Dlf 16.06.2026
04:05 Uhr

Handelsschifffahrt - Wadephul: "Hilfe bei Minenräumung der Hormus-Straße nur bei klaren Voraussetzungen"


Nach Meinung von Bundesaußenminister Wadephul ist noch nicht absehbar, dass sich Deutschland an einer Militärmission zur Absicherung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus beteiligt. Zum jetzigen Zeitpunkt fehlten ihm noch die Voraussetzungen dafür, sagte der CDU-Politiker im ZDF. Man müsse jetzt erst einmal wissen, ob es tatsächlich keine Kampfhandlungen mehr gebe.

Handelsschifffahrt - Wadephul:
Anschließend könne man über das Thema reden. Zudem brauche es völkerrechtliche Grundlagen sowie gemäß dem deutschen Recht etwa ein Mandat des Bundestags, betonte Wadephul. Ein solches stehe zum gegenwärtigen Zeitpunkt aber nicht bevor.
Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien hatten sich zuletzt bereit erklärt, eine Militärmission zur Absicherung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus zu unterstützen. Konkret war von einer rein defensiv ausgerichteten, unabhängigen Mission die Rede, um eine Minenräumung durchzuführen und Handelsschiffe zur Durchfahrt zu ermutigen. Die Bundeswehr bereitet sich seit Wochen darauf vor. Dazu wurden bereits das Minenjagdboot "Fulda" und das Versorgungsschiff "Mosel" im östlichen Mittelmeer stationiert. Sie könnten laut Bundesverteidigungsministerium binnen sieben bis zehn Tagen vor Ort sein.
Die Straße von Hormus wird seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs vom Regime in Teheran blockiert. Das hat weltweit zu einem Anstieg der Preise unter anderem für Öl und Gas geführt. Die USA dringen darauf, dass die Meerenge in Kürze wieder vollständig freigegeben wird. Am Freitag wollen amerikanische und iranische Unterhändler eine Absichtserklärung zur Beendigung des Iran-Kriegs unterzeichnen.
Lesen Sie hierzu auch:
Europäer zu Hormus-Mission bereit
Weitere aktuelle Entwicklungen lesen Sie in unserem Newsblog.
Diese Nachricht wurde am 16.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.