Dlf 23.04.2026
14:28 Uhr

Oberlandesgericht Frankfurt - Stiftung Warentest muss für wirtschaftliche Folgen eines fehlerhaften Testurteils haften


Die Stiftung Warentest muss für wirtschaftliche Folgen eines fehlerhaften Testurteils haften. Das Oberlandesgericht Frankfurt sprach dem Rauchmelder-Hersteller Pyrexx einen Schadenersatz zu. Die genaue Höhe muss noch festgelegt werden. Die Stiftung befürchtet durch das Urteil Einschränkungen für unabhängige Tests.

Oberlandesgericht Frankfurt - Stiftung Warentest muss für wirtschaftliche Folgen eines fehlerhaften Testurteils haften
Es handelte sich um ein Berufungsverfahren, da Stiftung Warentest in erster Instanz Schadenersatz abgelehnt hatte. Pyrexx verlangt 7,7 Millionen Euro. Ein Sprecher der Stiftung Warentest erklärte, man akzeptiere die Haftung. Die geforderte Summe wies er jedoch als realitätsfern zurück.
Im Jahr 2020 hatte Stiftung Warentest einem Produkt von Pyrexx in einem Testurteil die Note Mangelhaft gegeben. Laut dem Unternehmen brach anschließend das Geschäft ein, jede dritte Stelle musste gestrichen werden. Das Testurteil stellte sich später als fehlerhaft heraus, Stiftung Warentest zog das Ergebnis zurück und bat öffentlich um Entschuldigung. Pyrexx zufolge leidet die Firma aber weiterhin unter der schlechten Beurteilung.
Die Stiftung sieht nun das gesamte Modell unabhängiger Tests in Gefahr. Sie argumentiert, dass der Fehler im Prüfinstitut passiert sei. Wenn die Stiftung dafür haften müsse, könne sie künftig solche Warentests nicht mehr durchführen. Die Risiken seien zu groß. Sollte sie wiederum versuchen, diese Risiken auf die Labore abzuwälzen, könnten diese höhere Honorare verlangen oder sich ganz aus solchen Aufträge zurückziehen.
Diese Nachricht wurde am 23.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.