FAZ 11.09.2026
08:49 Uhr

(+) Die Bedeutung von 9/11: Eine Erschütterung, aber kein Epochenumbruch


War der 11. September ein weltgeschichtliches Ereignis? Nein, denn die moderne Gesellschaft ändert nur im Einzelnen und selten prinzipiell.

(+) Die Bedeutung von 9/11: Eine Erschütterung, aber kein Epochenumbruch

Nach diesem Dienstag werde nichts mehr sein wie zuvor. Das sagten noch am Tag und in der darauffolgenden Woche viele. Am 11. September 2001 waren nicht nur zwei Wolkenkratzer zum Einsturz gebracht worden. Die ganze westliche Welt sei erschüttert, hieß es. Der Terroranschlag hatte sie an die politischen Voraussetzungen ihrer Produktion von Wohlstand erinnert, an die Schutzbedürftigkeit ihrer Zivilisation. Er hatte sie daran erinnert, dass sie nicht nur Konkurrenten und Nachzügler hat, sondern Feinde. Feinde, die nicht um Teilhabe bitten oder um Beihilfe beim Versuch, sich dieser Zivilisation zu assimilieren oder zu ihr aufzuschließen. Der Anschlag galt nicht zufällig einem Gebäudekomplex, der „World Trade Center“ hieß. Er war die Zerstörung eines Symbols, kein gewalttätiger Antrag auf Entwicklungshilfe.

Auch 25 Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001 ist die Angst vor dem Terror noch nicht gebannt. Allein in Hessen stieg die Zahl islamistischer Straf- und Gewalttaten zuletzt um 67 Prozent an.

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