Gemeinsam sind hessische Ermittler gegen kriminelle Banden vorgegangen, die mit Enkeltrick-Betrug, Schockanrufen und dem Einsatz falscher Bankmitarbeiter viel Geld erbeuten wollten. Wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und das Hessische Landeskriminalamt (LKA) am Montag mitteilten, war es das Ziel, speziell jene Täter zu ergreifen, die Senioren ins Visier nähmen, um sie um ihre Ersparnisse zu bringen. „Straftaten zum Nachteil älterer Menschen sind nach wie vor ein ernst zu nehmendes Kriminalitätsphänomen“, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung von Generalstaatsanwaltschaft und LKA. „Die Täter gehen perfide vor und spielen mit der Angst ihrer Opfer. Sie nutzen vor allem Schockanrufe, die Enkeltrick-Betrugsmasche oder geben sich als falsche Polizeibeamte oder Bankmitarbeiter aus.“ Drei Tatverdächtige festgenommen Den Ermittlungen zufolge ist vor allem der Schockanruf besonders verbreitet, bei dem behauptet wird, ein Angehöriger des Opfers habe einen Verkehrsunfall verursacht und benötige dringend Geld, damit die Angelegenheit geklärt werden könne. So hätten die Ermittler 49 entsprechende Betrugsversuche registriert. Hätten diese Taten zum Erfolg geführt, hätten die Täter zusammengerechnet 915.700 Euro in bar sowie Goldmünzen, Goldschmuck, Goldbarren, börsengehandelte Indexfonds sowie diverse Wertgegenstände auf kriminellem Wege erhalten. Zudem wurden fünf vollendete Taten festgestellt, mit einem Schaden von 122.000 Euro. Drei Männer im Alter von 21, 27 und 31 Jahren wurden in Schleswig-Holstein und Bayern festgenommen. Ihnen wird Bandenbetrug vorgeworfen. Wie Generalstaatsanwaltschaft und LKA weiter mitteilten, setzt die Polizei seit vielen Jahren auf Prävention, um Senioren vor Betrugsdelikten zu schützen. Nach den Worten von LKA-Präsident Daniel Muth haben die Sicherheitsbehörden „mit diesem konzertierten Einsatz ein entschlossenes Vorgehen gegen diese organisierten Kriminalitätsstrukturen gezeigt“. Er rät: „Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, wenn Sie am Telefon um Geld oder Wertsachen gebeten werden. Bewahren Sie Ruhe, auch wenn der Schock groß ist. Beenden Sie das Gespräch sofort, und informieren Sie umgehend die Polizei.“ Der hessische Generalstaatsanwalt Torsten Kunze ergänzt: „Wir sind uns mit der Polizei einig, dass in Hessen eine Nulltoleranzpolitik gegenüber der organisierten Kriminalität verfolgt werden muss. Dabei sind gezielte und koordinierte Aktionen wie diese ein Schlüssel zur nachhaltigen Deliktsbekämpfung.“
