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01.08.2026
12:37 Uhr
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Feuerwalze bedroht Region um Athen +++ Rhein erreicht bei Köln historischen Tiefststand +++ Ab Sonntag wieder Hitze +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Deutsche Feuerwehrleute in Spanien eingetroffenFeuerwehrleute aus Nordrhein-Westfalen sind zur Unterstützung im Kampf gegen die Waldbrände in Spanien angekommen. „Unser erstes Team wird gleich unmittelbar ausrücken zu den Bränden“, sagte Frank Frenser von der Feuerwehr Bonn der Deutschen Presse-Agentur. Die spezialisierte Waldbrandeinheit hatte sich am Donnerstag auf den Weg in die nordwestliche Provinz Zamora gemacht. Zu dem Konvoi gehören 56 Einsatzkräfte und 21 Fahrzeuge. Die spanischen Behörden hatten das sogenannte Waldbrandmodul im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens angefordert. Es sei eine ländliche, bergige Gegend. Der Wind frische immer auf und fache das Feuer neu an. „Es ist großer Bedarf da, dass wir sofort in die Brandbekämpfung einsteigen.“ Erste Aufgabe sei es, den Boden und die Bäume auf Glutnester zu kontrollieren, um das Gelände sicher zu machen.
Neue Feuerfronten bedrohen Porto GermenoGerade schien es am Mittag ein wenig ruhiger zu werden um die Ortschaft Porto Germeno am Golf von Korinth, rund 60 Kilometer westlich von Athen entfernt. Doch dann zeigten Fernsehbilder eine Feuerwalze, die der Wind über Hügel und Berge trieb. Die Flammen schlugen doppelt so hoch wie die gut 20 Meter hohen, ausgewachsenen Aleppo-Kiefern des Waldes, wie der Nachrichtensender ERTnews zeigte. Aus der Luft konnte wegen der starken Winde weiterhin nicht gelöscht werden – alle Aktivitäten der Feuerwehr konzentrieren sich auf den Boden, und selbst dort ist es teils unmöglich, sich dem Waldbrand zu nähern. Hunderte Kräfte sind im Einsatz.
Sächsische Schweiz: Betreten von Waldflächen verbotenDas Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hat das Betreten bestimmter Waldflächen nach dem schweren Unwetter offiziell verboten. Wer dagegen verstoße, könne mit Bußgeldern von 2.500 bis 10.000 Euro belangt werden. Das Verbot gelte bis zum 3. August, 24.00 Uhr. In den betroffenen Gebieten drohten erhebliche Gefahren durch entwurzelte Bäume, angebrochene Stämme und herabhängende Baumkronen.
Klimakrise bringt zirpende Grillen nach DeutschlandWas man früher von lauen Urlaubsabenden am Mittelmeer kannte, gibt es nun häufiger in Deutschland zu hören: das markante Zirpen von Schrecken und Grillen. Letztlich führe die Klimakrise zu einem Artenwechsel, sagt Bernd Petri, Experte des Naturschutzbundes Hessen. „Organismen, die kühleres und feuchteres Wetter lieben, werden verschwinden. Zugleich werden hitze- und trockenheitsresistentere Arten hier Einzug erhalten.“„Seit einigen Jahren hören wir im Hochsommer die Weinhähnchen, die gab's vor 20 Jahren auch nur im Mittelmeerraum.“ Auch die Ödlandschrecke mit ihren blauen Flügen und die Südliche Grille breitet sich laut Nabu aus. Auch Vogelarten sind aus dem Mittelmeerraum eingewandert: Der Zistensänger brüte jetzt im zweiten Jahr hintereinander in den Bruchwiesen bei Büttelborn (Kreis Groß-Gerau), einem großen Schutzgebiet. Die zweite Art sei der Seidensänger, der sich ebenfalls in den Bruchwiesen aufhalte. Beide Vogelarten werden sich nach Einschätzung von Petri weiter verbreiten.
Rhein-Pegel auf niedrigstem Stand seit AufzeichnungsbeginnAm Rhein-Pegel Köln wurden am Samstagmittag 67 Zentimeter gemessen – das ist der niedrigste Stand seit Beginn der Aufzeichnungen, wie aus den Daten des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Rhein hervorgeht. Der bisherige Rekord-Tiefstand in Köln hatte am 23. Oktober 2018 bei 69 Zentimetern gelegen. Im weiteren Tagesverlauf und am Sonntag soll das Wasser laut Prognose wieder leicht steigen.
Unwetter hat auch Imbiss von TV-Köchin zerstörtDer Imbiss der TV- und Eventköchin Verena Leister am Amselsee in der Sächsischen Schweiz ist von umstürzenden Bäumen getroffen worden, von den knapp 30 dazugehörigen Ruderbooten ist vor lauter Stämmen kaum noch was zu sehen. „Das ist die Hölle“, sagt die Dresdner Köchin, die unter anderem in der Sat.1-Kochshow „The Taste“ dabei war.Leister hat ihren Urlaub abgebrochen. „Wir waren tatsächlich gerade das allererste Mal seit neun Jahren in unserem Sommerurlaub mit den Kindern. Und dann kam der Anruf und dann war für uns klar, es ist sofort Sachen packen und wir müssen nach Hause“, sagt sie. Die Familie sei über Nacht aus Kroatien durchgefahren.„Der Imbiss ist komplett bedeckt mit den ganzen Bäumen“, berichtet Leister. „Also von oben kam ein Riesenbaum drauf. Das Dach ist eingestürzt, ist undicht. Von innen kam die Decke runter. Die Wände sind verzogen und auch die Böden sind beschädigt.“ Der Betrieb werde dieses Jahr nicht mehr öffnen können.
Niedrigwasser: Magdeburger Fähre muss Betrieb einstellenTrockenheit und Niedrigwasser belasten auch die Fahrgastschifffahrt auf der Elbe. Das anhaltende Niedrigwasser von lediglich 46 Zentimeter am Pegel Strombrücke zwang die Magdeburger Verkehrsbetriebe am Freitag zur Einstellung des Fährbetriebs in Magdeburg-Westerhüsen, sagte der Geschäftsführer der Weißen Flotte, Hardy Puls, am Samstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Gierfähre im Süden der Stadt sei extra für Niedrigwasserbetrieb ausgelegt, doch die Anlegestellen könnten beim aktuellen Wasserstand nicht mehr erreicht werden, hieß es.
Feuer auf ehemaligem Militärgelände in Jüterbog gelöschtDank des Regens ist das Feuer auf dem ehemaligen Militärgelände in Jüterbog gelöscht. „Der Brand ist beendet“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. 250 Hektar standen zwischenzeitlich in Flammen. Das Feuer sei mit einem Schlag da gewesen, hatte eine Sprecherin der Feuerwehr vor wenigen Tagen gesagt. Wegen der Belastung mit Munition im Boden können die Feuerwehrkräfte seit jeher auf dem Gebiet in bestimmte Bereiche nicht vordringen.
Die Unwetter in Bildern
Griechenland: Bis zu 100 Häuser verbranntIn dem Küstenort Porto Germeno im Nordosten des Golfs von Korinth sollen bis zu 100 Häuser verbrannt sein, sagte der Vizebürgermeister der umliegenden Gemeinde Mandra dem Nachrichtensender Ertnews. „Aufgrund der starken Winde können derzeit überhaupt keine Löschflugzeuge eingesetzt werden. Wir hoffen, dass der Wind nachlässt. Es gibt keine andere Möglichkeit.“Er warnte die Bewohner der evakuierten Ortschaften, noch nicht zurückzukehren. „Es gibt zu viel Rauch. Ich bitte die Bürger, unnötige Wege zu vermeiden, die Gefahr eines Wiederaufflammens ist groß. Menschenleben haben Vorrang“, appellierte er. Das gefährdete und teils brennende Gebiet ist Satellitenbildern zufolge immer noch rund sechs mal sechs Kilometer groß.„Es ist ein schwieriger Tag für den Katastrophenschutz und die Feuerwehr, da wir uns in der höchsten Waldbrandwarnstufe (Kategorie 5) befinden“, sagte ein Feuerwehrsprecher gegenüber dem Sender. Häuser, Viehställe und Landgüter seien zerstört worden. In Porto Germenos wüte das Feuer an drei Fronten.
Nachlöscharbeiten in den Chiemgauer AlpenIn den Chiemgauer Alpen haben die Nachlöscharbeiten des Waldbrandes begonnen. Seit dem Morgen suchen die Einsatzkräfte nach Glutnestern im steilen Gelände, wie ein Sprecher des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein sagte. Besonders am Grat seien die Glutnester oft gar nicht mit dem Hubschrauber, sondern nur per Seilschaft zu erreichen. Das Feuer in dem Bergwald nahe der Lackenbergwand wurde am Freitag gelöscht. In der Nacht flog dem Sprecher zufolge eine Drohne mit Wärmebildfunktion über das Gebiet. Demnach bildeten sich zwar vereinzelt Rauch und Glutnester am Berg, allerdings flammte das Feuer nicht wieder auf.
Lebensgefahr – Nationalpark Sächsische Schweiz gesperrtNach dem schweren Unwetter mit einem Toten und drei Schwerverletzten ist der Nationalpark Sächsische Schweiz für Besucher gesperrt. Dies betrifft die Gebiete zwischen der Bastei, Rathen, Hohnstein und dem Polenztal, wie der Staatsbetrieb Sachsenforst mitteilte. Es besteht demnach akute Lebensgefahr durch Sturmschäden.