Das in London ansässige Unternehmen Eleven Labs, das KI-Stimmen entwickelt, ist innerhalb von nur vier Jahren in die Liga der zehn wertvollsten KI-Start-ups der westlichen Welt aufgestiegen. Bei einem sogenannten Sekundär-Aktienverkauf verdoppelten Investoren die Bewertung nun auf 22 Milliarden Dollar (19,5 Milliarden Euro), teilte Eleven Labs mit. Mitarbeiter und Investoren konnten dabei Papiere im Wert von 300 Millionen Dollar verkaufen. Mit der neuen Taxierung liegt Eleven Labs fast gleichauf mit dem französischen KI-Start-up Mistral. Dessen Unternehmenswert wurde bei der großen Finanzierungsrunde vor Kurzem mit 21 Milliarden Euro angesetzt. Neu eingestiegen bei Eleven Labs sind unter anderem Goldman Sachs und der singapurische Staatsfonds GIC, berichtete Gründer und Vorstandschef Mati Staniszewski. Sie seien als neue langfristige Investoren an Bord gekommen, um sie in der Schlacht um die KI-Zukunft zu unterstützen. Die Kursentwicklung für Eleven Labs zeigt dabei einen riesigen Sprung. Bei einer Finanzierungsrunde im Februar bewerteten Investoren das britisch-polnische Start-up erst mit elf Milliarden Dollar. Dabei waren unter anderem Wagniskapitalgeber aus dem Silicon Valley als Investoren eingestiegen. Eleven Labs wurde 2022 von den polnisch-britischen KI-Fachleuten Staniszewski und Piotr Dąbkowski gegründet. Der eine arbeitete zuvor bei Palantir, der andere bei Google. Im Gründungsjahr wurde es mit neun Millionen Dollar bewertet. Als strategischer Investor stieg später Nvidia ein. Boom bei Anbietern künstlicher Stimmen Das Start-up entwickelt eigene KI-Modelle für künstliche Stimmen. Diese können Texte vorlesen und übersetzen, sie animieren Chatbots und können Filme synchronisieren. Zu den größten Kunden von Eleven Labs zählen unter anderem die Deutsche Telekom und die niederländische KPN. Auch Fintech-Konzerne wie Stripe, Revolut und Klarna nutzen die KI-generierten Stimmen von Eleven Labs, zudem die Regierungen der Ukraine und Griechenlands. Investoren bezeichnen Eleven Labs als Marktführer für sehr realistische Stimmen und professionelles „Voice-Cloning“. Die Softwareprogramme unterstützen Stimmen in mehr als 70 Sprachen mit natürlicher Betonung und verschiedenen emotionalen Anpassungen. Die Nachfrage steigt sprunghaft. „Unsere Modelle bearbeiten mittlerweile jede Woche mehr als 15 Millionen Gespräche – das ist eine Verdreifachung seit Februar“, schreibt das Unternehmen. Die Szene der Voice-AI-Entwickler wächst derzeit rasant an. Laut der Analystenplattform Pitchbook sind in diesem Jahr schon deutlich mehr als 20 Milliarden Dollar Wagniskapital in den Bereich geflossen. Andere führende Entwickler sind beispielsweise Hume AI und Murf. Das deutsche Start-up Deep L aus Köln will mit „Deep L Voice“ Live-Übersetzungen anbieten. Eleven Labs mit Büros in 20 Ländern hat seine Beschäftigtenzahl in diesem Jahr auf mehr als 800 verdoppelt. Der Umsatz überschritt die Schwelle von einer halben Milliarde Dollar.
