FAZ 22.09.2026
09:30 Uhr

Business-Ticker: Evonik hält an Abbau von 3200 Stellen fest


Merz unterzeichnet Aufruf dafür, dass KI unter menschlicher Kontrolle bleibt +++ Irische Behörde verhängt Strafe von 400 Millionen Euro gegen Google +++ Entscheidung zu Neubaustrecke Hannover-Hamburg verschoben +++ Neuigkeiten im Unternehmen-Liveblog

Business-Ticker: Evonik hält an Abbau von 3200 Stellen fest

Bitkom: Deutscher KI-Markt wächst 2026 um fast 50 ProzentDie Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) ziehen in Deutschland rasant an. Nach Berechnungen des Digitalverbands Bitkom steigen die Gesamtausgaben für KI-Software, Dienstleistungen und Hardware im laufenden Jahr um 48 Prozent auf 28,7 Milliarden Euro. Im Vorjahr 2025 hatte das Marktvolumen noch bei 19,4 Milliarden Euro gelegen.Grundlage der Erhebung sind Daten des IT-Marktforschungsunternehmens IDC. Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst sagte, bei KI sei der Übergang von der bloßen Experimentierphase hin zu einem breiten produktiven Einsatz zu beobachten. Entsprechende Anwendungen würden mittlerweile branchenübergreifend und in Betrieben jeder Größe genutzt, um Prozesse zu beschleunigen und Produkte zu verbessern.Der Löwenanteil der Ausgaben stellt laut Verband die KI-Software dar. Für sie werden in diesem Jahr voraussichtlich 16,0 Milliarden Euro aufgewendet, was einem Zuwachs von 65 Prozent entspricht. Für damit verbundene Dienstleistungen veranschlagt die Branche 6,8 Milliarden Euro (plus 30 Prozent), während auf Hardware-Investitionen 5,8 Milliarden Euro entfallen (plus 32 Prozent). Ein Ende des Aufwärtstrends ist nach Einschätzung der Analysten nicht in Sicht: Für das Jahr 2027 prognostiziert das Marktforschungsinstitut IDC für Deutschland ein weiteres Marktwachstum um 40 Prozent auf dann 40,3 Milliarden Euro. 

Tui erwartet leichten Gewinnrückgang und bremst das AngebotDer Reisekonzern Tui rechnet für das ​bis Ende September laufende Geschäftsjahr mit einem Ergebnisrückgang. ⁠Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebit) werde zwischen 1,2 und 1,3 Milliarden Euro liegen, präzisierte das Unternehmen am Dienstag seine bisherige Prognose. ‌Zuvor war die Spanne breiter mit 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro; das obere Ende entsprach dem Vorjahresniveau. Im Kerngeschäft ‌mit Pauschalreisen ‌blieben die gebuchten Umsätze unter Vorjahr. In der zu Ende gehenden Sommersaison belief sich der Rückgang auf fünf Prozent, die ​bevorstehende Wintersaison verzeichnet sieben Prozent ⁠weniger als im Vorjahreszeitraum.Tui führte die Entwicklung auf das herausfordernde geopolitische und wirtschaftliche ​Umfeld zurück. „Der Trend zu kurzfristigen Buchungen setzt sich fort“, erklärte ⁠der Tourismusriese. „In diesem Umfeld ‌steuern wir unsere Kapazitäten weiterhin vorsichtig und erhalten uns die Flexibilität, diese entsprechend der Kundennachfrage anzupassen.“ Die Durchschnittspreise waren ⁠etwas höher; in ⁠den Hotels und Resorts im zu Ende gehenden Schlussquartal vier ⁠Prozent, bei den weiterhin boomenden ​Kreuzfahrten zwei Prozent über dem Vorjahr. Seine Bilanz wird Tui im Dezember vorlegen.

Merz unterzeichnet Aufruf dafür, dass KI unter menschlicher Kontrolle bleibtIm Vorfeld der UN-Generaldebatte haben Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und 17 weitere Staats- und Regierungschefs einen Aufruf für verbindliche Sicherheitsregeln für besonders leistungsfähige KI-Modelle unterzeichnet. Solche Systeme würden bei unzureichender Kontrolle „ernste Risiken für Sicherheit und Schutz\" bergen, heißt es in der am Montag veröffentlichten Erklärung, wie die Nachrichtenagentur AFP meldet.Künstliche Intelligenz (KI) müsse „unter menschlicher Leitung, Aufsicht und Kontrolle\" bleiben, fordern die Unterzeichner weiter. Unternehmen sollten unter anderem zu Tests, unabhängigen Prüfungen und transparenten Sicherheitsprotokollen verpflichtet werden.

Irische Behörde verhängt Strafe von 400 Millionen Euro gegen GoogleDas US-Unternehmen Google soll in der EU eine weitere Millionenstrafe wegen Datenschutzverstößen zahlen. Die irische Datenschutzbehörde (DPC) verhängte am Montag ein Bußgeld in Höhe von 403 Millionen Euro, weil Google zwischen Mai 2018 und Februar 2020 mit der Nutzung von Standortdaten seiner Nutzer gegen die EU-Datenschutzgrundverordnung verstoßen habe. Google hat seinen EU-Sitz in Irland, weshalb die DPC für die Durchsetzung von EU-Recht gegenüber dem US-Unternehmen zuständig ist. Der stellvertretende Leiter der DPC, Graham Doyle, erklärte, dass Nutzern von Google-Diensten „möglicherweise nicht bewusst war, dass ihr Standort beispielsweise dazu genutzt wurde, sie durch Werbung zu beeinflussen oder Rückschlüsse auf ihre Interessen zu ziehen“. Verschärft worden seien diese Datenschutzverstöße dadurch, dass Google die Standortdaten „länger als nötig“ gespeichert habe.„In diesem Fall geht es um alte Richtlinien, die inzwischen aktualisiert wurden“, erklärte ein Sprecher von Google. „Seit 2019 haben wir unsere Vorgehensweisen erheblich weiterentwickelt und leistungsstarke Tools eingeführt, die die Verwaltung von Standortdaten vereinfachen.“ Die Geldstrafe ist die bislang vierthöchste der von der DPC verhängten Bußgelder gegen Google. 

Entscheidung zu Neubaustrecke Hannover-Hamburg verschobenDie schwarz-rote Koalition verschiebt eine Entscheidung über eine Bahn-Neubaustrecke zwischen Hamburg und Hannover. Union und SPD beantragten dies entsprechend, wie es in Koalitionskreisen hieß. Auch der NDR berichtete darüber.Geplant war, dass sich der Verkehrsausschuss an diesem Mittwoch mit der Neubaustrecke befasst und am Donnerstag der Bundestag. Die zuständigen Verkehrspolitiker der schwarz-roten Koalition im Bundestag hatten sich in einem Entwurf für eine Beschlussvorlage für einen Neubau statt eines Ausbaus ausgesprochen. Zugleich hieß es in der vergangenen Woche aus der Koalition, an dem Entwurf werde noch gearbeitet. Die Befassung im Bundestag gilt als ein wichtiger Schritt für eine Neubaustrecke, die in Niedersachsen umstritten ist. 

Skoda setzt auf Interims-Chef Nach dem Abgang des Vorstandsvorsitzenden Klaus Zellmer wird die tschechische Automarke Škoda vorübergehend von einem kommissarischen Chef geführt. Wie aus informierten Kreisen verlautete, leitete der Finanzchef der Marke, Holger Peters, schon am Montag die Vorstandssitzung am Stammsitz in Mladá Boleslav. Das berichtet unser Korrespondent Christian Müßgens. Peters soll nun an der Spitze bleiben, bis Škoda und der Mutterkonzern Volkswagen einen neuen, dauerhaften Vorstandsvorsitzenden gefunden haben. Wann das passiert, war am Montagnachmittag zunächst offen. Die Ankündigung, dass Zellmer geht, soll auch intern recht überraschend gekommen sein, so dass die Nachfolge nicht direkt geklärt war.Wie am Sonntag bekanntgeworden war, wechselt der 59 Jahre alte VW-Manager Zellmer als Vorstandsvorsitzender zum Konkurrenten Volvo, wo er Håkan Samuelsson ablösen soll. Der Schritt sei spätestens für Oktober 2027 geplant, hieß es von Volvo. Wegen der Schutzklauseln, die für solche ranghohen Wechsel innerhalb der Branche greifen, war aber wohl unmittelbar klar, dass Zellmer nicht länger an der Spitze von Škoda stehen kann. Die tschechische Marke gehört innerhalb des VW-Konzerns im Moment zu den wenigen Erfolgsgeschichten und lag mit einer Rendite von gut acht Prozent zuletzt sogar vor den einstigen Gewinnbringern Porsche und Audi.Entsprechend positiv waren die Worte, die Škoda und VW ihrem scheidenden Manager am Montag mit auf den Weg gaben: Zellmer habe die Marke „durch eine Phase tiefgreifender Transformation, Internationalisierung und profitablen Wachstums“ geführt, hieß es. Unter seiner Führung habe das Unternehmen „Rekordergebnisse bei Absatz, Umsatz und Profitabilität“ erzielt. Zellmer war vor vier Jahren an die Spitze der tschechischen Marke gekommen und zwischenzeitlich schon für weitere Aufgaben im VW-Konzern gehandelt worden, etwa für die Führung von Porsche, die dann aber an einen anderen Manager ging.

Grünenthal kauft Krebsmedikament Stivarga von BayerDer Aachener Arzneimittelhersteller Grünenthal übernimmt für bis ​zu 375 Millionen Euro das Krebsmedikament Stivarga von Bayer. Das Geschäft ⁠soll nach Zustimmung der Behörden Ende 2026 oder Anfang 2027 abgeschlossen werden, teilte das Unternehmen am Montag mit. Das Mittel wird ‌in Tablettenform gegen bestimmte fortgeschrittene Krebserkrankungen wie Darm- und Leberkrebs eingesetzt und ist in mehr als 90 Ländern zugelassen.Für Bayer ‌war der Umsatz ‌mit Stivarga zuletzt rückläufig. Im Jahr 2025 sanken die Erlöse mit dem Medikament um 27 Prozent auf 338 Millionen Euro. Das lag ​vor allem an deutlichen Rückgängen in ⁠China, wo staatliche Großeinkäufe für einen hohen Preisdruck sorgen. Der Patentschutz für das Mittel ​läuft voraussichtlich 2029 in der Europäischen Union und 2030 in den ⁠USA aus. Grünenthal rechnet ‌damit, dass Stivarga 2027 bis zu 100 Millionen Euro zum operativen Gewinn (Ebitda) beisteuern wird. 

Kühne+Nagel winkt durch Amazon-Deal Milliardenumsatz  Der Schweizer Logistikkonzern Kühne+Nagel (K+N) baut seine Zusammenarbeit mit dem US-Technologiekonzern Amazon aus. Die langfristige Vereinbarung umfasse auch die Cloud-Sparte Amazon Web Services (AWS), teilte Kühne+Nagel am Montag mit. Dabei geht es um Logistikdienstleistungen für die AWS-Infrastruktur, vom Bau ‌und der Inbetriebnahme der Anlagen bis hin zur Wartung und Modernisierung.Die Vereinbarung hat einer mit der Angelegenheit vertrauten Person zufolge das Potenzial, das jährliche Geschäftsvolumen zwischen den beiden Unternehmen auf mehrere Milliarden ‌Dollar zu steigern. Gegenwärtig liege der ‌Umsatz von K+N mit Amazon in einem höheren dreistelligen Millionen-Dollar-Bereich, sagte der Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Ein großer Teil des zusätzlichen Geschäfts dürfte demnach auf Komponenten für die KI-Infrastruktur entfallen, die aus Asien in andere Regionen der Welt geliefert ​werden. Kühne+Nagel erwirtschaftete 2025 einen Nettoumsatz von 24,5 ⁠Milliarden Franken. Die Kooperation wird der Mitteilung zufolge durch eine finanzielle Vereinbarung untermauert. Demnach erhält Amazon eine Kaufoption auf K+N-Aktien. Falls K+N ​innerhalb von sieben Jahren gewisse Meilensteine erreicht, kann Amazon dem Insider zufolge K+N-Aktien zum gegenwärtigen Kurs erwerben. Amazon habe also ein Interesse, ⁠K+N hohe Aufträge ‌zu erteilen. Kühne+Nagel trage dabei kein Risiko. Die K+N-Aktien aus dem Eigenbestand seien mithilfe eines Finanzdienstleisters bereits abgesichert worden.

Berentzen wird amerikanischDer traditionsreiche niedersächsische Spirituosen-Hersteller Berentzen steht vor dem Verkauf in die USA. Das in ​Deutschland vor allem für den Whisky-Likör „Southern Comfort“ bekannte Familienunternehmen Sazerac bietet 53,3 Millionen Euro für das Unternehmen aus ⁠Haselünne im Emsland, wie beide Parteien am Montag mitteilten. Die US-Amerikaner, die mehr als 500 Alkohol-Marken ihr Eigen nennen, wollen mit Berentzen den Zugang zum europäischen Markt erschließen und könnten die Abfüllanlagen von Berentzen nutzen. „Wir sind ‌zuversichtlich, dass der geplante Zusammenschluss uns in die Lage versetzt, Spirituosenprodukte für ganz Europa und darüber hinaus mit größerer Flexibilität und Schnelligkeit herzustellen und zu vertreiben – sowohl von Marken der Berentzen-Gruppe und Sazerac als auch von Handelsmarkenkonzepten“, ‌sagte Sazerac-Chef Jake Wenz.Berentzen leidet unter ‌der rückläufigen Nachfrage nach alkoholischen Getränken. Spirituosen wie der namensgebende Apfelkorn, Puschkin-Wodka oder Bommerlunder machten vergangenes Jahr nur noch knapp zwei Drittel des Konzernumsatzes von 163 Millionen Euro aus. Der Rest entfällt auf Mineralwasser, Saft und Limonade. Mit 2,4 Millionen Euro ​schaffte Berentzen 2025 die Rückkehr in die Gewinnzone.Der Berentzen-Vorstand ⁠stellte sich hinter die Pläne. Es gehe darum, eine „führende Spirituosenplattform in Europa“ zu schaffen. Bei Innovationen, im Vertrieb und bei der Internationalisierung könne ​Sazerac als kapitalstarker Partner einen entscheidenden Unterschied machen, erklärten die Vorstände Oliver Schwegmann und Ralf Brühöfner. Die Übernahme sei eine große Chance. Bedingung ist ⁠allerdings, dass ‌Sazerac mehr als 50 Prozent der Anteile übernehmen kann. Berentzen soll danach von der Börse genommen werden. Die Berentzen-Aktien sind fast vollständig im Streubesitz. Die Offerte liegt mit 5,55 Euro je Aktie um fast zwei Drittel über dem Berentzen-Kurs, bevor ⁠in der vergangenen ⁠Woche die ersten Spekulationen über ein solches Angebot aufgekommen waren.Sazerac wurde 1850 in New Orleans gegründet und hat ⁠seinen Firmensitz in Louisville ​im US-Bundesstaat ⁠Kentucky. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Familienunternehmen einen Umsatz ​von sechs Milliarden Dollar. Anfang des Jahres hatte Sazerac ein 15 Milliarden ‌Dollar schweres Übernahmeangebot für den börsennotierten Rivalen Brown-Forman („Jack Daniels\") gemacht, war damit aber abgeblitzt. Mehr Erfolg hatte Sazerac vor einer ​Woche in Großbritannien: Dort kauften die Amerikaner die Wodka-Marke „Au ​Vodka“, Insidern zufolge für mehr als 300 Millionen Pfund (350 Millionen Euro).

Deutsche Autobauer fallen bei Umsatz und Gewinn zurückDie deutschen Autohersteller haben einer Studie ​von EY zufolge im ersten Halbjahr weiter an Boden verloren. ⁠BMW, Mercedes und Volkswagen kommen zwar zusammen noch auf Erlöse von gut 284 Milliarden Euro und damit auf 1,5 Milliarden ‌Euro mehr als die zweitplatzierten japanischen Hersteller, wie aus der Erhebung der Beratungsgesellschaft EY hervorgeht, die am Sonntag veröffentlicht wurde. ‌Das sind aber ‌2,9 Prozent weniger als im Vorjahr und sogar sieben Prozent weniger als im Rekordjahr 2023. Amerikanische, japanische, chinesische und südkoreanische ​Hersteller erzielten der Erhebung zufolge dagegen ⁠jeweils Umsatzrekorde für ein erstes Halbjahr.Beim Gewinn fahren die deutschen Hersteller der ​Konkurrenz hinterher. Die drei Unternehmen erwirtschafteten zusammen einen Gewinn von gut 13 ⁠Milliarden Euro, das ‌ist der zweitniedrigste Wert seit 2017. Lediglich im ersten Pandemiejahr 2020 sei der Gewinn in einem ersten Halbjahr noch niedriger ⁠ausgefallen. Insgesamt kamen ⁠die 19 größten Autobauer der Welt zusammen auf einen Gewinn von ⁠43,7 ​Milliarden Euro, ⁠das ist nur der siebthöchste ​Wert im Untersuchungszeitraum. Weniger war es jeweils ‌im ersten Halbjahr 2019, 2020 und 2025.

Trump plant „KI-Zaren“ und lehnt KI-Warnungen ab    US-Präsident Donald Trump hat sich abermals ablehnend zu Sicherheitswarnungen wegen der rasanten Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) geäußert. Kritiker der Technologie wollten „die Dezimierung oder Zerstörung von KI“, schrieb Trump am Samstag in seinem Onlinedienst Truth Social. „Ich, als Präsident der Vereinigten Staaten, werde nicht untätig danebenstehen und das zulassen.“Seine Regierung werde „das Wachstum dieser unglaublichen Industrie in keinster Weise behindern oder drosseln“. Stattdessen werde sie diese „hegen, ihr helfen und auf sie aufpassen, während sie wächst!“, schrieb der US-Präsident weiter. Zugleich kündigte Trump die Schaffung einer „AI Force“ an, ohne jedoch Angaben zu deren Aufgaben zu machen. „Sehr bald“ werde er zudem die Nominierung eines KI-Koordinators beziehungsweise „KI-Zaren“ verkünden. Auf Missbrauch werde man achten; dieser lasse sich nach Trumps Darstellung sehr leicht mit dem bestehenden Straf- und Zivilrecht regeln. Das Präsidialamt nahm zu den Plänen zunächst nicht Stellung.Anfang der Woche hatte Trump erklärt, es gebe eine „kranke Verschwörung“ gegen KI und Rechenzentren. Dabei wies er Forderungen nach neuen bundesweiten KI-Regeln zurück und betonte, die USA bräuchten für die Regulierung der Technologie lediglich einen starken Präsidenten. Zudem wollen US-Vertreter das Thema KI bei einem Treffen Trumps mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping in der kommenden Woche ansprechen. Washington und Peking betrachten Fortschritte bei der KI als entscheidend für ihre wirtschaftliche und militärische Wettbewerbsfähigkeit. Sie sind sich jedoch uneins über den Zugang zu hochmodernen Chips, Vorwürfe des Technologiediebstahls und die Regulierung der Branche.

KI-Fehler hätte laut CNN-Bericht fast zu US-Militäreinsatz gegen chinesisches Schiff geführtEin mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellter,  fehlerhafter US-Geheimdienstbericht hätte laut einem Medienbericht fast dazu geführt, dass inmitten des Iran-Kriegs das US-Militär ein chinesisches Schiff gestürmt hätte. Der Sender CNN zitierte am Freitag mit dem Vorfall vertraute Kreise, wonach die Geheimdienstinformationen über eine angebliche Ladung des Schiffes mit Komponenten für Atomwaffen „komplett falsch“ gewesen seien, aber im Frühjahr „fast einen Krieg verursacht“ hätten, wie die Nachrichtenagentur AFP meldet.Dem CNN-Bericht zufolge hatten sich US-Soldaten bereits darauf vorbereitet, das Schiff zu entern. Aus einigen Kreisen hieß es, Flugzeuge der Luftwaffe seien bereits in der Luft gewesen. Der Einsatz im Mittleren Osten wurde demnach abgebrochen, nachdem Beamte herausgefunden hatten, dass ein von einem Analysten genutzter KI-Chatbot die Ladung des Schiffes falsch identifiziert habe.

Open AI-Chef Altman spricht vor UN-Sicherheitsrat über KI-RisikenSam Altman, der das amerikanische KI-Unternehmen Open AI führt, wird in der ​kommenden Woche vor dem UN-Sicherheitsrat in New York sprechen. Während der für Mittwoch angesetzten Sitzung ⁠am Rande der UN-Vollversammlung soll es um Künstliche Intelligenz (KI) und internationale Sicherheit gehen. Altman werde persönlich an der öffentlichen Sitzung teilnehmen, sagte ein Sprecher von Open AI gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.In seinen Äußerungen werde er sich voraussichtlich auf die Notwendigkeit internationaler Koordination und gemeinsamer Sicherheitsstandards konzentrieren. Geleitet wird das Treffen vom französischen Außenminister Jean-Noël Barrot, da Frankreich im September den Vorsitz ‌des 15-köpfigen Gremiums innehat.

Googles KI Gemini hackte ebenfalls andere UnternehmenAuch Googles KI-Software Gemini hat sich bei Tests ihrer Cybersicherheitsfähigkeiten in Computersysteme anderer Unternehmen gehackt. Der Internet-Riese ist der vierte Entwickler Künstlicher Intelligenz (KI), dessen Programme mit einem solchen Verhalten auffielen, nach OpenAI, Anthropic und dem Facebook-Konzern Meta. Google machte die schon Monate zurückliegenden Vorfälle erst nach einer Nachfrage der Zeitung „Wall Street Journal“ öffentlich.