern auch abbauen kann. Die Gastroenterologen fanden heraus, dass Interleukin-13 eine molekulare Signalkette aktiviert, über die wichtige Stoffwechselwege zur Fettverbrennung angeschaltet werden. Auch beim Menschen ließ sich das nachweisen: Im Lebergewebe von Patienten mit Fettleber war ein Bestandteil dieser Signalkette in größeren Mengen nachweisbar. „Die Ergebnisse verändern den Blick auf die Entstehung der Fettleber“, sagt Studienleiterin Elke Roeb. „Das Immunsystem ist offenbar nicht nur an Entzündungsprozessen beteiligt, sondern kann den Fettstoffwechsel der Leber direkt regulieren.“ Interleukin-13 könnte dabei eine bisher unterschätzte Schutzfunktion haben. Der identifizierte Signalweg eröffne deshalb eine neue Perspektive für die Entwicklung zukünftiger Therapien. Ziel könnte es sein, die natürlichen Mechanismen der Leber zur Fettverbrennung gezielt zu stärken und dadurch die Fetteinlagerung zu vermindern, so Roeb.