Dlf 13.03.2026
02:01 Uhr

Bundespräsident - Steinmeier für Social-Media-Verbot - Experten widersprechen


Bundespräsident Steinmeier schließt sich den Forderungen nach einer Social-Media-Altersgrenze von 14 Jahren an.

Bundespräsident - Steinmeier für Social-Media-Verbot - Experten widersprechen
Steinmeier sagte der Wochenzeitung "Die Zeit", er wisse, dass viele Digitalexperten meinten, man solle bloß die Finger von einem Verbot lassen. Aber diese Empfehlung überzeuge ihn nicht mehr. Die Gefahren für Kinder und Jugendliche seien zu groß. Regellosigkeit führe zu Gefährdungen für das soziale Miteinander und für die Demokratie. Keinesfalls dürften Eltern und Lehrer mit dieser riesigen Verantwortung alleingelassen werden, warnte Steinmeier.
Der Deutsche Kinderschutzbund hatte sichgegen ein Social-Media-Verbot ausgesprochen. Kinder und Jugendliche müssten zur Nutzung entsprechender Angebote befähigt werden. Zudem gebe es zahlreiche positive Aspekte der Social-Media-Nutzung. Ablehnend äußerten sich auch das Deutsche Kinderhilfswerk und der AWO Bundesverband. Von UNICEF Deutschland hieß es, entscheidend sei, dass der digitale Raum für Kinder und Jugendliche sicher gestaltet und die Medienkompetenz aller Altersklassen gezielt gefördert werde.

Vorsitzende der Expertenkommission, Schön, ruft Politik zur Zurückhaltung auf

Die Co-Vorsitzende der Expertenkommission "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt", Schön, forderte Zurückhaltung von der Politik. Der Arbeitsauftrag sei sehr umfangreich, sagte sie dem Tagesspiegel. Es gehe keineswegs nur um ein irgendwie geartetes Mindestalter für Social Media, sondern viel umfassender um Schutz, Befähigung und Teilhabe in der digitalen Welt. Sie rate der Politik dringend, die Kommission in Ruhe arbeiten zu lassen. Schön war für die CDU bis vergangenes Jahr Mitglied des Bundestags. Der Abschlussbericht ihres Gremiums wird für den Sommer erwartet.
Diese Nachricht wurde am 13.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.