Dlf 14.08.2026
06:58 Uhr

Trockenheit - Bauernverband befürchtet Ernteeinbußen bis hin zum Totalausfall


Der Deutsche Bauernverband rechnet aufgrund der anhaltenden Trockenheit in diesem Jahr mit erheblichen Ernteeinbußen. Verbandspräsident Rukwied sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, man gehe von einer unterdurchschnittlichen Ernte bei Getreide aus, insbesondere beim Weizen.

Trockenheit - Bauernverband befürchtet Ernteeinbußen bis hin zum Totalausfall
Erhebliche Ertragseinbußen zeichneten sich beispielsweise auch bei Kartoffeln, Gemüse und Zuckerrüben ab. In südlichen Teilen Deutschlands könnte das bis zum totalen Ertragsausfall gehen, betonte Rukwied. Zu einem Problem werde dort auch, dass kein Futter mehr nachwachse. Etwas besser ist es laut dem Verbandspräsidenten in nördlichen Regionen, wo es immer wieder etwas geregnet hat. Dort sähen die Bestände noch akzeptabel aus, sagte Rukwied. In der Tendenz werde es aber auch da unterdurchschnittliche Ernten geben. 

Futterbestände brechen ein

Die anhaltende Hitze und Trockenheit lassen in mehreren Bundesländern – vor allem im Süden – die Futterbestände einbrechen und zwingen vereinzelt Landwirte, Tiere früher als geplant schlachten zu lassen. Insgesamt sei die Lage in der Landwirtschaft düster, beklagte Rukwied. "Die Belastungen sind immens. Ich kenne Kollegen, die ihre Pflanzenschutz- und Düngemittelrechnungen nicht mehr bezahlen können und zur Bank gehen müssen." Manche griffen auf die Ersparnisse der Ehefrau oder ihre Lebensversicherung zurück. Die Trockenheit treffe die Betriebe massiv.

Bauernpräsident stellt Forderungen an die Politik 

Es brauche jetzt die Unterstützung der Politik, etwa eine Erhöhung der EU-Düngemittelbeihilfe von 60 auf 180 Millionen Euro sowie das Vorziehen der Auszahlung von 80 Prozent der EU-Direkthilfen an die Bauern auf Oktober, sagte Rukwied im Fernsehsender Phoenix. "Dritte Sofortmaßnahme wäre, die Steuern auf Diesel deutlich zu senken bis mindestens Ende November. Das würde den Bauern kurzfristig helfen und Entlastung bringen."
Zusätzlich pochte der Bauernpräsident auf die Umsetzung des Koalitionsvertrags der Bundesregierung im Agrarbereich: "Was politisch wichtig ist, ist, dass man eine steuerfreie Risikoausgleichsrücklage einführt." So könne für schwierige Jahre ein finanzielles Polster geschaffen werden. Die Landwirtschaft stelle sich bereits seit vielen Jahren auf die Klimaveränderungen ein. Jetzt benötige man rasch hitzetolerantere und widerstandsfähigere Sorten beim Anbau, so Rukwied.
Diese Nachricht wurde am 14.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.