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30.07.2026
11:36 Uhr
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Bis zu 39 Grad und schwere Gewitter in Deutschland erwartet +++ Laut RKI schon fast 10.000 hitzebedingte Tote in diesem Jahr +++ „Blitzdürre“ in großen Teilen Englands +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Wo sollten Klimaanlagen eingebaut werden?Christine Lemaitre führt die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen. Mein Kollege Jan Hauser hat mit ihr über die richtigen Baumaterialien, unnötige Gebäudetechnik und den Sinn teurer Sanierungen gesprochen:
18.700 ADAC-Einsätze in Rheinland-Pfalz im SommerWegen der hohen Temperaturen bleiben nach Angaben des ADAC in Rheinland-Pfalz aktuell mehr Autos liegen als sonst. Im Juni und Juli sei die Straßenwacht zu über 18.700 Einsätzen im Bundesland ausgerückt, teilte der ADAC Mitteilrhein mit. Das seien fast 5 Prozent mehr Fahrten als im gleichen Zeitraum 2025 gewesen.Defekte in der Kühlung und Klimaanlage kommen demnach im Sommer in etwa doppelt so häufig vor wie im Rest des Jahres: Sie machen laut ADAC rund 13 Prozent der Sommer-Pannen aus. Das liege zum einen natürlich daran, dass Klimaanlagen häufiger genutzt würden, wenn es draußen warm sei. Der Klimakompressor müsse besonders bei Hitze aber auch deutlich mehr leisten. „Passiert dies über einen längeren Zeitraum – etwa bei längeren Fahrten – kann ein älterer Kompressor überlastet ausfallen“, so der ADAC.Die Hauptursache bei Pannen ist aber auch im Hochsommer die Batterie, bei bundesweit über 40 Prozent aller Einsätze ist sie der Auslöser. Motor-Probleme landen den Angaben zufolge mit etwa einem Viertel auf Platz zwei.
Neue Brände und Evakuierungen in SpanienDrei neue Waldbrände halten die Feuerwehren in Spanien in Atem. Die Feuer seien im Nordwesten des Landes in der Provinz León ausgebrochen, berichtete das staatliche Fernsehen TVE. Rund 300 Bewohner aus der Umgebung der Ortschaft San Cipriano hätten ihre Häuser verlassen müssen. Sie seien vorübergehend in Schulen und Turnhallen untergebracht worden.Rund 180 Kilometer südwestlich war zuvor bereits ein weiterer Brand in einem Naturpark in der Provinz Zamora nahe der Grenze zu Portugal ausgebrochen. Wegen erheblicher Risiken für die Anwohner wurden bis Donnerstagmorgen zwölf Ortschaften sowie ein Campingplatz geräumt, meldete der Rundfunk. Rund 1000 Menschen seien betroffen. An zwei Fronten hätten Feuerwehrleute und Helfer die Flammen inzwischen eindämmen können, teilte ein Sprecher der örtlichen Verwaltung mit. León und Zamora, beide in der Region Kastilien-León gelegen, hatten schon im vergangenen Jahr schwere Brände erlebt, die Zehntausende Hektar Wald und Buschland zerstörten. Die neuen Feuer fallen mit der vierten Hitzewelle des Jahres zusammen, die mindestens bis Sonntag anhalten soll. Temperaturen von mehr als 40 Grad und starker Wind erschweren vielerorts die Löscharbeiten. Im benachbarten Portugal sind auch mehrere Brände aktiv.
Weiter Vorsicht in FrankreichWeitere 84.000 Menschen an der französischen Atlantikküste können in ihre Häuser zurückkehren, da sich die Waldbrandlage spürbar entspannt hat. Wie die Präfektin von Bordeaux, Sophie Brocas, am Morgen entschied, können die Bewohnerinnen und Bewohner von neun vorsorglich evakuierten Orten nach Hause zurück. Da die Waldbrände noch nicht vollkommen unter Kontrolle sind, wurden die Menschen allerdings aufgefordert, ihre Mobiltelefone für mögliche Anweisungen der Behörden eingeschaltet zu lassen und für eine mögliche abermalige Evakuierung vorbereitet zu bleiben. Insgesamt 224.000 Menschen waren in der Region evakuiert worden. Am Dienstagabend konnten bereits 60.000 Menschen in drei evakuierte Gemeinden zurückkehren.Außerdem werde in der betroffenen Region bei Bordeaux die seit Tagen gesperrte wichtige Autobahn A63 ab 14 Uhr wieder in beide Richtungen für den Verkehr freigegeben, kündigte die Präfektin an.Wie der regionale Feuerwehrkommandant, Matthieu Jomain, zuvor erklärt hatte, entwickele sich die Lage positiv, aber man müsse weiterhin vorsichtig bleiben. Er berichtete, dass „die Nacht sehr ruhig verlaufen ist“, wobei die Brandfläche weiterhin bei 42.000 Hektar liege, „aber dennoch sechs neue Brandherde bekämpft wurden“. Regenfälle in der Region erleichterten die Löscharbeiten der Feuerwehr.
Auf Kreta 8000 Menschen in Sicherheit gebracht„Es war eine albtraumhafte Nacht“: In Griechenland ist beim Kampf gegen die Flammen ein weiterer Feuerwehrmann ums Leben gekommen. Löschflugzeuge können teils nicht eingesetzt werden:
„Wir hoffen auf Regenschauer den ganzen Vormittag über“Regenfälle über dem Waldbrandgebiet an der französischen Atlantikküste haben am Morgen für Erleichterung bei der Feuerwehr gesorgt. „Wir hoffen auf Regenschauer den ganzen Vormittag über“, sagte der regionale Feuerwehrkommandant Matthieu Jomain, wie die Zeitung „Sud-Ouest“ berichtete. „Die Bedingungen mit einer Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent heute Vormittag sind ideal, damit wir unsere Nachlöscharbeiten und das Ablöschen verbliebener Glutnester effizient fortsetzen können.“ Auch die Feuerwehrleute an ihren Einsatzstützpunkten reagierten erfreut auf den Regen.Die Lage entwickele sich positiv, aber man müsse weiterhin vorsichtig bleiben, sagte der Feuerwehrchef. Er berichtet, dass „die Nacht sehr ruhig verlaufen ist“, wobei die Brandfläche weiterhin bei 42.000 Hektar liege, „aber dennoch sechs neue Brandherde bekämpft wurden“. Inzwischen wurden nach Angaben der Präfektur 230 Feuerwehrleute bei ihrem Einsatz in der Brandregion bei Bordeaux verletzt.
Bergwald in den Chiemgauer Alpen brenntIn den Chiemgauer Alpen brennt nahe der Lackenbergwand bei Unterwössen der Bergwald. Derzeit läuft ein Großeinsatz im schwer zugänglichen Gipfelbereich der Hochwand, wie der Kreisfeuerwehrverband Traunstein mitteilte. Am Morgen wurde zudem die Bevölkerung in der Gegend vor der starken Rauchentwicklung gewarnt.„Da werden die Menschen gebeten, die Fenster und Türen geschlossen zu halten, die Lüftungs- und Klimaanlagen auszuschalten und den Bereich um den Einsatzort zu meiden“, sagte ein Sprecher des Kreisfeuerwehrverbandes. Bereits bei der Alarmierung am Mittwochabend sei eine deutliche Rauchsäule im Gipfelbereich auf knapp 1.000 Metern Seehöhe zu sehen gewesen. Eine verlässliche Einschätzung der genauen Brandfläche war zunächst ebenso wenig möglich wie Aussagen zur Brandursache. Nach aktuellem Stand wurde jedoch niemand verletzt.
Köln als Vorbild?Die Stadt gilt als Vorreiter beim Hitzeschutz. Ganz freiwillig war diese Entwicklung allerdings nicht, erklärt Martha Zoller.
Waldbrandgefahr auch im Norden Deutschlands erhöhtSüdeuropa erlebt gerade Waldbrände von bisher kaum gekanntem Ausmaß. Aber auch in Deutschland besteht die Gefahr, dass es bei Trockenheit zu Waldbränden kommt. Einen Hinweis, wie groß das Risiko regional ist, liefert der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Dort gibt es fünf Stufen.Aktuell herrscht in Schleswig-Holstein ganz überwiegend Stufe drei. Das steht für eine mittlere Gefahr. Für ein kleines Gebiet an der dänischen Grenze bei Flensburg und einige Flächen im Süden in den Kreisen Herzogtum Lauenburg, Segeberg und Pinneberg gilt eine hohe Gefahr (Stufe vier). Bereits am Freitag soll die Gefahr landesweit auf Stufe eins (sehr gering) und zwei (gering) sinken, nur ganz im Südosten wird noch Stufe drei erwartet.Die Entwicklung hängt mit erwartetem Regen zusammen. Über das Wochenende soll der Index niedrig bleiben und dann, je nach Entwicklung des Wetters, wieder leicht zunehmen. Der DWD gibt eine Vorhersage für den aktuellen Tag und vier Tage im Voraus.
„Blitzdürre“ in EnglandIn England fielen im Juli landesweit nur sieben Prozent der erwarteten Niederschlagsmenge, in einigen Teilen Südenglands sogar nur ein Prozent. England erlebte damit den voraussichtlich trockensten Juli seit Beginn der Aufzeichnungen. Meine Kollegin Vanessa Fatho beschreibt, welche Auswirkungen das auf Mensch, Tier und Natur hat:
Brand bei Madrid unter KontrolleDer beispiellose Waldbrand in der Umgebung der spanischen Hauptstadt Madrid ist den Behörden zufolge weitestgehend eingedämmt. Der Brand sei seit mehreren Tagen kaum vorangeschritten und es gebe „kaum noch Flammen“, teilte die Präfektur der Region Madrid am Donnerstag mit. Die Wetterbedingungen in der Nacht hätten es ermöglicht, das Gebiet „zu kühlen und den Brandrand zu festigen, der sich deutlich stabilisiert hat“, hieß es weiter.Es gebe nur noch wenige Glutstellen und fast keine Flammen mehr, teilte die Präfektur mit. Tausende Menschen seien jedoch weiterhin in Notunterkünften.Die Präfektur wies zugleich darauf hin, dass angesichts der aktuellen Hitzewelle neue Brände drohten. In dem Gebiet westlich von Madrid hatten die Flammen 25.000 Hektar Land vernichtet.
Fast 10.000 hitzebedingte Tote in 2026Die Zahl der durch Hitze gestorbenen Menschen ist in diesem Jahr jetzt schon größer als in jedem einzelnen Gesamtjahr seit 2016:
Neues Feuer in der Türkei ausgebrochenEinsatzkräfte in der Türkei kämpfen weiter gegen zahlreiche Waldbrände im Süden und Westen des Landes, die durch starke Winde angefeuert werden. Man versuche zurzeit Brände in den Provinzen Antalya, Mugla und Balikesir vollständig unter Kontrolle zu bringen, sagte Forstminister Ibrahim Yumakli dem Staatssender TRT zufolge. Bei drei weiteren sei das bereits gelungen. In der Nacht sei zudem ein weiterer Waldbrand im Bezirk Fethiye der Provinz Mugla hinzugekommen.Ein Sturm in Antalya, der zwischenzeitlich 84 Kilometer in der Stunde erreichte, hätte die Löscharbeiten erschwert, sagte Yumakli. Es seien landesweit 21 Flugzeuge, 69 Helikopter, etwa 500 Löschfahrzeuge und mehr als 3500 Kräfte im Einsatz.Der Minister mahnte die Bevölkerung erneut, wachsam zu sein. Mehr als 70 Prozent der Brände hätten ihren Ursprung außerhalb der Wälder und breiteten sich dann im Wald aus. Es gebe zudem drei entscheidende Hauptfaktoren für Waldbrände: niedrige Luftfeuchtigkeit, Hitze und starke Winde. Da diese Faktoren zurzeit gleichzeitig auftreten, sei höhere Vorsicht geboten.
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser! In Deutschland wird an diesem Donnerstag der Höhepunkt der Hitzewelle erwartet – örtlich soll es bis zu 39 Grad heiß werden, in vielen Regionen wird vor schweren Gewittern gewarnt. In Spanien, Portugal, Griechenland und der Türkei kämpfen Einsatzkräfte derweil weiter gegen die andauernden Waldbrände. Wir halten Sie in diesem Blog mit allen Entwicklungen rund um die Hitze in Europa auf dem Laufenden.