FAZ 27.09.2026
13:45 Uhr

Aus für Olympiatraum: Trauer um verpasste Chancen in Köln


Mit dem leise verkündeten Siegerwort „München“ platzt der Kölner Olympiatraum. Zurück bleiben Stolz auf den Bewerbungsprozess – und die Sorge um künftige Sportmittel.

Aus für Olympiatraum: Trauer um verpasste Chancen in Köln

Zumindest einen zufriedenen Menschen gab es inmitten des betretenen Schweigens, als das von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sanft gehauchte „München“ das Kölner Sport- und Olympiamuseum am Rheinufer erreichte. Viele Gäste, die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister verschiedener Kommunen und Mona Neubaur, die stellvertretende Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, brauchten einige Sekunden, um den Schock zu verdauen. Schließlich applaudierten sie den siegreichen Münchnern und auch ein wenig sich selbst, während Jörg Detjen von der Initiative NOlympia Colonia der Gewinner unter vielen Verlierern war. Das Olympiaprojekt hätte „einen weiteren Schuldenberg aufgetürmt“ und den Bau des neuen Stadtviertels, in dem das olympische Dorf sowie das Stadion entstehen sollten, „um drei Jahre verzögert“, sagte er. „Wir wollen große Sportereignisse“ All das bleibe NRW und den an der Bewerbung beteiligten Kommunen nun erspart. Ob ohne den Druck nahender Spiele wirklich schneller Wohnraum entsteht, bleibt jedoch abzuwarten. Klar ist lediglich, dass der „Booster“ (Bayerns Ministerpräsident Markus Söder) für alle möglichen Entwicklungen und die für das nationale Olympiaprojekt zur Verfügung stehenden Bundesgelder nun in Bayern wirksam werden. Den damit verbundenen Chancen kann nun nachgetrauert werden, aber es ist kein Scherbenhaufen, der zurückbleibt. Die 16 beteiligten Kommunen haben sich angenähert, „das Ruhrgebiet und das Rheinland sind zusammengewachsen“, sagte Nathanael Liminski (CDU), der Chef der Staatskanzlei von NRW, und Thomas Kufen, der Bürgermeister von Essen, ergänzte: „Wir wollen große Sportereignisse. Und wir können gute Gastgeber sein. Dieses Selbstvertrauen nehmen wir mit.“ Fast alle Anwesenden berichteten von ihrem „Stolz“ auf die im Bewerbungsprozess geleistete Arbeit, während Neubaur, die Landeschefin der Grünen, auf Fakten hinwies, die auch ohne Olympia Bestand haben sollen. Das System habe bereits durch die Bewerbung eine „Stärkung“ erfahren, „die Zusage, dass wir die Struktur für den Sport in NRW modernisieren, das bleibt“. Die Frage, woher das Geld kommen soll, ist jedoch noch nicht geklärt. Beispielsweise werden die Zuschüsse an Vereine und Projekte in Köln von 5,2 Millionen Euro auf 4,8 Millionen (2027) und 4,6 Millionen Euro (2028) gekürzt.