FAZ 15.09.2026
15:01 Uhr

(+) Kinofilm „Pressure“: Als die Wetterfrösche den Krieg gewannen


Der Film „Pressure“ erzählt davon, wie die alliierte Invasion in der Normandie beinahe gescheitert wäre. Zum Glück hatten die Briten am D-Day die besseren Meteorologen.

(+) Kinofilm „Pressure“: Als die Wetterfrösche den Krieg gewannen

Ein Film über eine Wettervorhersage klingt nach einem schlechten Witz. Aber die Prognose für die erste Juni-Woche des Jahres 1944 war eine der wichtigsten der neuen Geschichte, denn sie entschied über den Tag der alliierten Invasion in Europa. Für den 5. Juni, der für die Landung in der Normandie vorgesehen war, hatte der Wetterdienst der amerikanischen Luftwaffe eine weitere Ausdehnung des Azorenhochs bis zum Ärmelkanal vorausgesagt. Die Meteorologen der britischen Admiralität und die zivilen Experten des Wetterdienstes für das Vereinigte Königreich waren anderer Meinung, sie sahen ein Sturmtief, das vom Nordatlantik heranzog. Tatsächlich tobte am 5. Juni ein Sturm mit Windstärke sechs, Dauerregen und drei Meter hohen Wellen über der Landungszone. Hätte der D-Day an diesem Tag stattgefunden, dann hätten die alliierten Bomber und Fallschirmjäger ihre Ziele verfehlt, die Landungsboote wären in der Brandung gekentert, kein Geschütz und kein Panzer hätte die Strände erreicht. Die Invasion wäre gescheitert.

Die AfD besetzt nicht die leere Stelle des Zorns, sie parasitiert an ihr. Der Zorn wird kultiviert, aber gerade nicht in Lösungen überführt, weil die Malaise das eigentliche Kapital ist. Und ihre Gegner sind zermürbt.

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Feuilletonkorrespondent in Berlin.

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