Die AfD kann nur hoffen, in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern an der Regierungsverantwortung vorbeizuschrammen. Denn sollten die Ministerpräsidenten bald Ulrich Siegmund oder Leif-Erik Holm heißen, werden die Wähler spüren, dass die Wahlversprechen entweder nicht finanzierbar sind oder außerhalb des Realisierbaren liegen. In Sachsen-Anhalt summieren sich alle Wahlversprechen auf 2,5 Milliarden Euro im Jahr, nur etwa ein Zehntel ist gegenfinanziert. Die Instrumente, mit denen die Energiekosten gesenkt werden sollen – Öl und Gas aus Russland sowie neue Kernkraftwerke – helfen erst einmal keinem Handwerker oder Spediteur weiter. Stattdessen werden es die Pflegedienste und Handwerker noch schwerer haben, Fachkräfte aus dem Ausland zu finden. Die AfD will dafür neue Hürden einziehen und die Menschen weiter früh in Rente schicken. Als Sündenbock für den absehbaren Misserfolg müsste die Bundesregierung herhalten. Dieses Spiel lässt sich eine Zeit lang betreiben. Aber irgendwann würde die Partei der „blauen Wende“ ihr blaues Wunder erleben.
