FAZ 27.07.2026
16:43 Uhr

(+) „Kabul – Flucht aus der Hölle“: Wer den Alliierten vertraute, war verloren


Die Serie „Kabul“ macht das Leid der Menschen während des Falls der afghanischen Hauptstadt greifbar. Sie ist auch ein Zeugnis des moralischen Versagens des Westens. Deutschland kommt dabei nicht gut weg.

(+) „Kabul – Flucht aus der Hölle“: Wer den Alliierten vertraute, war verloren

15. August 2021. Ein Checkpoint der afghanischen Armee vor der Stadtgrenze Kabuls. Vier junge afghanische Soldaten halten die Stellung, als ein Fahrzeugkonvoi am Horizont Staub aufwirbelt. Fazal (Shervin Alenabi), das Gewehr im Anschlag, fordert seine Kameraden auf, zu kämpfen, doch diese hat der Mut längst verlassen. Zwei von ihnen werfen ihre Waffen auf den Boden und rennen davon. Fassungslos sieht Fazal zu, wie die Jeeps der Taliban seine Stellung passieren und ihn mit Freudenschüssen aus ihren Kalaschnikows auffordern, nach Hause zu gehen, um mit seiner Familie „den Sieg über die Invasoren“ zu feiern.

Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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