FAZ 04.10.2026
13:23 Uhr

(+) Künstliche Intelligenz: Gibt es das noch, eine „objektive Wahrheit“?


Was als wahr, gerecht oder normal gilt, hat sich über Jahrhunderte immer wieder verschoben. Nun steht der nächste große Umbruch an – getrieben von Algorithmen, behauptet Mads Pankow.

(+) Künstliche Intelligenz: Gibt es das noch, eine „objektive Wahrheit“?

Heute ist die Frage, was man als wahr bezeichnen kann, keine philosophische Finte mehr, sondern eine fortgeschrittene Massenirritation. Jeder lebt nämlich, das sagt uns das Internet täglich, in seiner eigenen Wahrheit. Meine Wahrheit muss nicht deine Wahrheit sein, und überhaupt gibt es zu jedem Fakt eine Alternative, die zwar logisch nicht stimmen muss, im Zeitalter numerischer Evidenzen aber einen Status erreichen kann, den viele Menschen trotzdem als „wahr“ empfinden. „Gefühlte Wahrheit“ nennt der Publizist Mads Pankow die neue Art, sich einen Reim auf die Welt zu machen. „Sie authentifiziert sich durch subjektives Erleben und situative Evidenz.“

Ein „Tatort“ dauert 90 Minuten. In „Explosive Mischung“ mit Lena Odenthal und Johanna Stern vollzieht sich die Story in dieser Zeitspanne. Sie erzählt von einem Bankräuber, verlorenen Jugendlichen und häuslicher Gewalt.

12 deutschsprachige Autoren schreiben eine Anthologie über das provinzielle Tschechien. Das Ergebnis bringt mitunter Drastisches hervor, zeigt aber auch Erwartbares und die eigene Ahnungslosigkeit.

Einfühlung ist etwas Schönes, aber wenn die Figuren real waren, möchte man doch wissen, woher ihre Meinungen im Roman kommen. Irina Slot geht da bei der Bauhaus-Künstlerin Marguerite Friedlaender wenig glücklich vor.