Die Kommunikation in Krisenzeiten könne durch zeitnahe Koordinierung weiter gestärkt werden und sollte kohärenter sein, teilte die irische Ratspräsidentschaft nach einer außerplanmäßigen Videokonferenz mit. EU-Innenkommissar Brunner erklärte, in der Runde habe es volle Solidarität mit Spanien gegeben. Der Andrang auf Ceuta sei ein Test für die Sicherheit der europäischen Außengrenzen gewesen, der für den Moment definitiv bestanden worden sei. Spaniens Innenminister Grande-Marlaska verwies darauf, dass kein Migrant auf europäisches Festland gelangt sei.
In der vergangenen Woche hatten vorübergehend bis zu 60.000 Menschen von Marokko aus Ceuta erreicht und damit einen Streit zwischen den EU-Ländern entfacht. Die Mehrheit der Staats- und Regierungschefs der EU kritisierten die spanische Migrationspolitik. Madrid warf ihnen vor, die Krise politisch auszuschlachten.
Um besser vorbereitet zu sein, will die EU auch digitale Netzwerke aufmerksamer beobachten. Zahlreiche Migranten in Ceuta hatten berichtet, sie seien in sozialen Medien auf eine angeblich offene Grenze zur EU aufmerksam geworden. Die zehntausenden Menschen kamen überwiegend schwimmend aus Marokko. Mehr als 80 Menschen starben.
Dührkop plädiert für gemeinsame Lösungen
Die frühere spanische Europapolitikerin Dührkop hofft auf gemeinsame europäische Lösungen beim Grenzschutz. Sie sagte im
Deutschlandfunk
, man habe die Sache am Ende zwar gut gemeistert, tausende Menschen seien freiwillig zurückgekehrt. Aber es komme noch etwas auf Europa zu. Sie verwies auf Dürren und Wassermangel, Migration sei ein strukturelles Problem. Allerdings könne man nicht im Mittelmeer eine Sperre in die Mitte legen.
Dührkop verwies als möglichen Grund für den Ansturm auf Ceuta auch auf Spannungen zwischen Spanien und Marokko wegen Algerien. Spaniens Ministerpräsident Sánchez hatte Algerien kürzlich besucht und die Beziehungen gestärkt. Marokko und Algerien streiten weiterhin über den Status der ehemaligen spanischen Kolonie Westsahara.
Diese Nachricht wurde am 05.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
