FAZ 12.03.2026
09:51 Uhr

(+) Quantentechnologie: Eine Technik, die will, dass wir denken


Der Schock namens „Künstliche Intelligenz“ ist noch nicht verdaut, da naht der nächste: die Quantenära. Sie wird noch radikaler in unsere Denkprozesse eingreifen, als die KI es je könnte.

(+) Quantentechnologie: Eine Technik, die will, dass wir denken

Arbeitsteilung zerstückelt uns. Es geht nicht anders: Alles, was ich regelmäßig und kompetent tun muss (zum Beispiel, um in der gegebenen Wirtschaftsordnung meinen Lebensunterhalt zu verdienen), verlangt Kenntnisse und Fertigkeiten, die mich, wenn ich sie ausbilde, von anderen in mir an­gelegten Talenten trennen, weil ich für diese anderen weder Zeit noch Energie übrig habe. Niemand kann alles können. Technik ergänzt das Spektrum der Kenntnisse und Fertigkeiten je nach Stand der Produktivkräfte vor allem um Automatisierbares: Bauroboter, Mathe-Software, Übersetzungsprogramme. In ihnen vergegenständlicht sich vergangene Mühe von Menschen, geistige zunächst. Die nächste Technik, die in diesem Gesichtskreis ansteht, beschäftigt und erregt seit einigen Monaten das Wagniskapital, Donald Trump und Emmanuel Macron. Sie alle reden erwartungsvoll von „Quanten“.

Joscijka Abels’ große Erzählung „Julianische Tage im Schatten der Piazza“ versammelt fünf Universalgelehrte der Frührenaissance im Gespräch. Worüber sprechen sie?

Endlich wieder einmal Neues vom Großmeister der kleinen Form: Pierre Michons „Wintermythologien“ ignorieren funkelnd jeden postmodernen Zwang zur Ironie.

Amanda Seyfried vollführt Schütteltänze als Gottesdienst: Das äußerst eigenwillige Musical „The Testament of Ann Lee“ von Mona Fastvold erzählt von seliger Weltflucht.

Redakteur im Feuilleton.

Schlagworte: