Ungläubig fasste Max Kanter sich an den Helm, nachdem er als Erster über den Zielstrich gefahren war. Der Cottbuser Radprofi hatte gerade überraschend die zweite Etappe der Traditionsrundfahrt Paris–Nizza gewonnen. Für den Achtundzwanzigjährigen vom Team Astana ist es der größte Erfolg seiner Karriere. Er triumphierte mit einem kraftvollen Schlusssprint am Ende der 187 Kilometer langen Etappe von Épône nach Montargis knapp vor dem Neuseeländer Laurence Pithie und dem Belgier Jasper Stuyven. Für Kanter war es in seinem achten Profijahr erst der dritte Sieg und zugleich der erste auf World-Tour-Niveau. „Das ist unglaublich. Ich habe so lange darauf gewartet. Ich muss mich beim Team bedanken. Die letzten Wochen waren nicht meine besten. Ich hatte einige Rückschläge. Es ist ein Traum, auf diese Art zu gewinnen. Es ist so ein großes Prestige hier, ich bin richtig happy“, sagte Kanter und fügte hinzu: „Ich werde daraus viel Selbstvertrauen ziehen. Ich habe nicht erwartet, hier zu gewinnen.“ Die Stars stehen am Dienstag im Fokus Für den deutschen Topsprinter Phil Bauhaus endete die Etappe nach einem Sturz 32 Kilometer vor dem Ziel auf dem enttäuschenden 137. Platz. Pascal Ackermann landete als zweitbester Deutscher auf Rang 14 unmittelbar vor Landsmann Niklas Märkl. Lennard Kämna und Nils Politt hatten nichts mit dem Ausgang des Rennens zu tun. Die Gesamtwertung führt weiterhin der amerikanische Auftaktsieger Luke Lamperti an. Zeitgleicher Zweiter ist der Belgier Vito Braet, dahinter folgt sechs Sekunden zurück Pithie. Die Stars um den zweimaligen Tour-de-France-Sieger Jonas Vingegaard aus Dänemark stehen am Dienstag im Mannschaftszeitfahren von Cosne-Cours-sur-Loire nach Pouilly-sur-Loire über 23,5 Kilometer erstmals stärker im Fokus. Die Rundfahrt endet am Sonntag in Nizza. Paris–Nizza ist das erste wichtige Etappenrennen der Saison und für die Rundfahrstars ein erster Formtest auf dem Weg Richtung Giro und Tour. Bei der „Fahrt zur Sonne“ mit dabei ist neben dem zweimaligen Tour-Sieger Jonas Vingegaard auch der britische Tour-Vierte Oscar Onley.
