FAZ 16.08.2026
12:12 Uhr

(+) Good Enough Parenting: „Nein, ich möchte jetzt nicht spielen. Ich möchte ein Buch lesen“


Unser Autor war nahe am Burnout, bis er sich seine eigenen Eltern zum Vorbild nahm: Nun erzieht er seine Kinder mit „konstruktiver Vernachlässigung“ – und steht nicht mehr beim ersten Jammern parat.

(+) Good Enough Parenting: „Nein, ich möchte jetzt nicht spielen. Ich möchte ein Buch lesen“

Es gibt ein Bild von mir, das ich im Kopf habe. Es muss Anfang der Neunziger gewesen sein, als mein Vater mich in den flimmernden Bildern einer Hi8-Kamera einfing. Da stand ich, schüchtern, stotternd und in diese Welt geworfen, vor einem reetgedeckten Ferienhaus in Dänemark. Die Sonne hatte sich längst verabschiedet, mein Vater filmte. Er hatte die neue Kamera bekommen, und nun hielt er bei allem und jedem drauf. Wenn mein Vater Aufnahmen machte, sagte er Datum und Ort an, weil die Kamera das nicht festhielt.

Unsere Autorin wird bald fünfzig. Trotzdem hat sie sich lange eingeredet, sie wäre noch immer cool. Jetzt merkt sie: Es hilft alles nichts – sie kommt bei den Trends einfach nicht mehr mit. Ist das schlimm?

Boris Schumatsky erzählt in seinem neuen Roman „Die Seine fließt ins Schwarze Meer“ von einer sowjetischen Kindheit in Moskau, dem Paris von Paul Celan und der Berliner Gegenwart von Krieg und Antisemitismus.

Seit seiner Kindheit widert Fisch unseren Autor an. Allein beim Geruch wird ihm übel. Aber entgeht ihm da nicht was? Ein Psychologe hat Tipps, wie er sich dem Fisch annähern kann.

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