Auf dem Höhepunkt seiner Macht umfasste das Imperium Romanum eine Landfläche von 5,272 Millionen Quadratkilometern. Bestünde es heute noch, nähme es damit auf der Rangliste der größten Staaten den siebten Platz zwischen Australien und Indien ein. Seine Bewohner erfreuten sich einer zuvor nie da gewesenen Mobilität für Menschen und Güter. Dafür nutzten die Römer vor allem das Mittelmeer, in manchen Regionen auch die großen Flüsse sowie ein Straßennetz mit einer Gesamtlänge von fast 300.000 Kilometern. Forscher um den Archäologen Tom Brughmans von der Universität Aarhus in Dänemark haben dieses Straßennetz in einem Beitrag für „Nature Communications“ nun einer detaillierten Analyse anhand eines bereits im Jahr 2024 publizierten digitalen Modells unterzogen. Dies könnten Historikern helfen, etwa die Frage zu beantworten, wo sich Kontinuitäten in späteren Epochen feststellen lassen. So zeigen obige Karten das Gebiet des Imperiums um das Jahr 150 nach Christus, zur Zeit des Kaisers Antoninus Pius, und darauf das Ausmaß der Erschließung für den Landverkehr als eine geglättete Dichte. Sie gibt die summierten Längen der Straßen pro Quadratkilometer wieder, die von dem jeweiligen Punkt nicht weiter als 25 Kilometer – etwa einen Tagesmarsch – entfernt sind. Rechts daneben die gleiche Kenngröße für moderne asphaltierte Straßen. Manche Unterschiede erklären sich aus späteren wirtschaftsgeographischen Entwicklungen – etwa in Nordengland oder entlang des Rheins. Andere sind vielleicht überraschend, etwa das westliche Nordafrika oder der Südwesten Kleinasiens. Zudem konnten Brughmans und seine Kollegen unter anderem feststellen, dass die Römerstraßen meist weniger gerade verliefen als ihre modernen Nachfolger, dass die Straßenplanung offenbar auf der Ebene der Provinzen erfolgte und manche Städte, etwa Antiochia, Ancyra (das heutige Ankara) und Byzanz besser ein- und angebunden waren als Rom selbst.
