FAZ 26.05.2026
14:13 Uhr

Gemeinde Buggenhout: Vier Tote bei Kollision von Zug und Schulbus in Belgien


Der Unfall ereignete sich an einem Bahnübergang – der offenbar geschlossen war. Zwei Jugendliche und zwei Erwachsene kommen ums Leben. Die Hintergründe sind unklar.

Gemeinde Buggenhout: Vier Tote bei Kollision von Zug und Schulbus in Belgien

Beim Zusammenstoß zwischen einem Regionalzug und einem Schulbus sind am Dienstag zwei Kinder, der Busfahrer und ein Begleiter ums Leben gekommen. Fünf weitere Kinder, die an Bord des Minibusses waren, wurden nach Angaben der Behörden schwer verletzt. Gemäß ersten Erkenntnissen war der Fahrer am Morgen kurz nach acht Uhr mit seinem Minibus trotz eines Warnsignals im ostflämischen Buggenhout auf die Gleise gefahren. Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf, belgische Politiker zeigten sich bestürzt über den Unfall, einen der schwersten in der Geschichte des Landes. Wie der Betreiber des Schienennetzes Infrabel mitteilte, „waren die Schranken im Augenblick des Zusammenstoßes geschlossen, und die Ampel stand auf Rot“. Der Zugführer habe noch eine Notbremsung eingeleitet, allerdings die Kollision nicht mehr verhindern können. Er hatte ohnehin schon die Geschwindigkeit gedrosselt, weil der Zug, der aus Richtung Brügge kam, planmäßig im Bahnhof von Buggenhout halten sollte, etwa einen Kilometer von der Unglücksstelle entfernt. In dem Zug kam niemand zu Schaden. Die Strecke wurde komplett für den Verkehr gesperrt. Zustand der Kinder „kritisch, aber stabil“ Bei den Opfern handelt es sich um zwei Schulkinder im Alter von zwölf und 15 Jahren, einen 27 Jahre alten Begleiter und den 49 Jahre alten Busfahrer, wie die Staatsanwaltschaft am Mittag bei einer Pressekonferenz bekannt gab. Der Zustand der fünf verletzten Kinder wurde als „kritisch, aber stabil“ beschrieben. Sie werden mit schweren Verletzungen in einem Krankenhaus behandelt. „Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen zu den Umständen des Unfalls aufgenommen“, sagte eine Sprecherin. „Wir haben einen Verkehrsexperten beauftragt, die Unfallursachen zu ermitteln.“ Der Bus war auf dem Weg zu einer Förderschule für Kinder mit geistigen Behinderungen und Verhaltensauffälligkeiten. „Das ist ein sehr belastender Tag für unsere Schule“, sagte der zuständige Abgeordnete der Provinz Ostflandern, Kurt Moens. Die flämische Verkehrsministerin Annick De Ridder warnte vor voreiligen Schlüssen. Es sei noch „zu früh, um irgendjemandem die Schuld (für den Unfall) zu geben“, sagte die Politikerin der konservativen Regierungspartei Neu-Flämische Allianz (N-VA). Der belgische Ministerpräsident Bart De Wever, ebenfalls von der N-VA, schrieb auf der Plattform X: „Ich bin zutiefst erschüttert über den schrecklichen Unfall in Buggenhout. Meine Gedanken sind bei den betroffenen Familien.“ Außenminister Maxime Prévot von der zentristischen wallonischen Partei Les Engagés sprach an selber Stelle von einer „schrecklichen Tragödie, für die einem die Worte fehlen“. Die Präsidentin der EU-Kommission Ursula von der Leyen schrieb: „Heute trauert Europa mit Belgien.“